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PINGPONG

PINGPONG

Regie Matthias Luthardt
Kinostart 16.11.2006

Kritiken • PINGPONG

16. November 2006 | PINGPONG • Kritik • Berliner Zeitung

Ein starkes Filmdebüt sah Anke Westphal. "Filme wie dieser [gemeint ist MONTAG KOMMEN DIE FENSTER] wurden zu recht gerühmt wegen der scharfen, quasi ethnologischen Beobachtungen, die eine latente Unruhe erzeugten. Beobachten ist das eine. Doch die interessantesten dieser jungen deutschen (und minimalistischen) Filme zeigen, was so eine kultivierte Verödung alles anrichtet. Und darüber geht Luthardt mit diesem starken PINGPONG und seinen hervorragenden Darstellern noch hinaus. So schockartig, dass wohl tot sein muss, wer hier nicht fassungslos aus dem Kino kommt."

16. November 2006 | PINGPONG • Kritik • Die Tageszeitung

Claudia Lenssen erklärt folgendes: "Matthias Luthardt spielt souverän mit den Topoi des begehrlichen Eindringlings in ein ödipales Beziehungsmuster. Robert hasst die Mutter, die Zuneigung mit Coaching verwechselt, und beginnt eine Freundschaft mit Paul. Der seinerseits sucht den Freund wie den Hund als Rivalen auszustechen und Anna zu verführen. Der trotzige Ausdruck, mit dem Sebastian Urzendowsky aus dem Pool heraus sein Liebesobjekt fixiert, gibt seiner widersprüchlichen Kinofigur Kontur. Marion Mitterhammer hat als Anna sichtlich Mühe, ihrer unsympathischen, in sich verstrickten Figur über affektierte Dominanz hinaus Schlüssigkeit zu verleihen."

16. November 2006 | PINGPONG • Kritik • Der Tagesspiegel

Sehr französisch und sehr deutsch findet Kerstin Decker dem Film. "PINGPONG ist ein frankophiler Solitär der Potsdamer Schule, eine atmosphärische Verdichtung auf engstem Raum ... Selten war es spannender zuzusehen, wie fast nichts passiert. Nur momentweise wirkt das etwas künstlich und überanstrengt. Vielleicht sind es wirklich nur feinste Schwingungen zwischen Menschen, die am Ende die größten Katastrophen heraufbeschwören. Matthias Luthardt hat diese Schwingungen verfilmt. Das Unsichtbare also. Was zeigt Kino, wenn es eines ist, sonst?"

16. November 2006 | PINGPONG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Eine Versuchsanordnung sah Michael Kohler. "Matthias Luthardt spinnt sein Netz mit so vordergründiger Raffinesse, als versuche er ein Dreieck zwischen Berlin, Rom und Wien zu etablieren. Neben Pasolini entpuppt sich nach einer Weile immer deutlicher Michael Haneke als weiterer ästhetischer Gewährsmann, wenngleich PINGPONG nicht jene zermürbende Qualität entwickelt, die das Haneke-Publikum augenblicklich in einander unversöhnlich gegenüberstehende Fraktionen spaltet. Die Vergletscherung der Gefühle hat ihre Eismassen jedoch auch in dieses faule Idyll geschoben."

12. November 2006 | PINGPONG • Kritik • br-online.de

Laut Margret Köhler ordnet sich der Regisseur in das "Kino des unaufgeregten Erzählens" ein. "Durch die Augen des von leiser Trauer umwehten Paul betrachtet, ergibt sich eine Distanz, die den Mikrokosmos der Mittelschicht wie auf einem Seziertisch ausbreitet – gegenseitige Gleichgültigkeit, Affenliebe der Dame des Hauses zu einem Hund namens Schumann, vordergründige Harmonie als Mittel, Kommunikationslosigkeit zu übertünchen, abgenutzte Alltagsrituale dienen als Familienkitt. Die beiden Hauptdarsteller Sebastian Urzendowsky und Clemens Berg geben sich spröde und cool, tragen als Schutz der verletzten Seele Unsentimentalität als Markenzeichen vor sich her, sind Identifikationsfiguren."

09. November 2006 | PINGPONG • Kritik • film-dienst 23/2006

Jens Hinrichsen erklärt die typische Erzählweise der "Berliner Schule": "Die Sache passiert, sie kündigte sich längst an, aus ihrer verknappten Darstellung ist weder Vorwurf noch Mitleid gegenüber den Figuren abzuleiten. ... Der Schauplatz: ein Niemands- und Überall-Land, das die Folie für eine Parabel von der Ich-Suche, vom Streben nach Glück und vom Sich-Einrichten im Unglücklichsein liefert."

01. November 2006 | PINGPONG • Kritik • epd-film 11/2006

Die Ausgangssituation ist nicht originell, meint Heike Kühn. "Ein Rebell, Sohn eines Versagers oder in diesem Fall eines Selbstmörders, dringt in eine gutbürgerliche Idylle ein und bringt mit anarchischem Trotz verborgene Konflikte ans Tageslicht. Der Verlauf der innerfamiliären Implosionen folgt auch in PINGPONG der Logik wechselnder Bündnisse. Doch die Intensität, mit der sich Überforderung und psychische Abhängigkeiten herauskristallisieren, sprengt das Genre des heilsamen Familiendramas."

22. Mai 2006 | PINGPONG • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala mag den Film: "Schöner, kleiner, genauer Film, mit kleinen, genau einzugrenzenden Schwächen, aber egal. Solange sich seine erfundene Welt einbrennt ins Gedächtnis, oder sollte man sagen: einfriert. ... Böse, kleine Welt, von der Luthardt da erzählt, ökonomisch konstruiert und wunderbar anzusehen."

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