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PANS LABYRINTH

PANS LABYRINTH

Regie Guillermo Del Toro
Kinostart 22.02.2007

Kritiken • PANS LABYRINTH

23. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Der Spiegel

Zauberhaft-anrührend ist das Drama für Andreas Borcholte. "Trotz schwerwiegender Thematik behält der Film eine Leichtigkeit, die ihn selbst am tränenreichen Ende vor zu viel Pathos bewahrt. Kameramann Guillermo Navarro ... entwirft angemessen kraftvolle Chiaroscuro-Bilder, die dem Geschehen tatsächlich etwas Träumerisches verleihen. ... Diese meisterlich erzählte Geschichte wird von hervorragenden Darstellern zum Leben erweckt, allen voran die beim Filmdreh erst elf Jahre alte Ivana Baquero als Ofélia - und Sergí Lopez, der seinem Über-Schurken Vidal bei aller Bosheit auch eine menschliche Facette lässt, durch die der Schrecken erst richtig greifbar wird."

23. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Der Freitag

Traum und Realität kommen in diesem Film auf seltsame Art zusammen, lobt Karl Hafner. "Anders als der Zuschauer vielleicht erwartet, ist es keine schöne Welt, die sich Ofélia zusammenträumt, kein Ort voller Schmetterlinge und weißer Ritter. Ganz im Gegenteil: Die Schrecken der Realität kehren in verkleideter Gestalt in ihren Träumen wieder. Es ist, als lebten hier Goyas Geister in dunklen, ornamentbeladenen Verliesen fort. Der mexikanische Regisseur Del Toro entwirft ein Alptraum-Gemälde in erdigen, dunklen Farben, schön und schrecklich zugleich."

23. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Opulente Fantasy-Szene sah Geri Krebs. "In jenen Momenten, wo sie überborden, droht PANS LABYRINTH zu einer Art politisiertem Harry Potter für Erwachsene zu werden. In seinen besten Momenten dagegen erinnert der Film an den meisterhaften "El espiritu de la colmena" von Victor Erice aus dem Jahr 1973. Dort erlebt ebenfalls ein Mädchen den Horror des Lebens im ländlichen Spanien der 1940er Jahre und imaginiert sich eine Welt, die sie in einem Gruselfilm im Dorfkino kennengelernt hat - ganz ohne lärmiges Spektakel und Special Effects."

22. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Die Tageszeitung

Der Regisseur vollbringt das Kunststück, die historische und die fantastische Ebene auf so unheimliche Weise ineinander zu verweben, dass Barbara Schweizerhof völlig vergessen hat, "darüber nachzudenken, ob sich das eine zum anderen nun allegorisch, symbolisch oder sonst wie verhält. ... Das Besondere an del Toros Film ist der tiefschwarze Pessimismus, der jeden Fantasy-Kitsch im Keim erstickt. ... PAN'S LABYRINTH fasziniert nicht nur wegen seiner visuellen und atmosphärischen Originalität, sondern wegen des tiefen Verständnisses für die verschlungene Wirkungsmacht der Mädchen-Magie."

22. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Der Tagesspiegel

Etwas Außergewöhnliches ist dem Regisseur laut Sebastian Handke gelungen: "Ein Film von atemberaubender Leuchtkraft, der seinen Bedeutungsreichtum fast ausschließlich über die Bilder vermittelt. Überall sind Doppel-, Kontrast- und Spiegelstrukturen zu entdecken, bis in die Farbpaletten von Waldeskälte und uteriner Fantasiewelt hinein. Vielfältige Resonanzen von Bildern, Handlungen und Motiven ergeben eine traurige Allegorie über die Freiheit der Entscheidung, den Tod und den Glauben, über das Ende der Kindheit und die Unschuld."

22. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn ist nicht zufrieden: "Der Regisseur spricht in einem Interview von visuellen Effekten, die Kinder nicht verkraften. Aber Erwachsene müssen das? Hebt es die Moral, wenn man zeigt, wie der Faschismus in Gestalt des Capitans einem vermeintlichen Rebellen mit einer abgebrochenen Flasche bearbeitet, bis sein Kopf in einem blutigen Klumpen verschwindet? Diese "Ästhetik des Schreckens" gibt sich mit der Dämonisierung, moderner gesprochen, mit der Psychopathologisierung des Täters zufrieden, statt die Mechanismen der Propaganda und der Verführung der Masse aufzuzeigen. Die dubiose Gewalt-Nähe der Folter-Bilder entspricht einem Verlangen nach Umerziehung, nicht nach Aufklärung."

22. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck entdeckt viele Verweise: "PAN'S LABYRINTH ist ein düsteres Märchen über die Selbstbestimmung in Zeiten der Diktatur, inspiriert von den Bilderwelten des Lewis Carroll-Illustrators Arthur Rackham, den Fantasmagorien der Schwarzen Bilder von Goya, dem Symbolismus eines Arnold Böcklin und, möglicherweise, den fantastischen Erfindungen in den Filmen des Tschechen Jan Svankmajer – und einer der interessantesten Filme der letzten Jahre."

22. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Junge Welt

Es geht um den Faschismus (oder vielmehr um den Kampf gegen ihn) aus der Perspektive eines adoleszenten Mädchens, schreibt Peer Schmitt. "Herausragend ist in PAN'S LABYRINTH Sergi Lopez' Darstellung eines Über-Faschisten: Patriarchisch bis in die Knochen, sadistisch-lustvoll folternd, hochmütig-elitär die unteren Schichten verachtend bis zum letzten Lichtreflex auf seinen Hochglanzstiefeln und selbstverständlich masochistisch-todesbesessen und blutgeil. Er setzt sich die Rasierklinge mit derselben Lust an die eigene Kehle wie die Kneifzange an die Hand seines Folteropfers. Der Faschismus tötet noch weit mehr als die Seele."

21. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • Berliner Zeitung

Für Bert Rebhandl ist PAN'S LABYRINTH eine phantastische Reise. Und der Regisseur beweist große politische Intelligenz. Der Film zielt "auf einen veränderten Blick auf die Wirklichkeit. Der Faschismus erscheint wie ein Bann, dem sogar die Götter der anderen Welt unterliegen. Mit Blutopfern muss gesühnt werden, wo in der Vergangenheit gefehlt wurde. Diese Logik ist es aber gerade, die überwunden werden muss. Guillermo del Toro, der selbst das Drehbuch geschrieben hat, löst das Problem, indem er der jungen Heldin Ofelia die erwachsene Mercedes an die Seite zu stellen. Sie steht mit beiden Beinen im Leben, sie weist den Ausweg aus dem Labyrinth."

15. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • film-dienst 04/2007

Ausgesucht poetisch und originell findet Rüdiger Suchsland die Bilder. "Del Toro bietet satte, barocke, sinnliche Bilder; es tropft und kleckert – Dreck, Regenwasser, Schleim, Urin und vor allem Blut, viel Blut fließt: Man glaubt die Feuchtigkeit und Kälte zu fühlen, das Moos des Waldes zu riechen. PAN'S LABYRINTH ist eine zwingende, phantasmagorische Genre-Melange mit Bezügen zur Malerei von Goya und zum heidnisch-antiken wie zum christlichen Kosmos: moderne Mythologie und katholisches "Alice im Schreckensland"."

12. Februar 2007 | PANS LABYRINTH • Kritik • br-online.de

Mühelos vermengt der Regisseur Trash, Pop, Comics und Hochkultur, schreibt Florian Kummert; magischer Realismus mit einem verrückten Charme zeichnen seine Werke aus. "Wie in jedem Märchen sind Gut und Böse klar definiert, es gibt die Faschisten und die unterlegenen, tapferen Widerstandskämpfer. Es gibt den grausamen Capitan Vidal und die Heldin, die 11jährige Ofelia. Doch PAN'S LABYRINTH ist kein einfaches Märchen, sondern eine mutige Mixtur aus politischer Parabel, Fantasy und Familientragödie. Vor allem ist es ein bildgewaltiges Meisterwerk, eine Wundertüte an vielschichtigen Emotionen und berührenden Szenen."

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