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PRIVATE

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Regie Saverio Costanzo
Kinostart 18.05.2006

Kritiken • PRIVATE

19. Mai 2006 | PRIVATE • Kritik • Der Freitag

Laut Barbara Schweizerhof zeigt der Film das Zusammenleben der Feinde als Hochseilakt. "Das Hauptinteresse des Regisseurs liegt auf diesem Balanceakt, auf der Angespanntheit der Situation, die jederzeit in einem Massaker zu enden droht. Deshalb verfolgt der Zuschauer den Film mit erzwungener Atemlosigkeit, ständig auf die Katastrophe gefasst. Ist diese Anspannung vorüber, geht es einem interessanterweise nach diesem Film, der doch unbedingt politisch sein möchte, genauso wie nach einem gewöhnlichen Thriller: Eine gewisse Leere stellt sich ein. Und in dieser Leere breitet sich der Eindruck von Sinnlosigkeit aus, im Fall von PRIVATE ist damit eine diffuse Empörung verbunden über die geschilderten Zustände."

18. Mai 2006 | PRIVATE • Kritik • Berliner Zeitung

Die Situation könnte nicht absurder sein, entspricht aber der Wahrheit, schreibt Alexandra Seitz. "Trotz der scheinbaren Naivität, mit der Costanzo einen Konflikt, dessen Erbitterung die ganze Welt infiziert, auf die Vorgänge in einem einzelnen besetzten Haus reduziert, verfängt sich sein Film nicht in einer rührseligen Beschwörung des guten Kerns, der in jedem Menschen steckt und schließlich die Rettung bringt. "Private" ist sich der formalen Abstraktion, die ihm zu Grunde liegt, in jeder Sekunde bewusst und bleibt dementsprechend distanziert; er beschreibt das Niemandsland als jenen Ort, an dem die Machtverhältnisse immer wieder neu ausgehandelt werden."

18. Mai 2006 | PRIVATE • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Regisseur lotet laut Hans-Jörg Rother die Nervenanspannung aus, die die unerwünschten Gäste der Familie auferlegen. Der Film "will mehr als Unrecht anklagen. Seine Geschichte erzählt von der fast absurden Hoffnung, Israelis und Palästinenser könnten das Trennende beiseite schieben und einander verstehen. Der Blick des Mädchens durch den Türspalt und das stumme Zeichen des Soldaten, der sie bemerkt, aber nicht verrät, durchbrechen für einen Moment die Front des Hasses. Doch indem er darüber rasch hinweggeht, postuliert und widerlegt der Film den von ihm vertretenen Pazifismus zugleich."

18. Mai 2006 | PRIVATE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Einen emotional wie politisch ausbalancierten Debütfilm sah Heike Kühn. "Wie man es dreht und wendet, sagt der Film, der alle Seiten berücksichtigt und mehr als fair, nämlich universell gedacht ist, Gewalt erzeugt Gewalt. Nur nicht, wenn man begreift, dass man zusammen leben muss. Die Familie, die das Vorbild für die bedrückend echt agierende Filmfamilie abgibt, verteidigt seit 1992 das Wohnzimmer ihres okkupierten Hauses. Keine der beiden Parteien, so Costanzo, verlässt das Haus freiwillig."

17. Mai 2006 | PRIVATE • Kritik • film-dienst 10/2006

Laut Stefan Volk für PRIVATE den Einbruch des Staates in die Privatsphäre vor Augen. "Zwischen den Bildern zeigt „Private“ etwas, das allgegenwärtig und doch unsichtbar ist: die Gewalt, die (noch) nicht hervorbricht; das nicht manifeste, aber dennoch fast schon körperlich spürbare Gefühl permanenter Bedrohung. Es braucht wenig, dieses Gefühl zu erzeugen. Eine diffuse, grobkörnige Ausleuchtung; eine gefräßige Dunkelheit, an der nur Schritte, Schreie und Schüsse vorbeidringen; eine undogmatische Handkamera, die keinen sicheren Stand hat und keinen festen Boden unter den Füßen zulässt. Dazu ein klassischer Suspense-Effekt: der kriegerische Sohn findet eine Handgranate, schleppt sie mit sich herum. Man ahnt, was er damit vorhat."

17. Mai 2006 | PRIVATE • Kritik • fluter.de

Das einsame Haus in den besetzten Gebieten wird quasi zum Labor, in dem die Weltpolitik durchgespielt wird, schreibt Thomas Winkler. "Die vorsichtige Annäherung zwischen den beiden Seiten aber ist zum Scheitern verurteilt, eine Lösung weiter nicht in Sicht. Ein Blick in die Nachrichten zeigt: Der Alptraum nimmt kein Ende, die Fronten verhärten sich weiter und etwas Hoffnungsvolleres hat auch der Film nicht zu erzählen. So frustrierend, so beängstigend und beunruhigend das auch sein mag, ergreift Regisseur Costanzo doch eindeutig Partei: nicht für eine der beiden Seiten, sondern allein für die Menschlichkeit."

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