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MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG

MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG

Regie Ousmane Sembene
Kinostart 11.05.2006

Kritiken • MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG

11. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • film-dienst 10/2006

Laut Josef Lederle verrät der Film viel von der Meisterschaft des afrikanischen Regisseurs. "Obgleich MOOLAADé eine machtvolle Parabel gegen die Beschneidung und eine glühende Hommage auf den Mut und die Tatkraft afrikanischer Frauen ist, hieße eine solche inhaltliche Engführung, den großen Reichtum des Films zu übersehen. Mit seinen theaterhaften Elementen, regelrechten Monologen, Musikeinlagen und den Auf- und Abgängen exemplarischer Charaktere, entwirft „Moolaadé“ wunderbar leichtfüßig ein pralles (Dorf-)Universum, das zwar in archaischen Traditionen wurzelt, im Alltag aber weit mehr mit den Brüchen der Moderne zu kämpfen hat. Hieraus erwächst auch ein beträchtlicher Teil des Humors."

11. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • Berliner Zeitung

Zuallererst ist der Film laut Philipp Bühler eine Parabel. "Was nun arg theoretisch und lehrstückhaft klingt, ist in der Praxis fast schon unangemessen vergnüglich. ... Es würde zu weit gehen, MOOLAADé als Komödie zu bezeichnen. Aber jeder Geschlechterdiskurs wird irgendwann zur Farce, wenn man ihn nur rechtschaffen exemplarisch führt und mit Symbolen auflädt wie Sembène. Er glaubt an den Fortschritt, doch nicht die Radios und nicht die Kondome werden ihn bringen. Sondern allein der Durchhaltemut einer Frau, die das letzte Wort für sich behält."

11. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen Film von ungeheurer Wucht sah Christina Tilmann. "Unbedingt in seiner Botschaft, differenziert in den einzelnen Charakteren."

11. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • Frankfurter Rundschau

"Animismus und Moderne, Psychodrama und Symbolismus ergänzen sich in Ousmane Sembènes aufrüttelndem Film, um Afrikas selbstgerechte Männer, aber auch die Gralshüterinnen einer frauenverachtenden Tradition zu besiegen.", schreibt Heike Kühn. "Sembènes Filme sind Anleihen an Brechtsche Parabeln, nur ungleich poetischer und ironischer. Selbst in Moolaadé, einem Film über die verheerenden Folgen der rituellen Entfernung der Schamlippen und Klitoris, gibt es Momente, in denen die unterdrückten und verstümmelten Frauen lachend über ihre despotischen Männer triumphieren. ... MOOLAADé ist kein Jubelfest. Es gibt Hoffnung, aber auch Mord und Totschlag. Für einige kommt die Besinnung auf einen befreienden afrikanischen Brauch zu spät. Andere können lernen. Und wie immer in Sembènes Filmen ist das nicht wenig."

11. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • Neues Deutschland

Der Regisseur zeigt uns laut Ralf Schenk den Widerstreit zwischen Tradition und Moderne, altem Denken und neuem Zorn. "Sehr direkten Bilder entsprechen Ousmanes Credo, seine Geschichten so einfach wie möglich zu erzählen. Es gibt bei ihm keine komplizierten Verwicklungen, seine Filme sollen schließlich von denen verstanden werden, die es angeht. MOOLAADÉ will eingreifen, aufrütteln und zu einer Verbesserung der Verhältnisse beitragen. Das bedeutet nicht, dass es 'trockenes', didaktisches Kino wäre: Schon allein der schalkhafte Witz der Frauen, ihr Kampfgeist und ihre farbenprächtige Kleidung verleihen dem Film sinnliche Opulenz."

10. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • Die Tageszeitung

Dem senegalesischen Filmemacher und Schriftsteller Ousmane Sembène geht es auch in seinem neuen Film um die Produktion von Erkenntnis, meint Andreas Busche. "MOOLAADE ist in seiner Ausgewogenheit zwischen Didaktik und Poetik ein kleines, nahezu vollkommenes Wunderwerk. Aus der Figurentypologie geht eine klare Konfliktsituation hervor, einige längere Dialogszenen identifizieren die gesellschaftlichen und politischen Positionen, in denen schließlich auch der Wandel von Tradition zu Moderne nachvollzogen wird. Sembènes Film ist ein klassisches Lehrstück, und doch so viel mehr. Keine trockene Agitpropgrammatik, sondern eine sorgfältig beobachtete Milieustudie, in der jeder Raum, jede Figur eine besondere Funktion einnimmt."

10. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • fluter.de

Mit gewohnt didaktischem Impetus wendet sich der Regisseur gegen die Praxis der Verstümmelung weiblicher Genitalien, schreibt Ula Brunner. "Sembène verurteilt nicht – er stellt Fragen. Nach dem Sinn einer Tradition, deren einziger Nutzen offenbar darin besteht, Frauen gefügig zu machen. Nach den Möglichkeiten, sich zu wehren. Und er gibt in seinem Film den betroffenen Frauen die Entscheidungsfreiheit über ihren Körper und ihre Würde zurück. Sembène will aufklären, sein Kino als "Abendschule Afrikas" nutzen – und dies gelingt ihm mit MOOLAADé auf eine märchenhaft poetische Weise."

10. Mai 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • br-online.de

Kirsten Liese sah ein bewegendes Drama. "Sembènes Filmsprache ist für ein europäisches Filmpublikum gewöhnungsbedürftig, denn der Senegalese entwickelt sein Thema langsam, zudem lässt er sich viel Zeit für Nebenhandlungen und sein dialogreiches Drehbuch erinnert an Lehrtheaterstücke von Bertolt Brecht. Am Ende entlässt der Regisseur sein Publikum zwar mit Bildern der Hoffnung und Zuversicht, lässt aber zugleich keinen Zweifel daran, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, damit irgendwann Beschneidung nur noch ein Fremdwort ist."

26. Januar 2006 | MOOLAADÉ - BANN DER HOFFNUNG • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Ekkehard Knörer hat der Regisseur seinen Film zur hohen Kunst eines zwischen Komik und Tragik balancierenden und dabei sehr unterhaltsamen Agitprop-Stücks verfeinert. "Aus seinem Engagement, aus seiner Parteilichkeit macht der Film keinen Hehl. Die Genitalbeschneidung an jungen Mädchen, um die es geht, präsentiert er kompromisslos als Barbarei. Die Geschichte von vier Mädchen, die sich von der Szene ihrer geplanten Beschneidung in den Schutz einer Frau flüchten, die nicht ihre Mutter ist, wird zur feministischen Parabel. Sie überzeugt, indem sie ganz unsentimental mit der nötigen Klarheit sagt, was zu sagen ist."

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