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HAVANNA BLUES

HAVANNA BLUES

Regie Benito Zambrano
Kinostart 30.03.2006

Kritiken • HAVANNA BLUES

30. März 2006 | HAVANNA BLUES • Kritik • Berliner Zeitung

Einen bittersüßen Musikfilm sah Philipp Bühler. "Hier ist die Kunst politisch. Stellt sie doch all die Fragen, die Kubanern heute auf den Nägeln brennen. Auf Kuba, so lässt es sich zusammenfassen, kann man nicht leben. Aber woanders schon gar nicht. Auf dem Filmfestival in Havanna gab es dafür viel Beifall. In der sozialistischen Führung dürfte er gedämpfter ausfallen. Genau so wie - das ist sein Paradox - in Miami. Und die Linkspartei wird darüber wohl in die Brüche gehen. Wir hingegen, der "kubanische Markt", bekommen mal wieder den vollen Cuba Libre. Heiße Rhythmen und pralle Lebenslust, vermengt mit einem bittersüßen Schuss Kritik, eingeschenkt von den Kindern von Marx und Tropi-Cola."

30. März 2006 | HAVANNA BLUES • Kritik • Die Tageszeitung

Für das kubanische Filmschaffen ist der Film laut Roberto Gonzalez ein Paradox. "Er erschließt das Genre des Musikfilms neu, und zwar aus der Perspektive eines Ausländers - Zambrano ist Spanier. Obwohl die populäre Musik auf Kuba eine große Bedeutung genießt, spielt das Genre des Musikfilms kaum eine Rolle, da es vom Kanon des revolutionären Kinos 47 Jahre lang an den Rand gedrängt wurde. Zambrano gelingt es nun, das Musical zu "kubanisieren", ohne dass er dabei die Vorgaben des Genres vernachlässigte. Genauso wenig gibt sich HAVANNA BLUES der Nostalgie und dem Hang zum Sittengemälde hin, der dem prä-revolutionären Kino eigen war."

30. März 2006 | HAVANNA BLUES • Kritik • Der Tagesspiegel

Sich nicht vom Titel täuschen lassen, empfiehlt Roman Rhode. "Eindringlich stellt Zambrano die Zerrissenheit der Musiker dar, die zwischen der Heimat mitsamt gängelndem Tropensozialismus und Mangelwirtschaft, einem goldenen Käfig im Exil und persönlicher Würde abwägen müssen. ... Wie in dieser tragisch-fulminanten Schlussszene Konzert und Flucht ineinandergeschnitten sind, ist ergreifend. 'Arenas de Soledad' spielt die Band – schwermütigen Gitarrenrock an einem einsamen Strand unterm kaputten Dach eines verfallenen Saals. Havanna, so zeigt Zambrano, hat das Recht, um die Flüchtlinge und die Bleibenden zu weinen, egal zu welchem Rhythmus."

30. März 2006 | HAVANNA BLUES • Kritik • film-dienst 07/2006

Die Musik hat nichts mit der regierungsoffiziellen Wirklichkeit zu tun und liegt jenseits greiser "Buena Vista Social Club"-Romantik oder eintöniger Salsa-Lebenslust, schreibt Wolfgang M. Hamdorf. "HAVANNA BLUES ist ein Musikfilm der besonderen Art, mit überraschenden Songs fern exotischer Autofriedhof-Romantik, der nah und lebendig eine neue kubanische Jugendkultur schildert. Regisseur Benito Zambrano kennt Kuba und weiß, wovon er spricht ... Auch von daher ist HAVANNA BLUES ein lebendiges Porträt der kubanischen Hauptstadt und ihrer Bewohner, mit magischen Drehorten, die über das Postkartenbild der Karibikinsel hinausgehen, ohne die Gegenwart zu verklären."

29. März 2006 | HAVANNA BLUES • Kritik • fluter.de

Dass ein Film wie HAVANNA BLUES überhaupt entstehen konnte, zeigt allerdings, dass sich auch im Reich von Fidel Castro etwas bewegt, wenn auch nur gemächlich, meint Thomas Winkler. "Die Zensur nahm zwar in der Drehbuchphase Einfluss, weswegen nun reichlich Rum getrunken, aber sonst keine Drogen konsumiert werden. Ansonsten aber ließ man den Filmemachern alle Freiheiten und so spricht HAVANNA BLUES nun alle drängenden Probleme des Inselstaates an: Arbeitslosigkeit und Unterversorgung, eine Jugend ohne Perspektive, die so massenhafte wie illegale Emigration und die Trauer der Zurückgelassenen. Ob der Film aber jemals in die kubanischen Kinos kommt, das ist immer noch zweifelhaft."

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