Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

GELIEBTE LÜGEN

GELIEBTE LÜGEN

Regie Julian Fellowes
Kinostart 23.03.2006

Kritiken • GELIEBTE LÜGEN

23. März 2006 | GELIEBTE LÜGEN • Kritik • Berliner Zeitung

Prachtvoll, böse, zärtlich nennt Philipp Bühler den Film. "So viel in GELIEBTE LüGEN auch gelogen wird: Fellowes plant keine Demontage. Wie Chabrol, seinerzeit in einer vergleichsweise milden Phase, hält er sich an die alte Filmweisheit, wonach die Welt eben darum so schrecklich ist, weil jeder seine Gründe hat. Es ist die Handlungslogik einer urbritischen Crime-Story, die diesen Film immer weiter in den moralischen Sumpf treibt. Vor dem Untergang bewahrt ihn auch eine ausgezeichnete Besetzung. ... GELIEBTE LüGEN ist ein psychologischer Thriller, der seine seelischen Feinheiten nebenbei einfließen lässt, ohne dabei eine Sekunde zu verschenken. Mit der beglückenden Ökonomie eines Fernsehspiels schafft Fellowes ein starkes Stück Erwachsenenkino. Was am Ende bleibt, ist nicht mehr die grausame Frage nach Lüge und Wahrheit, sondern eine unverhoffte Zärtlichkeit."

23. März 2006 | GELIEBTE LÜGEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Bestechend klug ist das Werk für Heike Kühn. "In einer atemberaubenden Wendung des Films reichen sich Unterschicht und Oberschicht die Hände zu einem Bund, der ausnahmsweise einmal nicht durch Geld, sondern durch Liebe und Verehrung geschlossen wird. Subtiler kann man das Ideal der blinden Justitia kaum kritisieren: Was nützt die Wahrheit, was der gelöste Kriminalfall, wenn der menschliche Faktor nicht berücksichtigt wird? Die großen Gefühle des Kinos sind schön anzuschauen, weil man sie nicht selbst erleiden muss. Hass, Eifersucht, unversöhnliche Rache, das alles ist leicht zu haben und verglüht im Feuerwerk der Dramaturgie. Die kleinen Gefühle, die Kompromisse und geliebte Lügen nach sich ziehen, brauchen ein größeres Können: psychologisches Einfühlungsvermögen, das Ineinander von Kränkung und Sehnsucht, das Fellowes Film als conditio humana wiederentdeckt und brillant verteidigt."

23. März 2006 | GELIEBTE LÜGEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Julia Amalia Heyer ist begeistert. "In eindringlichen, unaufgeregten Bildern seziert Fellowes eine Ehe, und mit der Präzision eines Skalpells löst der Film eine Schicht nach der anderen, um zur Wahrheit vorzudringen. Die Figuren dürfen dabei immer abwägen: Liebe und Träume gegen Konventionen und Prestige. Dennoch sind ihre Beweggründe nie eindimensional. ... Die Dialoge sind mitunter so wahrhaftig, dass man meinen könnte, Ingmar Bergman habe Fellowes beim Skript über die Schulter geschaut und ihm wohlwollend zugezwinkert. Die hervorragenden Darsteller tun ihr übriges."

22. März 2006 | GELIEBTE LÜGEN • Kritik • fluter.de

Exquisit bebildert ist die Geschichte für Sascha Rettig. "Schnell häutet sich GELIEBTE LüGEN dabei zum Drama, das nicht die Spannung, sondern die moralischen Fragen der Unfallschuld und die präzise Beobachtung von Lebenslügen, Geheimnissen und versuchten Vertuschungen in den Vordergrund stellt. Für sein intelligentes wie unberechenbares Beziehungsgeflecht hat Fellowes drei hervorragende Darsteller/innen gecastet: Everett als sexy machohafter und zynischer Upper-Class-Snob. Watson als Ehefrau, die Konsequenzen aus ihrer ehelichen Leere zieht. Und vor allem Wilkinson, dessen Leben vor seinen Augen zerfällt und in dem atemberaubend die Hilflosigkeit, der Zweifel und die Liebe ablesbar werden, an der er um jeden Preis festhalten will."

16. März 2006 | GELIEBTE LÜGEN • Kritik • film-dienst 06/2006

Ein glänzendes Regiedebüt sah Felicitas Kleiner. Der Regisseur entpuppt sich "als brillanter Dialogschreiber und kluger Beobachter der High Society, dem der komplizierte Spagat gelingt, schonungslos die Lebenslügen der Figuren bloßzulegen, ohne sie zu denunzieren und ihnen ihre Würde und das Mitgefühl der Zuschauer zu nehmen. Das wohlgeordnete, großbürgerliche Ambiente der Mannings wird von Fellowes, seiner Ausstatterin Alison Riva und seinem Kameramann Tony Pierce-Roberts in ausgesucht geschmackvollen Bildern in gedeckten Farben in Szene gesetzt; zugleich wirkt deren Textur jedoch rau, als solle damit auf die Brüchigkeit der Oberfläche verwiesen werden."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,3375