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DER UNBEKANNTE SOLDAT

DER UNBEKANNTE SOLDAT

Regie Michael Verhoeven
Kinostart 21.09.2006

Kritiken • DER UNBEKANNTE SOLDAT

21. September 2006 | DER UNBEKANNTE SOLDAT • Kritik • critic.de

DER UNBEKANNTE SOLDAT gibt den zurückgezogenen, den "verbotenen" Bildern ihren Stellenwert zurück, lobt Sonja M. Schultz. "Verhoevens Dokumentarfilm arbeitet gegen eine Vernichtung von Erinnerung. Er tut dies weder didaktisch, noch ästhetisch ausgefeilt oder dramaturgisch zugespitzt, sondern in Suchbewegungen, mit Offenheit und vielen Fragen. ... Ein großes Verdienst der Wehrmachtsausstellung war es, dass vor den Bildern bislang Verschwiegenes hervorbrach – "So ist es gewesen. Ich war dabei" bezeugten zahlreiche Einträge in den Gästebüchern. Die Wucht des ersten Tabubruchs ist vorbei, aber auch der aufklärerischen Kinoarbeit wäre viel Aufmerksamkeit zu wünschen."

21. September 2006 | DER UNBEKANNTE SOLDAT • Kritik • programmkino.de

Dorothee Tackmann hat mehr erwartet: Der Film ist "eine kaum gegliederte Stimmen- und Faktensammlung, die vor allem die Perspektive der ersten Wehrmachtsausstellung aufgreift und die inhaltlich und quantitativ das Aufnahmevermögen übersteigt. Verhoeven will sich weder als Dokumentarist noch als Historiker, sondern als Filmemacher verstanden wissen, der dem Betrachter Raum für die eigene Schlüsse lässt. Sicherlich wird auch diese Dokumentation wieder heftige Debatten auslösen."

19. August 2006 | DER UNBEKANNTE SOLDAT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Leise und hartnäckig arbeitet laut Daniel Kothenschulte der Regisseur. "So wie Verhoeven die grundsätzliche Beweiskraft von Amateuraufnahmen wieder ins Bewusstsein rückt, die nicht durch einige Fehlzuschreiben in Abrede gestellt werden kann, öffnet er auch seinen Film einer privaten Perspektive. Entstanden allein aus dem Interesse eines Einzelnen, ist er nicht nur eine unverhoffte Dokumentation eines aus den Medien sonst längst verschwundenen Ereignisses. Es ist auch ein Stück unabhängigen Kinos, dessen höflicher Zorn bis in die Glieder geht."

15. August 2006 | DER UNBEKANNTE SOLDAT • Kritik • br-online.de

Thilo Wydra ist beeindruckt von der Unmittelbarkeit, Authentizität und Wucht der Dokumentation. "Das Resultat ist ein 100-minütiger Dokumentarfilm, der allein schon ob der Ambivalenz seines Themas unangenehm ist, nicht gefällig gefallen mag, der aneckt, der für Reibungsstoff, für Kontroversen sorgt, vielleicht für Anfeindungen gar. Und einem selbst die unliebsame Frage mit auf den Weg gibt, für wen oder was eigentlich der deutsche Soldat - retrospektiv betrachtet - ureigentlich gekämpft respektive überhaupt gestanden hat. ... [Seine Stärke liegt] weniger in der konventionellen Visualität und hier eben angebrachten Form, als vielmehr in der kritisch-fundierten Art der Themen-Behandlung."

15. August 2006 | DER UNBEKANNTE SOLDAT • Kritik • film-dienst 17/2006

Verhoeven macht aus seiner eigenen Haltung keinen Hehl, schreibt Hans Messias. "Prinzipiell erzählt DER UNBEKANNTE SOLDAT nichts wesentlich Neues, doch der Film bringt all das einmal mehr auf den Punkt, das viele nicht (mehr) wissen wollen. Insofern ist Verhoevens engagierter Film durchaus wichtig; doch wie bei so vielen ähnlich gelagerten Arbeiten, die sich vehement gegen das Verdrängen und Vergessen stemmen, wird man auch hier die Vermutung aufstellen können, dass der Film in erster Linie wohl nur jene anspricht, die ohnehin für das Thema sensibilisiert sind und den grundlegenden Gedanken der Ausstellung sowie des Films teilen. Alle anderen werden sich nach wie vor weigern, sich eines besseren belehren zu lassen."

20. Mai 2006 | DER UNBEKANNTE SOLDAT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Daniel Kothenschulte führt der Regisseur folgende Hypothese vor: Könnte es sein, dass die Wehrmacht bereits von 1941 an systematisch die Judenvernichtung vorbereitet hat? "Verhoeven nimmt die Spur jener Bilder wieder auf, die die Soldaten fürs private Album schossen, und er stellt ihnen entsetzliche Schmalfilmfundstücke hinzu. Aus dieser heimlichen fotografischen Zeugenschaft werden die Fragen der Bereitschaft zur Beteiligung neu aufgeworfen. Einen Erzählkommentar gibt es nicht; über die Antworten von Historikern wie Hans Mommsen tastet sich Verhoeven an seine eigentlichen Schauplätze heran, die Orte der Massaker in der Ukraine und in Weißrussland."

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