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1:1

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Regie Annette K. Olesen
Kinostart 10.05.2007

Kritiken • 1:1

10. Mai 2007 | 1:1 • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christina Tilmann liefert die Regisseurin den Spielfilm zum Karikaturenstreit. "Eine diffuse Angst vor dem "Fremden", gemischt aus Vorurteil und Ressentiment. Annette K. Olesens dritter Film 1:1 zeigt diese Angst. Und eben gegen diese Angst hat die engagierte Regisseurin, die nach dem Karikaturenstreit eine Demonstration in Kopenhagen organisierte, um für einen zivilisierten Dialog zu plädieren, ihren Film gerichtet. Doch viel Hoffnung macht sie nicht."

10. Mai 2007 | 1:1 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die guten Absichten kommen hier als Baupläne daher, meint Heike Kühn. "Olesens Film ist eine eindringliche Studie über die Macht des Vorurteils. Der Betrachter wird sich dabei ertappen, voreilige Schlüsse zu ziehen, obwohl Tareqs sorgenvolle Eltern das Klischee der Vernachlässigung oder der fundamentalistischen Aufwiegelung nicht bedienen. Im Land des Karikaturenstreits scheint den Menschen die Befähigung zur analytischen Betrachtung vergangen. ... Der Film, so nüchtern wie herzzerreißend in seinem Bemühen um ein allseitiges Verständnis, lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei diesem Opfer um die dänische Gesellschaft handelt."

10. Mai 2007 | 1:1 • Kritik • Berliner Zeitung

Aus der Konstellation hätte die Regisseurin laut Jan Brachmann zweierlei machen können: "Eine Geschichte der Aufklärung erzählen oder eine genaue Milieustudie entwerfen. Beides geschieht nicht. Olesen hat ihre Figuren schnell skizziert ... Allenfalls Stimmungen fängt dieser Film ein: jene allgemeine Mürbheit der staatlichen und privaten Strukturen, jene urbane Öde und schleichende Vermüllung der Trabantenstädte. Nach Ursachen zu fragen, gibt dieser Film nur vor. ... Annette K. Olesen meint es politisch gewiss gut. Aber sie legt sich mit diesem Film in die eigene Ratlosigkeit wie in eine Hängematte."

08. Mai 2007 | 1:1 • Kritik • film-dienst 10/2007

Unverkennbar ist für Michael Kohler das Vorbild des Films: Shakespeares "Romeo und Julia". Die Filmemacherin "wollte vielleicht wirklich einen Film über das Misstrauen zwischen den Kulturen und dessen zerstörerische Kraft drehen, doch sie hat nicht viel mehr getan, als der "dogmatischen" dänischen Kleinbürgerfamilie ihr Äquivalent mit Migrationshintergrund zu geben und beider Dysfunktionalität zum gesellschaftlichen Notstand zu erklären. Die Synchronisation erledigt den Rest, indem sie Shadis Familie aus einer "Türkisch für Anfänger"-Tonkonserve füttert. Manchmal verbirgt der Maßstab 1:1 eben mehr als er dem Blick eröffnet."

08. Mai 2007 | 1:1 • Kritik • critic.de

Marcus Wessel will Schwächen in der Figurenzeichnung nicht wegdiskutieren. "Slang und Sprachduktus der von Olesen portraitierten Immigranten entbehren – entgegen der Intention der Regisseurin – nicht einer gewissen Komik. Dazu trägt nicht zuletzt die deutsche Synchronisation bei, die Shadis Clique desöfteren gefährlich nahe an den Rand einer Parodie im Ethno-Comedystil rückt. Gäbe es allerdings nicht die authentischen Jung-Darsteller – allen voran der souverän agierende Mohammed Ali-Bakier – 1:1 wäre nicht halb so überzeugend."

11. April 2007 | 1:1 • Kritik • Begründung der Jury der Evangelischen Filmarbeit

"1:1 verweist auf das komplexe Ursachengeflecht, das dem gegenseitigen Misstrauen von Jugendlichen zugrundeliegt, die ihre eigene Identität wie die ihrer Peergroups vornehmlich aus dem Gefühl ethnischer Zusammengehörigkeit beziehen. Anders als der verhärtete dänische 'Karikaturenstreit' lässt der Film aber die Hoffnung zu, dass diese Gräben zu überbrücken sind, wie gefährdet solche Versuche auch sein mögen. Indem die Regisseurin den Zuschauer zwischen die Fronten versetzt, gelingt ihr ein Lehrstück über die eingewurzelten Stereotypen und Schuldzuweisungen, die das Zusammenleben von Einheimischen und Migranten belasten."

15. Februar 2006 | 1:1 • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film zeigt das Dilemma der gescheiterten Integration im liberalen Dänemark. Damit ist laut Harald Fricke für viel emotionalen Zündstoff gesorgt. "Natürlich hat Olesen als multikulturkundige Filmemacherin gelernt, wie man gegen den Strom differenziert. Manchmal sind es Kleinigkeiten, mit denen sie einen Ton anschlägt, der in den verhärteten Konflikten kaum noch wahrgenommen wird. ... Das Dilemma der gescheiterten Integration hat Olesen jedoch bereits im Einstiegsbild vorgezeichnet: Weil die Vorstädte unwirtlich sind, muss auch die dort mehrheitlich migrantische Jugend zwangsläufig verrohen. Dieser Verständnis heischenden und entmündigenden These bleibt im Film aller individueller Feinschliff untergeordnet."

13. Februar 2006 | 1:1 • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala spricht mit Regisseurin Annette K. Olesen über Muslime in Dänemark, den Karikaturenstreit – und ihr Gefühl von Scham

Februar 2006 | 1:1 • Kritik • berlinale.de

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