| Regie | Andrew Niccol |
| Kinostart | 16.02.2006 |
Laut Bert Rebhandl will der Film durch Übertreibung zur Wahrheit. "Alles in diesem Film ist eine Spur zu grell, eine Geste zu cool, eine Phrase zu viel. Die Bilder, von denen Niccol ausgeht, sind aus dem Fernsehen bekannt. ... LORD OF WAR ist nun der Versuch eines globalen Problemfilms mit allen Attraktionen des globalen Problems - aus diesen Paradoxien gibt es nur eine Flucht nach vorn, die Niccol auch antritt. Er kommt aber nirgends an. LORD OF WAR ist im Spiel der Ironien rettungslos verloren."
Michael Kohler spürte den Willen zum politischen Pamphlet. "Auch wenn LORD OF WAR auf lustvoll aufgebauschten Tatsachen beruht, darf man wohl davon ausgehen, dass in Wahrheit alles noch viel schlimmer ist. So weit, seinen Protagonisten in den Abgrund des von ihm munitionierten Grauens hinabsteigen zu lassen, geht Niccol nämlich nicht, und das ist bei aller inszenatorischen Grobschlächtigkeit vielleicht das wesentliche Manko des Films. LORD OF WAR ist eine politische Abrechnung im Gewand des Actionkinos – und gleichzeitig ein Cartoon in den Kleidern des Politfilms."
Wohltuende Offenheit, makabren Witz, ansteckende Wut und Zynismus hat Martin Maaß wahrgenommen. Der Regisseur "schafft das Kunststück, gleichzeitig zu unterhalten, Gefühle anzusprechen, zu informieren und ein Fanal gegen diese halblegale Welt und ihre kriminellen, semioffiziellen oder angeblich respektablen Lobbyisten und Unterstützer zu setzen. Ein Film gegen den Missbrauch von Kindersoldaten und all die Psychopathen, Kriegsgewinnler und kalt berechnenden Politstrategen, die sich hinter dem Argument verstecken, dass nicht Waffen töten, sondern die Menschen, die sie benutzen. Oder dass Erfolg jede Maßnahme rechtfertigt. Fantastisch auch Nicholas Cage, der seit Jahren keine so gute Vorstellung abgeliefert hat."
Scharfzüngig ist dieser Polit-Krimi für Margret Köhler. "Nicolas Cage glänzt als widersprüchlicher Charakter, der eine Spielzeugpistole seines Sohnes angewidert in den Müll wirft, aber die wahren Waffen ungerührt Mördern verkauft, die ihr Volk ausrotten. Er verliert alles, was für ihn zählt. Ein scharfzüngiger Politkrimi, der ohne pädagogischen Zeigefinger aber mit einer Portion Zynismus Politik als das entlarvt, was sie meistens ist: Machterhalt mit allen Mitteln."
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