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SHNAT EFFES

SHNAT EFFES

Regie Joseph Pitchhadze
Kinostart 13.04.2006

Kritiken • SHNAT EFFES

13. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Kirsten Riesselman reiht der Regisseur "kleinere und größere Dramen aneinander, aber er sucht sie sich in einem großstädtischen Alltag, der die Brandherde aus anderen Ecken anliefert: Ehekrise, Unfall, Jobverlust, Armut, Identitätskrise, Einsamkeit. ... Dem Film ist zugute zu halten, dass die einzelnen Plots nicht mit vollen Segeln auf die Peripetie zusteuern und sie als melodramatische Höhepunkte herausstreichen - alles vollzieht sich ruhig fließend, in angenehm warmen Bildern. Dazu passt die Profilierung der Figuren: Niemand hier muss den Stadtneurotiker, Loser, Fiesling oder eine sonst wie stilisierte Genretype geben. Diese Menschen sind interessant, weil sie viel feiner differenziert sind, normal eben; bis zur letzten Minute entdeckt man noch Neues an ihnen - was sicher auch am Können der Schauspieler, allesamt Stars in Israel, liegt."

13. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ein düsteres Portrait der israelischen Gesellschaft sah Heike Kühn. "SHNAT EFFES hat den Niedergang der israelischen Gesellschaft im Sinn, aber auch eine aufkommende Hoffnung: Nicht alle der Geschichten, die das Spektrum menschlicher Verfehlungen und staatlicher Gleichgültigkeit auffächern, enden im Chaos. Auch in diesem Film gibt es keine Hauptfigur, aber man kann sich auf die Figur des Wohnungsmaklers konzentrieren, der als manischer Egoist eindeutig das Potenzial zur Besserung aufweist."

13. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • Neues Deutschland

Anschauungsunterricht in Sachen Neoliberalismus liefert der Film für Marion Pietrzok. "Jeder der Protagonisten im dritten langen Spielfilm Pitchhadzes ist an einen existenziellen Nullpunkt geraten. So sparsam Pitchhadze die Figuren auch zeichnet, so eindringlich in seiner bitteren Konstatierung des gesellschaftlichen Zustands ist der Film. Einen aussichtsreichen Neubeginn gibt es nur für Ruven. Damit appelliert Pitchadse an die Moral, an die er noch glaubt: Ruven lernt Mitmenschlichkeit. Der Blinde macht uns Sehen. Mit Leichtigkeit ist das schwierige Genre des Episodenfilms gemeistert. Hervorragend der Einsatz der Musik und die Leistung der Darsteller, die zu den besten ihres Landes gehören."

12. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • film-dienst 08/2006

Zufall und Schicksal lassen die Geschichten ineinander fließen, schreibt Wolfgang M. Hamdorf. Leider bleibt der Film "ästhetisch oft dem Niveau eines TV-Movie und einer sterilen Ästhetik verhaftet. Reizvoll ist der Film als elegantes Spiegelbild der Migräne-Anfälle, weniger freilich der wirklichen Leiden einer urbanen Mittelschicht. Immer wieder springt er schnell von einem Handlungsstrang zum nächsten, verwebt Lebenslinien geschickt miteinander, wobei der Eindruck bleibt, dass jede einzelne Stimme ohne die chorale Struktur doch zu wenig Substanz hätte."

12. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • fluter.de

Eine andere Seite von Israel hat Stefanie Zobl gesehen. "Durch die Vielfältigkeit der Charaktere und ihre zwischenmenschlichen Verbindungen entwirft Regisseur und Autor Pitchhadze ein komplexes Bild der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft. Das Grundgefühl des Films ist soziale Kälte und Entfremdung. Mit der Punk-Musik, die den Film wie einen roten Faden durchzieht, setzt der Regisseur den schwierigen Zuständen in seiner Heimat wütenden und hitzigen Protest entgegen. Tatsächlich finden die Auseinandersetzungen mit den Palästinensern oder auch religiöse Themen keinerlei Beachtung in der Geschichte – dafür aber das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf ..."

06. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • Berliner Zeitung

Ein Panorama der israelischen Gesellschaft in der Gegenwart sah Bert Rebhandl. "Die vielen Figuren, die einander hier ständig über den Weg laufen, leiden nicht unter dem Palästinakonflikt, sondern unter den je eigenen Verletzlichkeiten und den Verletzungen, die sie einander nie direkt, sondern wie bei einem Staffelrennen zufügen - der Leidensdruck nimmt nie zu oder ab, er verteilt sich nur unter dem weit gefächerten Personal dieses Films. ... Das Prinzip der SHORT CUTS ist verführerisch, weil es eine offene Form suggeriert, wo in Wahrheit der Erzähler mehr Abkürzungen nimmt, als gewöhnlich das Leben in modernen Gesellschaften. Pitchhadze erzeugt daraus jedoch eine hypnotische, gedrückte Stimmung, die SHNAT EFFES eine ganz eigene Attraktivität verleiht."

06. April 2006 | SHNAT EFFES • Kritik • Der Tagesspiegel

Mit Nacherzählung ist diesem Film kaum beizukommen, meint Silvia Hallensleben. "Wer von einem israelischen Film Holocaust-Thematik und bekennendes Judentum erwartet, wird vom 'Jahr null', so die Übersetzung des Originaltitels, enttäuscht sein. Pitchhadze, 1972 als Kind aus Georgien nach Israel gekommen, interessiert sich eher für die sozialen und moralischen Verwerfungen einer Gesellschaft, der die letzten Reste ihrer Gründungsideale verloren gehen. ... SHNAT EFFES gibt sich dabei weniger anklagend als analytisch, auch wenn das Herz des Regisseurs wohl am ehesten bei den Punks schlägt, deren Geschichte Kagan recherchiert. So ist die Szene, die Altpunker Robinson beim Demolieren eines Autos zeigt, die ausgelassenste in einem Film, der auch sonst gerne kleine körperliche Gegenattacken der Erniedrigten an ihren Drangsalierern inszeniert."

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