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DER TIGER UND DER SCHNEE

DER TIGER UND DER SCHNEE

Regie Roberto Benigni
Kinostart 30.03.2006

Kritiken • DER TIGER UND DER SCHNEE

30. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Berliner Zeitung

Das Bewundernswerteste an Roberto Benigni ist seine Ehefrau, meint Harald Jähner. "DER TIGER UND DER SCHNEE ist so irrsinnig kitschig, dass es ins Surrealistische umschlägt, und so selbstverliebt, dass es einen schon wieder zutiefst anrührt. Die absurd heroischen Skulpturen des Saddam-Hussein-Regimes, die den Film bevölkern, passen auf sonderbare Weise in dessen liebesheroische Ästhetik. Man ist von der ungezügelten Selbstdarstellungslust so angetan wie irritiert. Peinlich triviale Stellen wechseln ab mit raffiniert kalkuliertem Witz. So übertrieben wie Benignis Gestik ist die ganze Dramaturgie des Films: Er redet, den übrigen Figuren bleiben eigentlich nur Blicke."

30. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler sagt es unumwunden: "Leider stößt Benignis Filmkunst beständig an die engen Grenzen seines Egos. ... Über den Schauspieler Roberto Benigni kann man vielleicht noch geteilter Meinung sein, als Regisseur ist er jedoch der klassische Fall des blinden Huhns, das mal ein Korn gefunden hat und seitdem aufgeregter denn je durch die Filmgeschichte gackert. Der Satz "Hofnarr bleib bei deinen Streichen" liegt einem auf der Zunge, denn wie sich Attilio de Giovanni wild gestikulierend und unaufhörlich redend durch die Fronten schlägt, das hätte durchaus das Zeug zu einer passablen Kriegsfarce gehabt. Doch Benigni sucht Tragik und Poesie - und findet immer nur sich selbst."

30. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • film-dienst 07/2006

In vielen Teilen erinnert der Film Wolfgang M. Hamdorf an DAS LEBEN IST SCHÖN erinnert. "Der Krieg im Irak dient als opportuner Kontext einer kitschigen Liebesgeschichte, einer sentimentalen Komödie vor sensationalistischem Hintergrund. Dabei ist die narrative Struktur durchaus interessant: Benigni mischt die Handlungsebenen Gegenwart, Vergangenheit und Wunschvorstellungen, doch die Mischung misslingt. Mit DAS LEBEN IST SCHÖN stand er auf der richtigen Seite einer feinen Grenze zwischen Kitsch und Gefühlskino, doch nun hat er sich auf die falsche Seite verirrt – hektischer Optimismus im apokalyptischen Umfeld macht noch lange keine Poesie."

30. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • epd-film 04/2006

Dieser Mann findet sich schön, ohne Zweifel, stellt Marli Feldvoß fest. "Der Film über die Liebe, so rein wie Schnee und so wild wie ein Tiger, kennt eigentlich keine richtige Handlung und keine wirklichen Protagonisten, sondern folgt nur dem Gefühl, das eine einzelne Kreatur genauso wichtig nimmt wie die vielen potenziellen Opfer, die der Kriegsschauplatz Irak fordern wird, und formt es zur Parabel. Eine Art Antikriegsfilm also, auch das, der die Fronten abbaut, sich spielerisch, clownesk, wie der jüdische Kellner oder Friseur über die mörderischen Triebe erhebt und nur einmal in die Nähe der Verzweiflung gerät, wenn sich der Dichter Fuad erhängt."

30. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke spricht mit dem Regisseur.

30. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Der Tagesspiegel

Zappelnd und plappernd erfüllt ein Dichter für Sebastian Handke seine romantische Mission. "Der Hauptunterschied zwischen Benignis beiden Filmen liegt aber in der Rolle des gesprochenen Wortes. In DAS LEBEN IST SCHÖN ging es vor allem um die grotesken Bemühungen eines Vaters, mit immer neuen Lügen das Inferno vor seinem Sohn plappernd in ein Spiel zu verwandeln. In einem emphatischen Liebesmärchen wie DER TIGER UND DER SCHNEE dagegen wirkt jedes überflüssige Wort wie ein Sargnagel für dessen poetische Wirkung. Doch Benigni kann leider nicht an sich halten. Jede Szene ist mindestens eine Minute zu lang, weil der hüpfende Kasper nicht von seiner hypermotorischen Einmannschau ablassen mag."

29. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • fluter.de

Der italienische Komiker kann offenbar gar nicht anders, als permanent seine Qualitäten als begnadete Quasselstrippe und Nervensäge auszuspielen, meint Philipp Bühler. "Benigni begibt sich freiwillig unter Kitschverdacht, aber in seinen besten Momenten wird bei ihm der Kitsch zur Waffe, gegen eine Welt, die so, wie sie ist, niemandem gefällt. Er lässt gar keinen Zweifel daran, dass das Leben immer noch nicht schön ist. Aber man muss es wenigstens glauben dürfen. Denn sonst könnte man, wie er im Film einmal sagt, 'diese ganze Inszenierung einer sich drehenden Welt einpacken und abtransportieren!'."

29. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • br-online.de

Eine große Liebesgeschichte voller Poesie und Fantasie sah Margret Köhler. "Wer einen logischen Strang oder Plausibilität sucht, steht auf verlorenem Posten, es dominieren Paradoxie und Absurdität. Natürlich könnte niemand im Irak so unbehelligt durch Minenfelder stolpern, grimmige Amerikaner mit italienischem Charme umgarnen, Straßenkontrollen und Plünderer leichtfüßig umgehen oder gar ein Sauerstoffgerät und einen Tropf für intravenöse Ernährung auftreiben. Jenseits jeglicher Vernunft spielt sich der Kampf mit den Unwägsamkeiten des Überlebens inmitten von Chaos ab. Benigni konfrontiert immer wieder den Mut der Verzweiflung mit innerer Trauer über die Unfähigkeit zum Frieden, verteidigt das Prinzip Hoffnung."

02. März 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Die Zeit

Petra Reski interviewt den Regisseur und Schauspieler Roberto Benigni über sein Verhältnis zu Silivo Berlusconi, Sex in den Zeiten des Irak-Kriegs und seinen neuen Film DER TIGER UND DER SCHNEE.

18. Februar 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Berliner Zeitung

Eine weitere Variante des Haupthemas von Roberto Benigni sah Harald Jähner. "Roberto Benigni kämpft wieder mit allen Mitteln um die Liebe, auch und gerade um die Liebe der Zuschauer, mit Händen und Füßen, mit einem strudelnden Redefluss dahinrasender Sentimentalität. Dieser Film ist so irrsinnig kitschig, dass er ins schier Surreale umschlägt, und so unendlich selbstverliebt, dass er schon wieder rührt."

18. Februar 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Der Tagesspiegel

Sebastian Handke ist dem italienischen Hofnarr Roberto Benigni begegnet.

18. Februar 2006 | DER TIGER UND DER SCHNEE • Kritik • Der Tagesspiegel

Harald Martenstein fragt, warum DER TIGER UND DER SCHNEE schwächer ist als DAS LEBEN IST SCHÖN? "Die Person, um die es geht, ist im einen Fall ein Kind, im anderen Fall eine Frau, die im Koma liegt und von der wir nicht viel wissen. Ihr Schicksal bewegt uns deutlich weniger als das Schicksal des Kindes. Vor allem haben wir DAS LEBEN IST SCHÖN aus der Kinderperspektive gesehen, hier aber schauen wir mit erwachsenen Augen. Dieser Blick tut den Kalauern, den Albernheiten und dem unaufhörlichen Gerede von Roberto Benigni nicht gut. Auch die Gegenposition ist schwächer besetzt - die Nazis in DAS LEBEN IST SCHÖN waren, wie immer, das perfekte Böse, die Stadt Bagdad dagegen ist lediglich gefährlich und unübersichtlich."

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