| Regie | Karyn Kusama |
| Kinostart | 16.02.2006 |
Wolfgang Fuhrmann sah eine "Mischung aus spektakulären Ausstattungsideen (wobei auch die Potsdamer Schlossgärten eine Rolle spielen durften), akribisch choreografierten Action-Szenen, schicken Kostümen und der Anordnung von Motiven wie Cyberspace, Genetik, totalitäres Regime und künstliches Paradies ein so verspäteter wie müder Nachfolger des MATRIX-Rummels. Dem nicht allzu langen Film geht zwischendurch mehrfach die Puste aus, wozu papierene Dialoge und unmotivierte Handlungswendungen, die sich vor allem der Logik des Computerspiels verdanken, das ihre beitragen; auch die in Minirollen und mit maximaler Maske verbratene Prominenz (Frances McDormand, Pete Postlethwaite) kann nichts retten."
Für Rüdiger Suchsland ist die Geschichte naiv und eindimensional, gar streckenweise albern. "Die erste Hälfte ist von ein paar Actionsequenzen, überaus schnellen Schnitten, dem ausgiebigen Blick ins Dekolleteé der Hauptdarstellerin und vor allem von weitschweifigen Monologen aus dem Off geprägt. Sie sollen Vorgeschichte und Grundlagen dieser Zukunftswelt enthüllen, verstärken aber eher den Eindruck, dass man sich hier zu wenig Gedanken um eine konzise Science-Fiction-Vision gemacht hat. Über weite Strecken wirkt der Film wie ein Computerspiel, bei dem man die Regeln nicht kennt. Die meisten Dialoge sind langsam und gestelzt, und auch das auf den ersten Blick ansprechende Set-Design verstärkt nur den trüben Gesamteindruck."
Amerkanische Kritiken zerfetzten den Film, weiß Henri Kramer. "Dabei ist die Filmversion des erfolgreichen MTV-Comicabenteuers von 1993 gar nicht so übel. Werden doch neben den typischen Action-Klischees - die Heldin ist immer nur gerade so schwer verletzt, dass sie noch weiter töten kann - auch durchaus intelligente Fragen gestellt ... Regisseurin Karyn Kusama freilich reißt diese Themen nur an, um die furiosen Actionszenen mit Charlize Theron mit einer halbwegs glaubwürdigen Geschichte zu unterfüttern. Nach ihrer oscarprämierten Verunstaltung bei MONSTER darf sie als Aeon Flux wieder zeigen, wie attraktiv sie in Wirklichkeit aussieht - und wie ästhetisch sie krabbeln und Männer niederschlagen kann."
Die Voraussetzungen waren laut Sascha Rettig gar nicht so schlecht, aber was dabei rausgekommen ist. "Die Mission bleibt in diesem Film allerdings nur ein reiner Vorwand für inszenierte Oberfläche und einen – etwas uneinheitlich – durchdesignten Hohlkörper, dessen uninspirierte Vision von Zukunft sich in glatten Flächen und schmuckloser Sterilität erschöpft. Style und Trash liegen in AEON FLUX so furchtbar eng beieinander, wie Gut und Böse klar getrennt sind. ... Die Dialoge sind dabei entweder albern oder haarsträubend und die Handlung wirkt so verwurstelt wie das lächerliche Schlauchkostüm des wimmernden Pete Postlethwaite. Über alldem liegt dann das sichtbar unterdrückte Lächeln von Frances McDormand, die so aussieht, als hätte sie schon während des Drehs gewusst, in welch futuristische Ödnis sie sich hier verlaufen hat."
Florian Kummert fragt, was für ein Dämon Regisseurin geritten hat, diesen Film zu drehen? "AEON FLUX ist hauptsächlich ein kitschiger Science-Fiction-Quark. Charlize Theron hält sich grazil und anmutig selbst in den unmöglichsten Elasti-Aerobic-Klamotten. Schauspielern darf sie in diesem Film aber nicht, sondern stellt lediglich ihre Modelqualitäten unter Beweis. Selbst im hitzigsten Gefecht hängt ihr immer noch verführerisch eine Locke ins Gesicht. Die übrigen Schauspieler scheinen die Anweisung zu haben, möglichst steif zu spielen und die humorlosen Dialoge bedeutungsschwer als große Kunst zu verkaufen. Die MTV-Serie war knackig, fies, gemein - fast schon subversiver Underground. Der Sprung auf die große Leinwand als Realfilm dagegen ist auf erstaunlich vielen Ebenen in die Hose gegangen."
Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.
Wie der Tagesspiegel berichtet, hat sich Hauptdarstellerin Charlize Theron verletzt. Die Dreharbeiten werden unterbrochen.
Marcel Gäding berichtet von den Dreharbeiten im Tierheim Falkenberg.
Sabine Schicketanz blickt voraus auf die Dreharbeiten in Potsdam-Babelsberg.