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DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS

DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS

Regie Bohdan Slama
Kinostart 20.04.2006

Kritiken • DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS

21. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Der Freitag

Der Film blickt laut Stefan Kaufer lakonisch auf eine Periode der Zufriedenheit im Leben eigentlicher "Wendeverlierer". "Die Leistung von Bohdan Sláma besteht darin zu zeigen, dass man genau das als "Lebensfreude" begreift: Der glückliche Mensch nimmt einfach nur einen Ausschnitt aus der Realität wahr und läuft mit der rosaroten Brille durch die Gegend. Man weiß nicht, soll man lachen oder weinen über die vierköpfige Möchtegernfamilie ... Bohdan Sláma erzählt seine Geschichte auf verhaltene, unmelodramatische Weise. Seine Figuren sind "normale" Menschen, gefangen irgendwo in der Mitte oder am Ende ihres Lebens, völlig uneitel in Szene gesetzt. Entgegen dieser äußerlichen "Unscheinbarkeit" hat der Film in seinem Herkunftsland Rekorde geschlagen."

20. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Jan Brachmann macht der Regisseur in DIE JAHRESZEIT DES GLüCKS vieles sichtbar, was im Kino oft unsichtbar bleibt. "Dem scheinbar Unansehnlichen von Orten und Menschen weicht er nicht aus. Er zeigt die bleierne Stille, die stummen Vorwürfe beim Familienessen zu Heiligabend im Plattenbau. Er hat einen Blick für dornig-kahle Hagebuttensträucher vor dampfenden Kraftwerksschloten, aber diese Bilder überheben sich nicht gegenüber dem, was sie zeigen. Abfälligkeit ist ihnen fremd. Das Glück, das Monika, Toník und die Kinder sommers im Boot auf dem See vor den Schornsteinen finden, redet der Film nicht klein."

20. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Die Tageszeitung

Man muss schon genau hinsehen, um das Glück zu entdecken in diesem Spielfilm, empfiehlt Wilfried Hippen. "Sláma liebt seine Figuren, und er kennt sie genau mit all ihren Schwächen, Ängsten und Träumen. Auch die Nebenrollen sind mit den renommiertesten tschechischen SchauspielerInnen besetzt, und diese agieren so natürlich und intensiv, dass man diesen Menschen schnell sehr nah kommt. ... Manchmal erfährt man alles Wichtige darüber, wie die Menschen zueinander stehen alleine dadurch, wie sie zusammen an einem Tisch sitzen. Bei uns macht Andreas Dresen ähnliche Filme, und in der Tschechei steht Sláma in der Tradition von Forman und Menzel. Doch er vermeidet hier deren satirische Schärfe und Ironie. Es ist ihm ernst mit dem Glück, und deswegen gelang es ihm, es ganz ohne Pathos und Sentimentalität in ein paar Momenten einzufangen."

20. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn gibt sich der Film mit wenig zufrieden: mit einem wunderbar altmodischen Gespür für Freundschaft und Verantwortungsgefühl. "Die grüne Oase erweist sich als gesellschaftliche Fata Morgana. Was soll werden? Wenn ihr es nicht wisst, sagt der Film, schaut doch auf das, was ist. Reifer sind sie am Ende, die kleinen und großen Glückssucher, fabelhafte Schauspieler alle zusammen. Mag sein, dass die Geschichte nicht gut ausgeht, aber wen hat sie nicht alles zusammen gebracht: Das eher kleine tschechische Kino mit hoffentlich der ganzen Welt."

20. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film entwirft keinen falschen Sozialrealismus und wiederholt auch nicht die Klischees eines Generationenkonflikts, schreibt Kaspar Renner. "Seine Wunschmaschinerie überlässt Slama, der sich schelmisch einen 'permanenten Filmamateur' nennt, nicht zuletzt Improvisation und Zufall. Die Rede, das wirkliche Leben sei wie ein schlechter Film, nimmt er eulenspiegelhaft beim Wort: Die Traumprojekte seiner Protagonisten stürzen derart theatralisch in sich zusammen, dass sie als Kulisse erkennbar werden. So wird am Ende die Desillusionierung zum Effekt."

20. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Neues Deutschland

Obwohl der Film Marion Pietrzok gefallen hat, kritisiert sie doch den erhobenen Zeigefinger. "Eine tragikomische, mit liebevoller Anteilnahme erzählte Geschichte, für die Regisseur Sláma alle Stars des tschechischen Kinos vor die Kamera brachte. Überwiegend übrigens kam die Handkamera zum Einsatz, die ohne gekünstelte Authentizitätshascherei wirklich Nähe schafft. ... Er erfasst in der Zeichnung der verschiedenen Charaktere und Schicksale das, was man nationales Selbstgefühl nennt. Aber ein bisschen aufgetragen wirkt das Plädoyer für Selbststolz vor allem an die Adresse junger Menschen letztlich doch."

19. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • Die Tageszeitung

Claus Löser (TAZ) lüftet das Geheimnis des Cinemascope. Der Regisseur "erzählt seinen Film als Kaleidoskope beifällig abfolgender Ereignisse, verzichtet auf eine umständlichen Exposition, stößt die Zuschauer auf freundliche, doch nachdrückliche Weise mitten hinein in den nordböhmischen Kosmos der zwischenmenschlichen Vergeblichkeiten. Die sozialen Parameter werden präzise beschrieben, Primat haben stets konkrete Menschen, nie übergreifende Erklärungsmodelle. Formal spiegelt sich diese Perspektive in der optischen Nähe zu den Figuren, die zu einem nur scheinbaren Widerspruch zum ausladenden Cinemascope-Format stehen."

18. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • br-online.de

Der sympathische, kleine Film hat Margret Köhlers Herz erwärmt. "Das Hohelied auf die Heimat und die eigenen Wurzeln, angesiedelt zwischen Zukunft und Vergangenheit, überzeugt mehr durch Authentizität denn innovative Bildsprache. Auch wenn man die "Leute von nebenan" in ihrer Unfertigkeit mag, Slama drückt etwas zu stark auf die Tube der Selbstlosigkeit. ... Wenn Monika und Tonik wie Parade-Eltern Kindergeburtstag feiern und bis zum Kitsch heilige Patchwork-Familie mimen, balanciert der Film einen Moment lang auf einem sehr schmalen Grat zur falschen Süße. Wie schön, dass sich der Friede dann doch als trügerisch erweist und die Fragwürdigkeit des Glücks erhalten bleibt."

17. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • fluter.de

Hier wird wahrhaft keine spektakuläre Geschichte geboten, meint Philipp Bühler. "Der Film ist wie Toník. Lieb. Mit einem genauen Blick für die Gemeinheiten des Lebens. Aber nie ohne Hoffnung. Beim tschechischen Publikum hat er damit einen Nerv getroffen. Aber es dürfte niemandem schwer fallen, sich in Pavel Liska wiederzuerkennen, dem bekanntesten Gesicht des tschechischen Kinos. Es wirkt von Anfang an vertraut. So wie das tschechische Kino. In den 1960ern hat man dort angefangen, Nouvelle Vague zu machen, und ist dabei geblieben. Hat sich doch überhaupt nichts verändert."

13. April 2006 | DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS • Kritik • film-dienst 08/2006

Als ironischen Kommentar auf das wenig Perspektiven bietende Leben im postkommunistischen Tschechien liest Alexandra Wach den Film. "Es ist schon erstaunlich, dass ein dermaßen trostloser und desillusionierter Beziehungsreigen in Tschechien alle Zuschauerrekorde brach, denn am Ende ist noch nicht mal klar, ob die einzigen Lichtblicke in Gestalt der engelsgleich selbstlosen Helfer Toník und Monika zueinander finden werden oder ob nicht doch noch der Pragmatismus siegt. Aber vielleicht sind es genau diese melodramatischen Ansätze des Plots, allen voran die spektakulären Ausraster und Sex-Eskapaden der zweifachen Mutter, die für ausreichend Mitgefühl und Identifikation, aber auch für die Befriedigung von Voyeurismus sorgen."

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