Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL

WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL

Regie Erwin Wagenhofer
Kinostart 27.04.2006

Kritiken • WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL

28. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Der Spiegel

Der Regisseur beschert dem Zuschauer laut Oliver Voß ein Menü aus Zynismus, Gier und Ignoranz. "Im Gegensatz zu Michael Moore oder der Burgerdiät-Dokumentation SUPER SIZE ME verzichtet Wagenhofer jedoch auf Polemik. Stattdessen lässt er Fakten und Bilder für sich sprechen. ... Der Film passt also zum Zeitgeist, quasi als Negativ des romantischen Bildes von der natürlich-geschmackvollen Ernährung. Denn während Lifestyle-Magazine Kochkurse und Edelpfannen zu den neuen Statussymbolen erklären, macht Wagenhofer vor allem auf die Schattenseiten der Entwicklung aufmerksam: den Mangel im Überfluss."

27. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Die Tageszeitung

WE FEED THE WORLD deutet schon im Titel an, dass es um eine Art Verschwörung gehen muss, denkt Bert Rebhandl. Der Film "steht in der Tradition des agitatorischen Kinos, weil er Zusammenhänge sichtbar macht, um die viele Menschen unausdrücklich wissen, die in ihrer Praxis (beim Konsumieren also) keine Rolle spielen. Den Schritt zum politischen Film aber macht Wagenhofer nicht. In einer politischen Sichtweise müsste es erst um jene Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage gehen, die sein Kronzeuge Jean Ziegler auf globaler Ebene so locker mit einer Zahl benennt. Zwischen dem "tödlichen" Konzern und dem "ermordeten" Kind geht viel mehr schief, als dass täglich Tonnen von Brot weggeworfen werden."

27. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Die Tageszeitung

Einen Lehrfilm für Globalisierungsgegner sah Wilfried Hippen. "Den Filmemacher Erwin Wagenhofer scheint dagegen nur die Information zu interessieren, und so ist für ihn Stil kein Kriterium. Er haut seinem Publikum pausenlos Daten, Statements und Fakten um die Ohren und will in 96 Minuten erklären, was alles falsch läuft mit unserer Ernährung. So ist man schnell empört ... Aber keiner dieser Eindrücke geht wirklich tief, weil die Montage zu beliebig und die Bilder nicht eindrucksvoll genug sind. Viel zu oft zeigt Wagenhofer nur sprechende Köpfe, die sich über die Auswüchse der Globalisierung beklagen. Dazu kommen dann meist noch einzelne Kernsätze und Fakten, die in Schriftzügen auf der Leinwand auftauchen."

27. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Der Tagesspiegel

Globalisierungskritische Dokus erobern die Leinwand, weiß Ralph Eue. Der Film "lebt vom Impetus des Reporters. Oberste Priorität: Anschaulichkeit, Verständlichkeit. Scharf und zugespitzt. Blicke in die Kulissen eines Zentralbereichs unseres gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen Lebens, der aus der Wahrnehmung, der Empfindung, dem Wissen gerutscht ist. Kein Schielen auf Skandale. Der Normalfall, sofern man genau hinsieht, ist Skandal genug."

27. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Frankfurter Rundschau

Leider ist das Mantra vom globalen Markt schon die ganze Weisheit dieses Films, kritisiert Michael Kohler. "So gut Erwin Wagenhofer seine einzelnen Beispiele ausgewählt und mit der Digitalkamera in Szene gesetzt hat, es wäre besser gewesen, er hätte sich wie Jonathan Nossiter in Mondovino auf einen Ausschnitt konzentriert. Im Bestreben, die globale Lebensmittelwirtschaft aus einer ebensolchen Perspektive zu beschreiben, verliert er mit dem Regionalen gerade das politisch Brisante aus dem Blick. Statt den Gemeinplätzen des als moralisches Gewissen zitierten UN-Kommissars Jean Ziegler zuzuhören, hätte man lieber erfahren, warum die EU die Abschaffung der traditionellen Fischerei betreibt."

27. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck spricht mit dem sterreichischen Regisseur Erwin Wagenhofer.

27. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • Junge Welt

Brauchen wir einen Film über das Essen? Grit Lemke meint: Ja! "Wagenhofer führt uns packend vor Augen, wie tief jeder von uns drinsteckt. Das schafft er, ohne das Thema Konsum direkt anzusprechen, allein, indem er Fakten und Bilder so geschickt zusammenführt, daß unweigerlich Fragen aufgeworfen werden ... Wagenhofer betreibt keinen investigativen Journalismus, sondern macht Kinokunst. Die Komplexität des Phänomens kann er nur umreißen, was ihm schon in der Wahl der Protagonisten gelingt."

26. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • fluter.de

"Nun ist es eine unmögliche Aufgabe für einen 96-minütigen Film, die komplexen Beziehungen zwischen Kleinbauern und Großkonzernen, Agrarministerien und NGOs, Abnehmern und Zulieferern umfassend zu analysieren. Wagenhofer versucht das auch gar nicht erst, sondern erzählt vier Geschichten", schreibt Michael Brake. "Das ist Wagenhofer gut und optisch ansprechend gelungen. Alle Episoden schaffen es, die Zuschauenden zum Stutzen zu bringen. Kann man das wirklich unterstützen? Sollte nicht jede/r Einzelne, sollten wir nicht alle etwas ändern? Allerdings ist diese klare Botschaft schnell verstanden und dann wäre es halt doch ganz schön, noch ein paar weitergehende Hintergründe und Zusammenhänge zu erfahren oder auch Erklärungen für die Zustände, die über "Kapitalismus, böse" hinausgehen."

25. April 2006 | WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL • Kritik • film-dienst 09/2005

Josef Lederle kritisiert zunächst einmal die Linken, um sich dann näher mit dem Film zu beschäftigen: "Das erdrückende Material, das Wagenhofer rund um den Globus aufgenommen hat, erschöpft sich glücklicherweise nicht darin, den Konsumenten aufzurütteln und zum Überdenken seiner Gewohnheiten zu verleiten. ... Die Neigung, angesichts einer immer komplexeren Wirklichkeit einen Hauptschuldigen wie den Kapitalismus, die Bürokraten aus Brüssel, die Konzerne etc., zu finden, mag zwar in der menschlichen Natur begründet sein, hilft im Allgemeinen wie im Konkreten jedoch leider nicht weiter – allem Pathos zum Trotz."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,34696