Inhalt • OFFSIDE
Was ist das für ein seltsamer Junge, der da, auf dem Weg ins Stadion, ganz still zwischen all den lautstarken Fußballfans in der Ecke eines Busses sitzt? Es ist gar kein Junge, sondern ein Mädchen, das sich verkleidet hat. Sie ist nicht der einzige weibliche Fan. Doch bevor das Spiel beginnt, wird sie festgenommen und in der Nähe des Stadions gebracht. Sie ist nur eine von vielen, mit der so verfahren wird. Denn sie trifft hier eine ganze Gruppe von Frauen, die sich als Männer verkleidet haben. Nach dem Spiel wird man sie der Sittenpolizei übergeben. Aber vorher wird man sie quälen! ...
Crew • OFFSIDE
Regie: Jafar Panahi
Darsteller: Sima Mobarak Shahi, Safar Samandar, Shayesteh Irani
Verleih/Copyright: Movienet, München
Kritik • OFFSIDE • 22. Juni 2006 • Die Zeit
Das Stadion als Ort von Freiheit und vielleicht auch Widerstand entdeckt Christof Siemes in OFFSIDE. Der Film "weiß um diese Instrumentalisierbarkeit des Spiels und zeigt sie auch – und hat genau hier seinen einzigen fragwürdigen Moment. Am Ende, Iran hat das entscheidende Match mit 1:0 gewonnen, mischen sich die Mädchen, Wunderkerzen in den Händen, unter die jubelnden Massen in den Straßen, und im Hintergrund läuft ein patriotisches Lied aus den Zeiten des Widerstands gegen die Westmächte vor mehr als sechs Jahrzehnten: Oh, Iran, du Quelle der Kunst, mögen teuflische Gedanken immer fern sein von dir, du sollst bestehen auf ewig… Wie absurd die Zustände auch sein mögen – das Land, die Nation wird siegen. Diese Botschaft kann man als Kritik am, aber eben auch als Zugeständnis an das Regime sehen."