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INSIDE MAN

INSIDE MAN

Regie Spike Lee
Kinostart 23.03.2006

Kritiken • INSIDE MAN

25. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Junge Welt

Spike Lee hat seinen ersten waschechten Genrefilm gedreht, natürlich nicht, ohne mit dem Thrillergenre ein angemessen falsches Spiel zu treiben, ment Peer Schmitt. "Die Ununterscheidbarkeit zwischen Geiseln und Geiselnehmern ('im Overall sind alle gleich' Berliner Zeitung) ist vielleicht die böseste Wahrheit des Films. Und das nicht nur, weil jedes Verhör zwangsläufig Verdächtige/Schuldige produziert. Man muß in diesem Zusammenhang nur an die jüngsten Debatten um die Nützlichkeit von sogenannter milder Folter zur Terrorprävention denken und es wird einem ziemlich mulmig. Die Hinweise auf Debatten solcher Art gehören jedenfalls zur interessanteren Schmuggelware in Lees ansonsten schon fast zu lässigem Film."

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Der Spiegel

Unter der Thriller-Handlung verbirgt sich ätzende Kritik an der Rassen- und Kriegspolitik Amerikas, meint Uh-Young Kim. "Kriegsgeschäfte bilden den roten Faden zwischen dem Klassiker und seinem Widergänger unter anderen Vorzeichen. Dabei eröffnet sich ein Kontinuum der Bereicherung auf Kosten anderer, vom Zweiten Weltkrieg über Vietnam und den Kalten Krieg bis zum Krieg gegen den Terror. Mit offensichtlichen Anspielungen wird nicht gegeizt. So weist die blutbefleckte Geschichte des Bankchefs Arthur Case deutliche Parallelen zu den Geschäftsverbindungen von George W. Bushs Großvater Prescott Bush zum Nazi-Regime auf. Mit dem Profit wurde das Familienimperium aufgebaut."

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Berliner Zeitung

Clever, spannend und sarkastisch ist der Film für Anke Westphal. "Wenn Spike Lee keinesfalls einen Film machen wollte, dem man sein Ende schon nach zehn Minuten ansieht, so ist ihm das vollauf gelungen. INSIDE MAN ist eine Art eierlegende Wollmilchsau: ein Strategiespiel, ein Einspruch gegen die Beschneidung der Bürgerrechte und ein freches, buntes Puzzle aus verschiedenen Zeit- und Motivationsebenen mit clever eingebautem Sarkasmusantrieb. ... Das kann man gern als aktuellen Kommentar des Regisseurs deuten - ebenso wie die Tatsache, dass Russell alle Leute in der Bank, Schwarze, Weiße, Gangster, Geiseln, in dieselben Overalls steckt. Tatsächlich ist Spike Lee ein unterhaltsamer, intelligenter und zugänglicher Film geglückt, doch "zugänglich" ist eine Zuschreibung, die ihm nicht besonders viel sagt."

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Die Tageszeitung

Mit seinem neuen Film INSIDE MAN bewegt sich Spike Lee virtuos im Genre des Caper-Movies. Seine Bankräuber arbeiten am perfekten Coup, sein Ermittler glänzt durch Schlagfertigkeit, und Jodie Foster ist besser denn je, faßt es Jan Distelmeyer zusammen.

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ungewöhnliche Allianzen - politisches Kino als Theatercoup und Vaudeville der Hautfarben und Kulturen - hat Michael Kohler wahrgenommen. Aber "die optisch überhitzten Kamerafahrten durchs Milieu enden meist in einem vertrackten Lehrstück. Doch zu Ende gedacht wirken seine didaktischen Fabeln nie, und oft genug kommt dem rigiden Moralisten sein kaum weniger ausgeprägter Sinn fürs Ästhetisch-Turbulente in die Quere. Auch INSIDE MAN wird von diesem Wankelmut bestimmt: Der Film ist mehr, als das Rififi-Genre verlangt, aber zugleich weniger als das von Lee angestrebte und mit schnellen Strichen auf die Leinwand geworfene Gesellschaftspanorama seiner Stadt."

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Der Tagesspiegel

Die raffinierte Bankräuber-Farce hat Christiane Peitz trotz ein paar Ungereimtheiten überzeugt. "Spike Lee ist nämlich in Hochform. Montiert den Bruch samt Polizeibelagerung und die späteren Verhöre in einer eleganten Parallelmontage. Und inszeniert mit leichter Hand Multikulti-New York ein paar Jahre nach 9/11, eine Stadt, die die Angst trotzig in ihren Alltag integriert hat. Fast schon altersweise, aber ebenso illusionslos wie in Lees Black-Cinema-Klassikern."

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • epd-film 04/2006

Untypisch findet Georg Seeßlen den Film nur auf den ersten Blick. Alles dreht sich "immer wieder um und um; bis zum Schluss bleibt das Spiel für Überraschungen gut. Man kann nicht sagen, dass es in diesem Film keine Gewalt gibt, dennoch ist Inside Man das Gegenteil jener Hass- und Kill-Filme, an die man sich im Blockbuster-Kino gewöhnt hat. Genauer gesagt, treibt Spike Lee sogar ein ziemlich raffiniertes Spiel mit unserer Erwartung von Gewalt. Man kann INSIDE MAN als den „kommerziellsten“ Film des Regisseurs betrachten, weil er das Genre bedient, Stars einsetzt, Action und Schauwerte türmt – ganz abgesehen vom New- York-Feeling, das so schwer zu beschreiben wie elektrisierend ist. Alle Formeln werden zunächst einmal verwendet ... Man hat das alles schon mal gesehen und sieht es hier doch ganz anders."

23. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Thomas Binotto nennt INSIDE MAN raffiniert. "Spike Lees INSIDE MAN ist ein rundum überzeugendes, weil konsequent unglaubliches trompe l'œil, das sich nicht mit den sattsam bekannten langwierigen (und meist auch langweiligen) Vorbereitungen auf den grossen Bruch abgibt, sondern gleich aufs Ganze geht. ... Spike Lees Inszenierung ist derart geschmeidig, das Spiel mit Erzählebenen und -stilen derart raffiniert, dass man sich nur zu gern täuschen lässt. Aber selbst dieser eleganten Fassade kann man nicht trauen, weil dahinter rohe Gewalt lauert und man jederzeit damit rechnen muss, dass das Gaunerstück in ein Blutbad mündet."

22. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • fluter.de

Das Puzzlespiel hat Sascha Rettig überzeugt. Die Starbesetzung taktiert sich "durch ein spannendes Katz-Maus-Spielchen, das sich vor allem zwischen dem von Denzel Washington etwas selbstverliebt verkörperten Cop und dem charismatischen, fast sympathischeren Bankräuber Clive Owen entspult – zu dem später noch Jodie Foster stößt, die im Auftrag des Bankbesitzers verhindern soll, dass der Inhalt des Schließfachs an die Öffentlichkeit gerät. In coolen, klaren Bildern hat Regisseur Lee dabei diesen puzzeligen wie lässig unterhaltsamen Abstecher in den Thriller-Mainstream inszeniert."

16. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus spricht mit Filmemacher Spike Lee über amerikanische Ahnungslosigkeit, den Kampf der Kulturen in New York und seinen neuen Film.

15. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • br-online.de

Der Film glänzt laut Florian Kummert durch Lässigkeit und mit einem Star-Ensemble. "Ein solides Werk, das zwischen den Zeilen die Rassismus-Debatten durchschimmern lässt, aber in erster Linie unterhalten will, und das macht der Film sehr gut. Vor allem strahlt INSIDE MAN eine Lockerheit und Lässigkeit aus, die die meisten bierernsten High-Tech-Thriller von heute vermissen lassen. ... Die asynchrone Erzählstruktur, die die Geiselnahme mit den späteren Zeugenaussagen vermischt, sorgt für einige clevere Überraschungen. Und indirekt bekommt auch George W. Bush sein Fett ab. Die düstere Vergangenheit von Bankdirektor Case erinnert stark an Bushs Großvater Prescott, dessen Bank während des Zweiten Weltkriegs gewinnbringend mit den Nazis zusammenarbeitete. Ganz kann auch Spike Lee bei einem Mainstram-Film nicht aus seiner Haut und das ist gut so."

13. März 2006 | INSIDE MAN • Kritik • film-dienst 06/2006

Der Regisseur fordert das Publikum spielerisch dazu heraus, seinen Verstand mit dem seines Helden, schreibt Jörg Gerle. "Der Plan der Drehbuchautoren Russell Gewirtz und Menno Meyjes ist klug; erst langsam verraten sie dem Publikum ihre Tricks ... Gewiss gehört das Drehbuch zweier Filmdebütanten zu den originellsten Genrevariationen der letzten Jahre. Spike Lee, der in letzter Zeit eher verquaste, um politische Botschaften bemühte Stoffe verfilmte und damit scheiterte, versucht sich hier erfolgreich an einer klassischen Genregeschichte. Dafür hat er ein beachtliches Star-Ensemble engagiert, das, dem Credo der Geschichte gemäß, vor Intelligenz nur so funkelt."

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