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DER ITALIENER

DER ITALIENER

Regie Nanni Moretti
Kinostart 12.07.2007

Kritiken • DER ITALIENER

12. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • Berliner Zeitung

Harald Jähner sah keinen Film über Silvio Berlusconi, sondern einen über das Machen eines Films über Berlusconi. "Nanni Moretti hat sich in vielen politischen Initiativen gegen Berlusconi engagiert. Sein Film allerdings wirkt so, als sei das Kino ein viel zu schönes Medium, als es im Direktgang mit dem verhassten Chef der Forza Italia zu verunzieren. In Italien war dieses Spiel über die Bande ziemlich erfolgreich, zumal der Film zwei Wochen vor der Wahl im Frühjahr 2006 startete. Mit einem Jahr Verspätung in Deutschland angelaufen, wird der Film allerdings alle enttäuschen, die über den noch lange nicht zur Ruhe gekommenen Berlusconi mehr erfahren wollen."

12. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • Berliner Zeitung

Marcus Rothe spricht mit Regisseur Nanni Moretti unter anderem über seinen Film DER ITALIENER.

12. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • Die Tageszeitung

Klug und rasant nennt Maxi Obexer die Komödie. "Morettis Film ist keine Generalabrechnung, wie sich das viele erwartet hatten. Berlusconi wird nicht mit einem Schlag rhetorisch, ästhetisch oder moralisch vernichtet, eben weil er sich als giftiges Machtfluidum nicht so leicht vernichten lässt. Berlusconi ist überall. Er ist so sichtbar, dass er schon wieder unsichtbar ist und übersehen wird. Er durchwirkt alles, Institutionen, Transaktionen, Kunstaktionen - und die Menschen darin. Was Moretti gelingt, ist, diese diffuse Omnipräsenz deutlich zu machen, der Versuch, ein Stückchen hinter Berlusconi zu kommen, und sei es nur, um zu entdecken, wie unmöglich es ist, ihm zu entkommen."

12. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann entdeckt die Frage des Films: Was bleibt jenseits der Politik vom Film als Film? DER ITALIENER "ist ein Kaleidoskop-Film, Moretti durchmischt die Handlung mit Traum- und Fantasiesequenzen, in denen Teresas Drehbuch schon beim Lesen als fertiger Film abläuft, stellt hingebungsvoll die Kampf- und Splatterszenen aus KATARAKT nach, lässt Hauptdarsteller Silvio Orlando ähnlich exaltiert agieren wie Roberto Benigni. Und packt uns doch immer wieder ... Ja, auch sentimental ist Moretti, bei aller satirischen Schärfe, sehr anrührend sentimental. Das bleibt, nach aller Politik."

12. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • Neues Deutschland

Gelungen ist der Film für Marion Pietrzok immer lediglich partiell. "Beispielsweise die psychischen Probleme, die die Kinder durch die Trennung der Eltern bekommen. Sie sind dezent angedeutet und zeigen, dass er Kinderschauspieler gut führen kann. Hingegen anderes – bei aller Anerkennung von Morettis Talent fürs Absurde – wird überzeichnet, beispielsweise die Szene, da Bonomo aus dem nächtlichen Schlaf in den Berlusconi-Film-Kulissen durch einen Schaufelbagger geweckt wird, der die Studiowand durchbricht. Ein Einbruch in sein ihm Allerheiligstes. Das ist wohl auch als Metapher für die wirtschaftliche und politische Katastrophe in Berlusconi-Land anzusehen."

12. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • Der Spiegel

Schwierig findet es Birgit Glombitza, noch die richtige Stimmung für einen Film aufzubringen, dessen Hauptfigur längst ins politische Panoptikum gehört. Leider verliert sich der Film über weite Strecken "in dem schwachen Abglanz eines üblichen Nanni-Moretti-Films verliert. Fahrig und blass bleibt DER ITALIENER, der sich zwischen all seinen Erzählangeboten nicht entscheiden kann. ... Am Ende übernimmt Moretti selbst den Berlusconi-Part. Ohne sich auf eine optisch Ähnlichkeit zu trimmen, imitiert er nur xsdessen scharfkantige Aussprache, die pathetische Mimik und die großen Gesten. Von dieser knappen schnörkellosen Klarheit hätte man sich mehr gewünscht."

10. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • programmkino.de

Für Marcus Wessel funktioniert DER ITALIENER "ebenso als tragikomische Chronik einer im Auseinanderbrechen befindlichen Familie. Bruno müht sich redlich, die Risse zu kitten. Doch eine Szene, die ihn und seine Frau beim Spiel mit den Kindern zeigt, reicht aus, um sein Scheitern zu dokumentieren. Morreti wäre aber nicht Moretti würde auf die berufliche wie private Dekonstruktion nicht einen hoffnungsvollen Neuanfang folgen lassen. Da wird plötzlich sogar der Moment der Trennung zu einer heilsamen Erfahrung."

10. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • programmkino.de

DER ITALIENER hat laut Thomas Engel politisch-moralische Qualitäten, die ihm eigentlich ein ständiges Interesse sichern sollten. "Inhaltlich mehrschichtig, zum Teil vom Hauptdarsteller Sylvio Orlando hektisch gespielt, mit einer Unmenge von Szenen ausgestattet, die geschäftlichen Niedergänge, die zerbrochene Ehe, das angeschlagene Verhältnis zu den Kindern und die problematischen Beziehungen zu den Freunden und Mitarbeitern einschließend, präsentiert Moretti den Kern seines Films: die Kritik an Berlusconi und die Klage über gewisse Zustände in seinem Land. Es ist im Grunde ein moralischer Traktat, der universell gilt und nicht nur für Italien."

05. Juli 2007 | DER ITALIENER • Kritik • film-dienst 14/2007

DER ITALIENER legt auf seine Weise Zeugnis von den Schwierigkeiten ab, denen sich Moretti bei einem Film über Berlusconi ausgesetzt sah, meint Stefan Volk. "Statt „einfach“ nur einen Film über Berlusconi zu drehen, hat Moretti auf ebenso unterhaltsame wie intelligente Weise beides getan: einen Film über Berlusconi gedreht und diesem zugleich eine Ebene der medienkritischen Reflexion vorgeschaltet. So erzeugt er eine produktive Reibungsfläche sich durchdringender Wirklichkeitsebenen, bis am Ende in einer dramatischen Schlusssequenz die filmische Realität die Rahmenhandlung überlagert und schließlich verdrängt. Damit regt DER ITALIENER vielleicht mehr zum Nachdenken und "Hinterfragen" an, als es der Film in Form eines reinen Politkinos hätte tun können."

03. November 2006 | DER ITALIENER • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Till Brockmann ist der Film eine Kampfansage an die italienische Normalität. "Wie immer verarbeitet der Autorenfilmer Moretti all das in einem Werk, was ihn persönlich bewegt, und das sind zurzeit: Kino, Politik, Familie. Darin liegt vielleicht die Schwäche von THE CAIMAN: Die Erzählstränge werden nie wirklich verknüpft. Der Regisseur überlässt es dem Zuschauer, Querverbindungen und metaphorische Bedeutungen freizulegen, indem er es bewusst vermieden hat, einen rein politischen oder gar didaktischen Film zu machen - doch auch so wird die gesellschaftliche Depression, die er in seinem Land diagnostiziert, spürbar."

23. Mai 2006 | DER ITALIENER • Kritik • Berliner Zeitung

Morettis neuer Film wird unter dem Aspekt der Berlusconi-Kritik vermarktet; tatsächlich handelt es sich eher um ein Ehedrama - der Regisseur hat sich da nicht ganz entscheiden können, schreibt Anke Westphal. "Nachdem Bruno Bonomo alle Felle davonschwimmen und der Hauptdarsteller wegläuft, tritt zum Ende hin Nanni Moretti selbst als Silvio Berlusconi auf. Der Regisseur lässt den öligen Charme weg, wenn er dessen Ansprachen und Polemiken zitiert. Er spielt den Politiker als sinistren Diktator. Da ahnt man, was diese Enttäuschung für ein wichtiger Film hätte werden können."

23. Mai 2006 | DER ITALIENER • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film ist für Cristina Nord vielleicht ein wenig zu einleuchtend. Der Regisseur "läuft Gefahr, allzu großer Selbstgewissheit zu verfallen, da er von einer politischen Situation erzählt, die so etwas wie die "richtige Seite" tatsächlich kennt. ... In THE CAIMAN schränkt er diesen Nebeneffekt ein, indem er seine Kritik an Berlusconi in eine Film-im-Film-Struktur einbettet. So sind von Anfang an recht viele Ebenen in den Film eingezogen, zu viele, als dass er je den Charakter eines Pamphlets annähme."

23. Mai 2006 | DER ITALIENER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Was sollte man mit diesem italienischen Wahlkampf-Relikt noch anfangen, jetzt, da der Spuk hoffentlich vorbei ist, fragt Daniel Kothenschulte. "Doch ganz im Gegenteil: Auch wenn der Regisseur zum Ende in einem finsteren Filmauftritt die Worte des Moguls selber deklamiert, ist seine Arbeit keine "Abarbeitung". Es ist das künstlerische Dokument einer Depression von mehr als nationaler Reichweite. ... Moretti verewigt eine Ära absurder Wohlstandsversprechen auf scheinbar abseitige Art: als liebevolles Denkmal des unbekannten Berlusconiwählers mit dem Herz am rechten Fleck. Eine bessere Zielgruppe hätte natürlich auch der Wahlkämpfer Moretti nicht finden können."

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