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FAST FOOD NATION

FAST FOOD NATION

Regie Richard Linklater
Kinostart 01.03.2007

Kritiken • FAST FOOD NATION

02. März 2007 | FAST FOOD NATION • Kritik • Der Freitag

Unpathetisch bringt der Film laut Andreas Busche sein Anliegen auf den Punkt. "Schlossers Fakten dienen als tragfähiges Gerüst für eine Handvoll fiktiver Einzelschicksale. Fast Food Nation umgeht nebenbei auch das Problem vieler message movies, die den Zuschauer in eine Art moralische Geiselhaft zu nehmen versuchen (eine Gefahr, vor der Dokumentarfilme noch eher gefeit sind als Spielfilme). Fast Food Nation verhandelt sein Thema extrem entspannt, manchmal kommt sogar Linklaters altes Slacker-Laissez-faire wieder durch. Es wird viel geredet und diskutiert in Fast Food Nation, aber der Holzhammer bleibt stecken."

01. März 2007 | FAST FOOD NATION • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl hat festgestellt: "Nichts wird in FAST FOOD NATION ausgelassen, manches wird drastisch zugespitzt, wichtige Informationen werden ein wenig didaktisch mitgeliefert. Dabei bleibt letztendlich die Frage offen, ob FAST FOOD NATION nicht als Dokumentarfilm besser funktioniert hätte. ... FAST FOOD NATION wirkt manchmal wie einer jener überlangen sozialen Werbespots, in denen es nicht um ein Produkt, sondern um richtiges Verhalten geht. Linklater will aufklären, und um dies zu erreichen, verursacht er Ekel."

01. März 2007 | FAST FOOD NATION • Kritik • Die Tageszeitung

Bemerkenswert unempört befasst sich der Film für Barbara Schweizerhof mit den Missständen in der US-amerikanischen Fleischindustrie. Er "wendet sich nicht an eine Gemeinschaft von Eingeweihten, die Bescheid wissen. Er entlarvt nicht und verlässt sich nicht auf die politische Triebkraft der Empörung. Und gerade deshalb gelingt ihm ein Porträt der Strukturen in der Nahrungsmittelindustrie. Der größte Schrecken besteht darin, dass diese Strukturen sämtliche Lebensbereiche erfasst haben ... In seiner betonten Gelassenheit fordert Linklater den sachlichen Blick: Man darf sich nichts vormachen; irgendwo stecken wir alle bereits mit drin. Und ein bloßes Zeichensetzen wird nicht genügen. Empören müssen wir uns schon selbst, da hilft kein Kino."

01. März 2007 | FAST FOOD NATION • Kritik • Der Tagesspiegel

Ralph Eue ist enttäuscht von dem Thesen-Menü: "FAST FOOD NATION will so spannend sein wie ein Thriller à la John Grisham oder Tom Clancy, sucht aber auch immer wieder den differenzierten, ja engagierten filmischen Diskurs. Diese permanente Verbeugung vor zwei inkompatiblen Zielen lässt Linklaters Film völlig außer Atem geraten, ja, entzieht ihm auf geradezu tragische Weise die Energie. Und in der Mitte verschwindet auch noch der wackere Don Henderson rückstandsfrei aus der Geschichte. ... Linklater dagegen zwingt sie zu Belegstücken seiner Hauptstory namens Hackfleischskandal. Und bald riecht der Film, mit Verlaub, so streng wie sein Gegenstand."

01. März 2007 | FAST FOOD NATION • Kritik • Frankfurter Rundschau

Leider hat es sich der Regisseur zu einfach gemacht, meint Sascha Westphal. Er "erfüllt wirklich jede Erwartung seines Publikums und ermöglicht es ihm damit, in Fast Food Nation nichts als eine Bestätigung der eigenen Überzeugungen zu sehen. Statt den Zuschauer herauszufordern, wiegt er ihn in Sicherheit. Und daran ändert auch sein tatsächlich genialer Schachzug nichts, das Paradoxon dieser Welt mittels fast dokumentarischer Bilder auch ästhetisch zu reproduzieren. Linklater lässt das Dokumentarische und Fiktive seines Films nie zusammenkommen. Sie existieren nebeneinander auf zwei gegensätzlichen Ebenen, die einfach keine Einheit bilden können."

28. Februar 2007 | FAST FOOD NATION • Kritik • film-dienst 05/2007

Recht komplex und widersprüchlich fällt das Bild von der Nahrungskett aus, meint Ulrich Kriest. "Mitunter hat es gar den Anschein, dass Linklaters Idealismus angesichts der disparaten Resultate seiner Recherche hilflos in Sarkasmus umschlägt. ... Genau darin, in seiner Widersprüchlichkeit und Hilflosigkeit, in seinem Wissen um die richtigen Fragen und die fehlenden Antworten, ähnelt der doch manchmal unkonzentrierte und abschweifende Mainstream-Film letztlich doch Geyrhalters meisterlichem UNSER TÄGLICH BROT, der ganz asketisch auf das Erkenntnisinteresse des Zuschauers setzt."

22. Mai 2006 | FAST FOOD NATION • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord faßt ihre Kritik wie folgt zusammen: "Wie sich Linklater die politische Agenda seines Filmes vorstellt, ist einer Szene zu entnehmen, in der eine Gruppe von Schülern darüber debattiert, welche verheerenden ökologischen Folgen die industrialisierte Viehzucht für ihre Stadt hat. Als die Teenager anschließend versuchen, die Kühe freizulassen, rühren sich die Tiere nicht von der Weide weg. Eine schöne Führung des Plots ist das, insofern Linklater hier die großen Worte und hochfliegenden Ideale der jungen Politaktivisten mit dem Stumpfsinn der Kühe konfrontiert."

20. Mai 2006 | FAST FOOD NATION • Kritik • Der Spiegel

Mehr und mehr zerfällt der Film, schreibt Wolfgang Höbel. "Die Kombination einer Story über ausgebeutete Einwanderer und die ekligen Machenschaften der Fleischmafia verrutscht Linklater zu einem weltverbesserischen Traktat, in dem allein die ökologisch engagierten Schüler noch halbwegs Figuren aus, ähem, Fleisch und Blut, ergeben; alle anderen Helden sind aus Tofu. Vermutlich wollte der Regisseur SYRIANA und TRAFFIC ins internationale Metzgermilieu verlegen - am Ende wirkt das ganze wie ein sehr gutgemeinter Schülerfilm aus der gymnasialen Oberstufe: Die Arbeitsgemeinschaft hamburgerkritische Vegetarier ermittelt."

20. Mai 2006 | FAST FOOD NATION • Kritik • Berliner Zeitung

Uninteressant ist der Film nicht, meint Anke Westphal, aber es ist der bislang schwächste des Regisseurs. Er will im Zuge der dokumentarischen Aufklärung und Anti-Bush-Propaganda komplizierte politökonomische Zusammenhänge in einem großen Ensemblefilmen erfassen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Recherchereise.

20. Mai 2006 | FAST FOOD NATION • Kritik • Der Tagesspiegel

Globalisierungskritisch nennt Jan Schulz-Ojala den Film. "Ein bisschen verzettelt Linklater sich in seinen 195 Thesen gegen den real exterminierenden Kapitalismus, brilliert aber mit einer schillernden, äußerst spielfrohen Besetzung – von Bruce Willis, Ethan Hawke, Patricia Arquette bis zu Avril Lavigne. Womit in Cannes vielleicht keine Palmentöpfe, aber reichlich neue Teilzeit-Veganer zu gewinnen sind."

20. Mai 2006 | FAST FOOD NATION • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Zu nett ist das Ganze für Martin Walder. "FAST FOOD NATION versucht in SHORT CUTS- Manier die sozialen Implikationen (die Ausbeutung mexikanischer Immigranten etwa) der Hamburger-Industrie zu beleuchten: als dokumentarisch grundierter Spielfilm mit einigen Hollywood-Stars wie Bruce Willis oder Patricia Arquette. Kein wirklich geglücktes Unternehmen nach dem gleichnamigen Bestseller von Eric Schlosser, weder als soziologischer Essay noch als böse Satire auf die Fast-Food-Gesellschaft."

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