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UNITED 93

UNITED 93

Regie Paul Greengrass
Kinostart 01.06.2006

Kritiken • UNITED 93

02. Juni 2006 | UNITED 93 • Kritik • Junge Welt

Die Methode Realismus macht Peer Schmitt Probleme. "Schon der "dokumentarische" Stil des Films ist in dieser Hinsicht ein Statement: verwaschene Farben, Handkamera, Dominanz von nahen und halbnahen Einstellungen, unruhiger Montagerhythmus (die Simulation von gemessener Panik), dramaturgischer Ablauf »in Echtzeit«. Als zusätzlichen Realitätseffekt spielen einige Angestellte der Flugsicherheit in dem Film sich selbst. ... "Realismus" zeichnet sich darüberhinaus immer mehr als eine Methode ab, rein ideologische Bilder, sozusagen "im Sog der Realität", zu überspielen."

02. Juni 2006 | UNITED 93 • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Thomas Binotto hat die Anstrengung gespürt, ja nicht beim Hollywood-Drama zu landen. "Formal ist UNITED 93 viel disparater, als es auf den ersten Blick scheint. Barry Ackroyds Handkamera suggeriert zwar Authentizität und Nähe, erweist sich aber letztlich nicht als geeignetes Mittel. Das menschliche Auge sucht Bilder zu stabilisieren, zu fokussieren. Wie die Handkamera alles verwischt, aus dem Gleichgewicht kippt, ständig in Bewegung und dem Zufall überlassen scheint, das ist gerade nicht realistisch oder dokumentarisch, sondern höchst artifiziell und eignet sich weit besser zur Psychologisierung und Individualisierung als zur Objektivierung."

01. Juni 2006 | UNITED 93 • Kritik • Der Spiegel

Regisseur Paul Greengrass spricht mit Leif Kramp über die Kritik an seiner Version der Ereignisse und den Vorwurf, sein Film UNITED 93 komme zu früh.

01. Juni 2006 | UNITED 93 • Kritik • Berliner Zeitung

Knut Elstermann unterhält sich mit Paul Greengrass und Angehörigen von Terroropfern.

01. Juni 2006 | UNITED 93 • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Busche rechnet dem Regisser hoch an, dass er einen kühlen Kopf bewahrt hat. "Was Greengrass mit UNITED 93 vorlegt, ist eine Chronik des Schreckens, die den Konventionen des Katastrophenfilms verpflichtet ist, ohne sich seiner abgegriffenen dramatischen Mittel zu bedienen: minutiös (in Echtzeit) aufgearbeitet, mit enervierender Handkamera quasidokumentarisch gefilmt, minimalistischem Soundtrack, Schwarzbild statt Explosion, keinen Identifikationsfiguren. Die Passagiere bleiben ein abstraktes Kollektiv. Durch die Parallelhandlungen im Kontrollraum der amerikanischen Flugüberwachung in Virginia, dem Luftverteidigungszentrum NORAD in New York und dem Hauptquartier der Flugadministration FAA nimmt er dem Drama darüber hinaus das Klaustrophobische - nicht ohne kritische Seitenhiebe auf die Inkompetenz der Behörden."

01. Juni 2006 | UNITED 93 • Kritik • Neues Deutschland

Verstört ist Hanno Harnisch aus dem Kino gegangen. "Ohne falsches Pathos zeigt Greengrass, wie die Passagiere um ihr Leben kämpfen. In Realzeit zeigt er die Tragik, den Mut der Verweiflung und die folgerichtige Katastrophe. Indem er auf Bewertungen, Heroisierungen und Verteufelungen verzichtet. Er schafft es, wirkliche Verstörung zu erzeugen. Ihm ist das Kunststück gelungen, die Welt so darzustellen, wie sie war. Und er erteilt allen Verschwörungstheorien eine klare Abfuhr."

31. Mai 2006 | UNITED 93 • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Kai Müller hat sich der Regisseur für "eine radikale Variante entschlossen. Seine semi-dokumentarische Rekonstruktion des einen Fluges von vier, der sein Ziel nicht erreichte, löst sich am Ende in ein zersplitterndes visuelles Inferno auf. Die Kamera kann die Gewalt, den Tumult, das Gestoße, Geschiebe und Gewürge gar nicht mehr einfangen, so sehr ist sie Teil des Geschehens. Mittendrin. ... So nahe er den Protagonisten mit seiner Handkamera auch rückt, so wenig wird doch ergründet, erklärt, nach Motiven gesucht. UNITED 93 ist keine Katastrophenschocker, Action-Thriller oder Heldenepos, kein tränenreiches „Titanic“-Spektakel der Lüfte, bei dem Menschen im Angesicht des Todes die Liebe oder dergleichen sentimentale Regungen entdecken. Vor allem die kühle Distanz macht Greengrass’ Film ... zu einem außergewöhnlichen cineastischen Ereignis."

31. Mai 2006 | UNITED 93 • Kritik • fluter.de

UNITED 93 war für Stefanie Zobl eine unerträgliche Kino-Erfahrung. "Die Atmosphäre dieser außer Kontrolle geratenen Situation fängt Greengrass in seinem in Echtzeit und ohne Sentiment erzählten Film ein. So detailliert und differenziert wie möglich rekonstruiert er anhand von Flug 93 und den Schlüsselstellen, an denen die Informationen zusammenflossen, was an jenem Tag geschah. Paradoxerweise ist Greengrass gerade durch seine distanzierte und nicht bewertende Beobachtung besonders nah dran an den Ereignissen. So nah, dass man das Gefühl hat, mit im entführten Flugzeug zu sitzen."

31. Mai 2006 | UNITED 93 • Kritik • br-online.de

Eine anti-heroische, zutiefst bewegende Tragödie sah Margret Köhler. "Greengrass beteiligt sich nicht an Mythenbildung und verwertet auch nicht das schon zum Mythos avancierte "Let's roll" Er bringt uns ohne reißerische Hollywoodrührung Individuen nahe, die in ihrer Verzweiflung alles auf eine Karte setzen. Umsonst. Wer ohne abstruse Verschwörungstheorien und ideologische Scheuklappen das Werk betrachtet, empfindet wohl eher Fassungslosigkeit und Schmerz. Die aufwühlende Tragödie tut weh, reißt Wunden auf, die nie verheilen. Eine Herausforderung."

25. Mai 2006 | UNITED 93 • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal hat der Regisseur schon mit BLOODY SUNDAY "nachgewiesen, wie er der Macht der Tragödien und Mythen mit den Mitteln des Dokudramas standzuhalten weiß: wacklige Handkamera, lebhafte Schnitte, Simulation des Faktischen. Im Falle von UNITED 93 hat sich Greengrass für eine nüchterne Ablaufskizze in Echtzeit entschieden, die alle Kontrollinstanzen und Terrorziele einbezieht: Flugsicherheitszentrum, Militärbasis, WTC, Pentagon. ... Dass Greengrass das schreckliche Geschehen nicht zusätzlich dramatisiert, lässt den Akt des Widerstands umso heroischer erscheinen - und bedrückender. So wie die Figuren keinen Hintergrund haben - so kann es jeden treffen."

25. Mai 2006 | UNITED 93 • Kritik • film-dienst 11/2006

Die Verweigerung ist für Michael Kohler das wichtigste Element des Films. "Paul Greengrass erzählt keine Geschichte, er erschafft keine vertieften Charaktere, keine Helden und keine Bösewichte, und er leitet keine Moral aus den Ereignissen ab. Wie in seinem Nordirland-Drama BLOODY SUNDAY (2002) beschränkt sich Greengrass auf eine dokumentarische Perspektive, deren Merkmal eine unruhig geführte Handkamera und die in Fragmente zersplitterte Wirklichkeit ist. ... Als Mahnmahl ohne konkretes Eigenleben erfüllt UNITED 93 seine Funktion derart gut, dass es beinahe obsolet erscheint, ihn auf inhaltliche Aussagen oder ästhetische Irritationen abzuklopfen."

02. Mai 2006 | UNITED 93 • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Der Film hat bei Ronald D. Gerste alle Bedenken zerstreut. "So wenig reisserisch ist seine Inszenierung, so umfassend der Verzicht auf Spezialeffekte - den Absturz auf ein Feld in Pennsylvania sieht man nicht, die Leinwand wird schwarz, es ist vorbei. Die Passagiere von Flug United 93 werden als Menschen in all ihrer vielschichtigen Normalität gezeigt. Keiner der Schauspieler hat einen auch nur halbwegs bekannten Namen, es sind alltägliche Physiognomien."

30. April 2006 | UNITED 93 • Kritik • Der Tagesspiegel

Matthias B. Krause zollt dem Regisseur Beifall für seine Filmkunst und seine Standhaftigkeit gegen Hollywoods Heldenverehrungsvirus. Aber "sie wendet sich gegen ihn. UNITED 93 vergeht ohne Angelpunkt, endet ohne Botschaft, Greengrass schleicht sich aus dem Theater, ohne Stellung zu beziehen. Damit ist sein Film eine Dramatisierung des Berichts der 9/11-Kommission, die die Vorgänge an jenem verhängnisvollen Tag der Weltgeschichte mehr als hinreichend mit Worten dokumentierte, nur eben nicht mit Bildern. Am Ende stellt sich weniger die Frage, ob es zu früh sei für einen solchen Film, wie sie in der amerikanischen Öffentlichkeit vor seinem Start so heftig diskutiert wurde, sondern vielmehr, warum man ihn sich antun soll."

27. April 2006 | UNITED 93 • Kritik • Der Spiegel

Für Marc Pitzke ist der Film eine brilliante, fast unerträgliche, aber absolut notwendige Rekonstruktion des Grauens. "Für viele Amerikaner ist es ein Schock: der erste, unzensierte Blick auf eine Realität, die sie meist nur politisch korrekt oder ideologisch verzerrt betrachten können. Für sie und alle, die verstehen wollen, wie dieses Land wirklich tickt, in all seiner Tugend und Unzulänglichkeit zugleich, sollte UNITED 93 Pflicht sein. ... Der Horror, der sich auf der Leinwand in Echtzeit entfaltet, ist entsetzlich real - ganz ohne jede Effekthascherei. Der britische Regisseur und Drehbuchautor Paul Greengrass verzichtet auf alle Tricks und Klischees. Keine Heldenmonologe. Keine Charakterschablonen."

27. April 2006 | UNITED 93 • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Adrienne Woltersdorf gibt es Streit um die Erinnerung an das vierte Flugzeug der Anschläge vom 11. September.

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