Inhalt • TARNATION
Caouette wächst vor der Kamera auf, indem er sich mittels Musiktheater, Horrorfilmen und Popkultur eine Identität schmiedet, um dem Familientrauma zu entfliehen. Mit Anfang 20 zieht er nach New York, findet dort einen Partner und die innere Ruhe, entdeckt jedoch auch, dass er die Familienbande nie ganz kappen kann. Als er im Jahr 2003 erfährt, dass seine Mutter in Texas eine Überdosis Lithium genommen hat, kehrt er mit den Resten einer Vergangenheit, zu der die Erbschaft von geistiger Erkrankung gehört, nach Hause zurück, um ihr beim Gesundungsprozess beizustehen.
Crew • TARNATION
Regie: Johnathan Caouette
Verleih/Copyright: Arsenal Filmverleih, Tübingen
Kritik • TARNATION • 07. Juni 2006 • fluter.de
Die Dichte an Erinnerungsbildern, Klängen und inszenierten Momenten verleiht dem Film eine ergreifende Unmittelbarkeit, schreibt Andreas Busche. "Im Zeitalter von Computern und billigen Digitalkameras (der Legende nach kostete Caouettes Film gerade mal 218 Dollar) steht eine ganze Welle von "Geständnis"-Filmen wie TARNATION zu erwarten. Ich wage jedoch die Prognose, dass TARNATION auch aus einer solchen Masse herausragen wird. Was TARNATION so wirkungsvoll macht, ist nicht die filmische Neuheit, sondern der krasse Gegensatz zwischen Jonathans Fähigkeit zur Selbstreflexion und der unverdauten Form seines Porträts, das sich den Zuschauenden genauso eröffnet wie es sich ihnen verschließt. Nicht nur Jonathan hat an diesem Film lange zu knabbern."