Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

HITLERKANTATE

HITLERKANTATE

Regie Jutta Brückner
Kinostart 18.05.2006

Kritiken • HITLERKANTATE

26. Mai 2006 | HITLERKANTATE • Kritik • Der Freitag

Für Georg Seeßlen rebelliert die Regisseurin erfolgreich gegen die Korruption in den Faschismus-Bildern des deutschen Kinos. Der Film macht einen entschiedenen Schritt zurück, "um vorwärts zu kommen. Zurück in den Diskurs, zurück in die filmische Reflektion und Selbstreflektion, zurück nicht zuletzt zur Verantwortlichkeit des Autors. Hitlerkantate ist, wie gesagt, kein einfacher, genauer: kein vereinfachender Film. Er erzählt nicht einfach eine Geschichte, schön sortiert nach Anfang, Mittelteil und Schluss, oder nach Problem, Opfer und Lösung, sondern er entfaltet in verschiedenen Szenen verschiedene Aspekte der Frage nach Sexualität und Faschismus, oder auch "Frau und Faschismus" (eine Skandalfrage, ohnehin und immer noch)."

20. Mai 2006 | HITLERKANTATE • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Stephan Speicher verbreitet der Film sonst bekannte und bewährte Ansichten über das Dritte Reich. "Sicherlich hat Jutta Brückner viel Wert auf Ausstattung und Atmosphäre gelegt, man erkennt das Bemühen um eine eigene Bildsprache. Aber Atmosphäre wird eben nicht beim Ausstatter bestellt, sie ergibt sich in mindestens gleichem Maße aus der Geschichte und der Geschichte der Figuren. Dafür aber fehlt es an Entfaltungsraum. So bleibt trotz des Bemühens alles flach. Auch Hilmar Thate kann das nicht bessern, Broch ist ein bloßer Opportunist."

20. Mai 2006 | HITLERKANTATE • Kritik • Die Tageszeitung

HITLERKANTATE thematisiert die ideologische Auseinandersetzungen über Politik und Musik, Dur und Moll, Romantik und Realismus, schreibt Madeleine Bernsdorff. "Das alles klingt ein bisschen unfassbar, thematisiert dauernd seine eigene Konstruiertheit und entrollt sich vor unseren Augen mit Humor und den eindrucksvollen Bildfindungen des Kameramanns Thomas Mauch. Hilmar Thate spielt mit atemberaubender Präsenz und repräsentiert etwas Väterlich-Bohèmehaftes, das allerlei Anlehnungsfantasien provoziert, und dann läuft er mit einer jetztzeitigen Barbourjacke durch den finnischen Wald. Die Trugbilder weiblicher Autonomie, bedingungsloser Hingabe bleiben historisch vermittelt."

18. Mai 2006 | HITLERKANTATE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Leider haben die Filmemacher laut Michael Kohler mehrere gute Filme in einen schlechten Film gepackt, den die Regisseurin zudem ruiniert hat. "Das Tragische daran ist, dass jede ihrer Figuren nicht nur Besseres, sondern ein wirklich kluges Werk verdient gehabt hätte. ... Steif bewegt sich die ehrgeizige Elevin durch einen moralischen Parcours aus künstlerischem Selbstbehauptungswillen und sexuell gefärbter Selbstaufgabe (Leni Riefenstahl lässt grüßen), während Hilmar Thate als von sich selbst angewiderter Musikergenius seinen Charakterkopf in gewohnt theatralischer Manier ins Bild schiebt - gerne auch im helldunkel ausgeleuchteten Profil."

17. Mai 2006 | HITLERKANTATE • Kritik • fluter.de

Ein Publikumsereignis ist HITLERKANTATE für Susanne Gupta. "Mit Finesse hat Brückner an allen Figuren in "Hitlerkantate" gefeilt. Sie sind ambivalent, gebrochen, nie nur gut oder böse, was sie so interessant macht: Ursulas Verlobter Gottfried etwa ist ein unbedarfter Jung-Akademiker mit guten Manieren, der ins Zentrum des Unterdrückungsapparates gelangt. Oder die blonde Jüdin Gisela, die gern ein BDM-Mädel wäre. Neben den beeindruckenden Schauspielleistungen von Lena Lauzemis in der Rolle der Ursula und Hilmar Thate als Broch trägt die hintergründige Filmmusik mit Motiven aus der deutschen Romantik, komponiert von Peter Gotthard, zur Wirkung des Films bei. Das subtile Spiel zwischen Suggestion und analytischer Distanz hat Jutta Brückner in ihrem neuen Film meisterhaft inszeniert."

11. Mai 2006 | HITLERKANTATE • Kritik • film-dienst 10/2006

Laut Ulrich Kriest zeigt der Film "deutlich die permanente Überforderung der Akteure durch die eigene Ideologie und das pragmatische Verbiegen der widersprüchlichen Realität. ... Verglichen mit der mittlerweile gängigen filmischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit wirkt HITLERKANTATE zunächst altmodisch, spröde und intellektuell überdeterminiert ... HITLERKANTATE will möglichst viele Facetten der komplexen Thematik mittels symbolisch anspruchsvoller Einstellungen und anti-naturalistisch verdichteter Dialoge zum Klingen bringen, was mitunter an die stilisierten Spielfilmversuche von Harun Farocki oder Ingemo Engström erinnert. Lässt man sich darauf ein, wird man mit diskussionswürdigen Einsichten und originellen filmischen Lösungen belohnt."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,34109