| Regie | Johnathan Caouette |
| Kinostart | 08.06.2006 |
Die Dichte an Erinnerungsbildern, Klängen und inszenierten Momenten verleiht dem Film eine ergreifende Unmittelbarkeit, schreibt Andreas Busche. "Im Zeitalter von Computern und billigen Digitalkameras (der Legende nach kostete Caouettes Film gerade mal 218 Dollar) steht eine ganze Welle von "Geständnis"-Filmen wie TARNATION zu erwarten. Ich wage jedoch die Prognose, dass TARNATION auch aus einer solchen Masse herausragen wird. Was TARNATION so wirkungsvoll macht, ist nicht die filmische Neuheit, sondern der krasse Gegensatz zwischen Jonathans Fähigkeit zur Selbstreflexion und der unverdauten Form seines Porträts, das sich den Zuschauenden genauso eröffnet wie es sich ihnen verschließt. Nicht nur Jonathan hat an diesem Film lange zu knabbern."
Laut Cristina Nord verdient der Film einen Massenstart und großes Publikum. "In seinen rasenden Bilderfolgen liefert TARNATION reichlich Anschauungsmaterial dafür, dass die Familie nicht zwingend jener Fels in der Brandung ist, als den sie sich Ursula von der Leyen imaginiert. Im Gegenteil: Je mehr Caouette die Abgründe und Versehrungen seiner eigenen Familiengeschichte erkundet, umso weiter dringt sein Film zum wunden Punkt des gegenwärtigen Wertediskurses vor. Familie kann verletzend, sie kann sogar gewalttätig sein, und erst wenn man davon ein Bewusstsein gewinnt, kann man verlässliche Bindungen eingehen."