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THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY

THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY

Regie Ken Loach
Kinostart 28.12.2006

Kritiken • THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY

29. Dezember 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Der Spiegel

Eine Modellsituation für die asymmetrische Kriegsführung der Gegenwart entdeckt der Film laut Bert Rebhandl. "Schon hier stehen sich die Güter Unabhängigkeit und Gerechtigkeit konfliktreich gegenüber. Loach lädt die Geschichte mit seinen linken Idealen auf - der Kampf um Irland ergibt für ihn nur Sinn, wenn es dabei um den Aufbau einer egalitären Gesellschaft geht, mit enteigneten Großgrundbesitzern und zum Schweigen gebrachten Klerikern. ... In seinem Gesamtwerk fügt sich THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY in die Reihe historischer Epen ein, mit denen der Regisseur jeweils Wendepunkte der Geschichte der Linken aufgesucht hat."

28. Dezember 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Berliner Zeitung

Philipp Bühler wurden durch die pure physische Wucht der Bilder die Sinne geraubt. Hier "wagt sich Loach erstmals an eine Symbiose seiner Stile und ist damit so nah wie nie zuvor an dem, was eine Mehrheit als "guten Film" betrachtet. ... Die Widerstandsdialektik von Radikalisierung und Kompromiss beherrscht Loach aus dem Stegreif, er zieht klare Linien, ohne übermäßig zu vereinfachen. Die Personalisierung von Geschichte indes, die Hollywood-Formel, geht dem alten Marxisten weniger flott von der Hand. Wir erfahren viel über irische Geschichte, wenig jedoch von Damien und Teddy. Was als Parabel stark beginnt, verliert im großen Melodram an epischem Atem."

28. Dezember 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Die Tageszeitung

Am besten ist der Film, wenn er sich weit von Ideologien und Thesen entfernt - wenn Männer frieren, Nasen tropfen und Dauerregen die grünen Hügel tränkt, lobt Birgit Glombitza. "Das Authentische fällt auch diesem Ken-Loach-Film leicht. Aber man merkt ihm die Anstrengungen deutlich an, ein Stück Historie zu vermitteln, das schließlich zur Spaltung Irlands führte und bis heute das Leben auf beiden Seiten der Linien beeinflusst. Loach legt den Finger in offene Wunden - und manchmal scheint es, als wäre ihm mulmig dabei zumute. Die Dialoge und Debatten sind zu beflissen, stehen zu sehr im Dienst von Erwachsenenbildung und übergreifendem Geschichtsunterricht."

28. Dezember 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Martin Schwickert spricht mit Ken Loach über die Spirale der Gewalt und die Lehren der Geschichte.

28. Dezember 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala findet viel Lob für den Film: "Ken Loachs Geschichtsstunde erzählt mit Hochdruck und ohne Anlauf, heruntergebrochen und -zerbrochen ins Einzelschicksal, eine Geschichte vom Krieg. ... Immer hatte Loach für seine Helden erwärmende Restheiterkeit und einen Funken Zukunft übrig. Sein Irland-Film hat keine Winkel, nicht mal die Liebe, wohin sich die bedrängten Seelen auf und vor der Leinwand flüchten können. Das ist es, was ihn so übersterbensgroß erscheinen lässt. Und so schwer."

28. Dezember 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Logik der Gewalteskalation verleiht dem Film eine Kälte, die absichtlich alle Identifikationsbemühungen des Zuschauers unterläuft, schreibt Heike Kühn. "Sicher sind die Briten als wahre Teufel gezeichnet, und Damien, der Idealist unter den Brüdern, zunächst als sorgenvoller, mitfühlender Engel, der lieber heilen als töten möchte. Doch das Leid und die Demütigungen, die über die tapfere, Damien in Liebe verbundene Sinead kommen, dient dem sozialistischen Haudegen Ken Loach nicht als Vehikel für eine bequeme Parteinahme. Spätestens wenn sich Damien gezwungen sieht, einen 17-jährigen Verräter aus den eigenen Reihen hinzurichten, weil der dem Druck der Folter nicht standgehalten hat, wird die philosophisch verbrämte Gegengewalt als schlichte Gewalt entlarvt."

12. Juni 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Martin Walder ist Ken Loachs Kino ein Kino der Emotionen. "Die Perpetuierung von Gewalt und Gegengewalt, das Ringen um politische Positionen, die horrenden privaten Entscheidungen, welchen Loyalitäten der Einzelne folgt - sie bestimmen das komplexe Erzählen in einem Masse, das wohl nie auf Kosten der Sinnlichkeit und des menschlichen Dramas geht, aber die Figuren auch nie ganz aus dem dramaturgischen Korsett der politischen Argumentation befreite. Dieses Gleichgewicht ist mehr als empfindlich, im Vergleich mit LAND AND FREEDOM vielleicht nicht ganz erreicht; wahrhaftig ist Ken Loach allemal."

20. Mai 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal fühlte sich ein wenig wie bei der Politinformation. Der Regisseur möchte "ein komplexes Bild der Verhältnisse zeichnen, indem er etwa die Korrumpiertheit von IRA-Mitgliedern anspricht (sie machen Geschäfte mit Wucherern, die die bettelarme Mütter ruinieren) und die Gewissensqualen eines britischen Offiziers, doch auch Loachs Sicht der Dinge bleibt proklamatorisch geordnet."

20. Mai 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Der Tagesspiegel

Ken Loach steht für Jan Schulz-Ojala nachwievor für den engagierten, gesellschaftsbewegenden Film. Der Regisseur "inszeniert, vor betörend grüner Landschaft, erst die Gewaltspirale und dann den Bürgerkrieg konsequent als Bruderkrieg – zwischen dem intellektuellen Idealisten und dem obsiegenden Realpolitiker. Sein erster historischer Film seit LAND AND FREEDOM (1995) ist ein packendes, aus der Tragik einer Familie entwickeltes, nur kurz in die bloße Geschichtsstunde ausfaserndes Stück Kino."

20. Mai 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ungewöhnlich distanziert hat Daniel Kothenschulte den Film erlebt. "Loach erzählt den Konflikt am Beispiel eines jungen Mediziners, der auf dem Weg zu einer bürgerlichen Existenz in England noch einmal kehrt macht, um seinem Bruder, einem Rebellenführer, beizustehen. Bald hat er ihn links überholt und steht schließlich, in einem fast opernhaft ausgespielten Finale, vor dem von ihm befehligten Hinrichtungskommando. Beide haben zu viel Dreck am Stecken, um noch einfache Sympathieträger abzugeben, und Loach enthält sich der Parteinahme."

20. Mai 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Geschichte ist für den 70-jährigen Ken Loach immer auch die Geschichte von Klassengegensätzen, meint Martin Walder. "In THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY knüpft er nach zehn Jahren an die leidenschaftliche politische Auseinandersetzung an, die er in LAND AND FREEDOM um die Fragen nach der Legitimität von Gewalt und der Nähe von Loyalität und Verrat im Spanischen Bürgerkrieg geführt hat. Hier ist der irische Freiheitskampf im Blickfeld, die Fragen sind die gleichen."

19. Mai 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Der Spiegel

Gewohnt gewissenhaft und ehrenwert inszeniert der Regisseur laut Lars-Olav Beier. "Er erzählt von mutigen Aufständlern und ihrem Kampf um Scholle, Familie und Vaterland, überrascht den Zuschauer aber mit einer erstaunlichen Wendung."

19. Mai 2006 | THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord setzt der Regisseur auf Dringlichkeit. "Erst in seinen letzten 30 Minuten erreicht THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY eine beeindruckende Radikalität, insofern sich Loach nun den Aporien des Befreiungskampfes zuwendet. Nach der Schlacht kommt das Schlimmste, und die Moral, die eben noch die Guten von den Bösen schied, vergeht so schnell wie ein Reetdach, das die britischen Soldaten bei einer ihrer Hausdurchsuchungen anzünden. In diesen Momenten ist der Film von einem Pessimismus gezeichnet, der Loachs anderen Filmen über Befreiungskämpfe, CARLAS SONG und LAND AND FREEDOM, noch fremd war."

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