Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

DIE ZEIT, DIE BLEIBT

DIE ZEIT, DIE BLEIBT

Regie Francois Ozon
Kinostart 20.04.2006

Kritiken • DIE ZEIT, DIE BLEIBT

28. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Der Freitag

Laut Helmut Merschmann verheddert sich der Regisseur im Netz der Selbstzitate. Der Film gibt "vor, in die Tiefen menschlicher Existenz hinab zu steigen. In Wahrheit vermag er jedoch kaum die oberflächliche Welt der Klischees zu durchdringen. ... Sonderlich viel Sympathie oder gar Empathie für den selbstbezogenen Helden aufzubringen, fällt schwer. Nur skizzenhaft beleuchtet Ozon seinen Protagonisten und scheint sich selbst nur leidlich in ihm zurechtzufinden. Erneut tritt zu Tage, dass der schwule Regisseur - darin Pedro Almodóvar nicht unähnlich - Frauen viel besser zu inszenieren versteht als Männer."

20. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Der Spiegel

Die subtile Chronik eines angekündigten Todes - und ein wunderbares Comeback für Jeanne Moreau sah Birgit Glombitza. "DIE ZEIT, DIE BLEIBT ist ein Film über die letzte menschliche Intimität. Bei Ozon wird daraus eine Inszenierung um einen finalen Augenblick, der wie ein schwarzes Loch alle Erklärungen verschluckt. Der Regisseur hat seine Szenen mit Bedacht um diese Leerstelle herum gebaut. Kein Licht am Ende eines Tunnels, keine Natur in Aufruhr oder Empörung, wie man das sonst vom Meldodrama kennt. Keine Versöhnung. Hier wird niemand besser, weil er verschwindet. Ozons Geschichte vom Sterben ist klar, sachlich und von fast schon rigider Schlichtheit."

20. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Berliner Zeitung

Schlicht nennt Christina Bylow den Film. "Es gibt kein Aufbäumen, keine Wut, keine gesteigerte Intensität - all die Reflexe, die die Nachricht vom vorzeitigen Sterben sonst auslöst, fehlen in diesem Film. Der, den es hier trifft, scheint auf seltsame Weise nie wirklich an das Leben gebunden zu sein - nicht durch ein Werk, nicht durch die Liebe. Die plötzliche Gegenwart des Todes ändert daran nichts. Der Gleichmut, mit dem Romain, seine Katastrophe hinnimmt, ist das Provokative an diesem Film. DIE ZEIT, DIE BLEIBT ist in allem das Gegenteil von Patrice Chéreaus auf der Berlinale 2004 gefeiertem Film SEIN BRUDER, der dasselbe Sujet als gewaltsame Agonie erzählte."

20. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Die Tageszeitung

Claudia Lenssen spricht mit der Schauspielerin Jeanne Moreau über Arbeit und Leidenschaft, Kino in der Sommerfrische und die Frauen ihrer Generation.

20. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Einfach macht es der Regisseur Michael Kohler nicht, die Hauptfigur zu mögen. "Ruhig und unspektakulär erzählt Ozon eine Geschichte, die dem Zuschauer keine allgemeine Moral und keine verbindliche Instanz des Trostes präsentiert. Beistand kann es für Romain nicht geben, außer in der Erinnerung an eine verlorene Unschuld und durch die Würde eines sanften Tods. Sein Sterben vollzieht sich so individuell wie auch sein Leben. Dann wiegt ihn Meeresrauschen in den Dämmerzustand eines ozeanischen Gefühls."

20. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Die Zeit

Michael Naumann unterhält sich mit der Ikone des Autorenkinosüber ihren Ruf als Femme fatale, den Sex der Jugend und ihre Rolle in dem neuen Film DIE ZEIT, DIE BLEIBT.

19. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Berliner Zeitung

Der Filmregisseur François Ozon erzählt Christina Bylow einiges über Krankheit, Familien und seinen Film DIE ZEIT, DIE BLEIBT.

19. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Die Tageszeitung

Für Diedrich Diedrichsen ist der Film schwerer ideologischer Kitsch. "Zunächst ist DIE ZEIT, DIE BLEIBT einer von diesen konservativen Filmen, in dem ein egoistischer Großstädter und Single zu family values erzogen werden soll ... Ozon gelingt [aber eine] überdeterminierte Dreier-Szene wider alle Erwartungen, die die bisher in diesem Film herrschende Lustverteufelung gepflanzt hat. Man sieht tatsächlich einer echten mitreißenden Koproduktion von unterschiedlich motivierten Liebenden zu, deren Körper sich in Lust, Liebe und von sonstigen Motiven angestiftet sich gezielt verschlingen und zugleich clumsy und ungeschickt bleiben, ungeschützt und rührend und dann auch wieder sexy."

19. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein Männer-Melodram sah Christiane Peitz. "Womöglich liegt es an der Distanz: Frauen kann Ozon überzeugender inszenieren. Jeanne Moreau zum Beispiel in ihrer Nebenrolle als Großmutter Laura, der sich Romain bei einem Besuch im Landhaus als Einziger anvertraut. Schließlich eint sie das Wissen um den nahenden Tod. Kurzer, erfrischend unsentimentaler Auftritt einer in Würde gealterten unwürdigen Greisin ... Oder Valeria Bruni-Tedeschi als Zufallsbekanntschaft an der Autobahnraststätte. Die linkisch-verlegene Art, mit der die junge Frau ihren ungewöhnlichen Wunsch vorträgt, berührt einen mehr als die Agonie des Helden. ... Die langen, unspektakulären Einstellungen von Kamerafrau Jeanne Lapoirie grundiert Ozon mit den spirituellen Klängen von Arvo Pärt. Romain, eine moderne Passionsfigur? Es mag respektlos klingen, aber vielleicht hat Ozon einfach zu viel Respekt vor dem Tabu des Sterbens."

19. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Jungle World

Laut Aljoscha Weskott gibt der Regisseur Sentimentalität und Rührung als Kennzeichen des melodramatischen Kinos eine neue Ausrichtung. "Ozons Filmbilder sind dann ein letztes Refugium gegen den unaufhaltsamen Niedergang. Leicht wäre es hingegen gewesen, in Elementarteilchen-Manier seichte Effekte aus Darkroom, Kokainrausch und nahendem Tod herauszuschlagen. In DIE ZEIT, DIE BLEIBT werden diese Arrangements nicht durchstreift, um die Psychologie einer Figur zu ergründen, sondern um Romains umhertaumelnden Körper eigenständig erzählen zu lassen, der begehrenswert, schroff und schonungslos ist: eine perfekte Folie für das Spiel von Identifikation und Nichtidentifikation. Statt der Kultivierung eines Totentanzes erwirkt Ozons Figur eine Neuerfindung des verloren geglaubten Selbstbezugs, obwohl sich Romain im Krieg mit sich befindet."

18. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • br-online.de

Laut Kirsten Liese kommt der Regisseur zurück zu Tiefgründigkeit und visionärer Stärke. Erstaunlich "ist Ozons stilsichere, sensible und berührende Erzählweise, zu der er hier findet. Jeder Gang, jede Geste wirkt verlangsamt, jedes Wort sorgsam gewählt. Dabei blickt Ozon zwar schonungslos sezierend, aber mit dem Auge eines die Schönheit im Hässlichen suchenden Fotografen auf seine Geschichte, und zwar erstmalig im Cinemascope-Format. ... Es liegt eine große Zärtlichkeit in den Bildern dieser kurzen aber intensiven Begegnung, so wie Ozon sie inszeniert. Romain, der vorher allen so widerborstig und aggressiv gegenüber trat, er weicht auf einmal auf, schmiegt sich liebevoll an seine Großmutter, atmet tief durch, lässt Traurigkeit zu, erlebt ganz bewusst die kostbaren Stunden inniger Zweisamkeit ohne viel Gerede."

18. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • br-online.de

Margret Köhler spricht mit dem Regisseur.

15. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz ist Jeanne Moreau begegnet, die über den Blick der Männer, die Jugend von heute und ihren Vater spricht.

13. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • film-dienst 08/2006

Für Horst Peter Koll ist der Regisseur konequent - betont subjektiv, stets in der Möglichkeitsform, modellhaft, aber ohne Modellcharakter inszeniert er seinen Film. "Das ist ebenso provokant wie aufrichtig und eine Haltung, die womöglich relevanter ist als die (überflüssige) Frage danach, ob Ozon dieses 'große' Thema 'bewältigt' habe. Ozon ist ein Suchender, ein Fragender, ebenso skeptisch wie neugierig-radikal, sinnlich wie mutig. DIE ZEIT, DIE BLEIBT markiert keinen Endpunkt dieser (Sinn-)Suche, sondern allenfalls einen Transitpunkt. Es bleibt spannend zu beobachten, wohin die weiteren Filme Ozon führen."

07. April 2006 | DIE ZEIT, DIE BLEIBT • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Dies ist der nachhaltigste Film von François Ozon, meint Marli Feldvoss. "Ozon verschenkt damit aber auch die unmittelbare Körperwahrheit, die brutal den distanzierten Blick - gerade auch eines Fotografen - durchbrechen könnte. Sein Weg ist die Entdeckung der Kindheit, die Flucht in die verlorene Unschuld, die Wiederentdeckung einer Selbstlosigkeit, die sogar den Gebärneid in eine grosszügige Geste verwandelt - eine Läuterungs- und Erlösungs-Saga, die schon in der kurzen Rahmenhandlung vorausgesagt wird."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,39468