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MONTAG KOMMEN DIE FENSTER

MONTAG KOMMEN DIE FENSTER

Regie Ulrich Köhler
Kinostart 26.10.2006

Kritiken • MONTAG KOMMEN DIE FENSTER

27. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Der Freitag

Silvia Hallensleben bietet einen Versuch über den Zusammenhang von "Neuer Berliner Schule" und Ulrich Köhlers neuem Film MONTAG KOMMEN DIE FENSTER. Der Regisseur inszeniert "seine ausgeklügelten Plansequenzen konsequent nicht an Plotpoints oder Handlungszentren sondern in den Zwischenräumen der Geschichte: Erzählen wie nebenbei, und doch immer ganz präsent. Dabei ist der Ausflug in den Wald ein hübscher Kunstgriff, um Ninas Fluchtversuch vor dem Abgleiten in den Sozialnaturalismus ins Reich künstlerischer Erfindung zu retten. Die Darsteller, die fast alle vom Theater kommen, agieren so unglamourös und fein, wie es im deutschen Kino selten ist."

26. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal geht es in MONTAG KOMMEN DIE FENSTER um metaphysische Angst. "Ulrich Köhlers neuer Film beschreibt eine junge geistig-seelische Heimatlosigkeit, die schockierend ist. Neue deutsche Entfremdung, erlesen kühl anmutende Szenerie. ... Beobachten ist eine Kunst; für einen Künstler ist der bloße Beobachterposten aber auch bequem. Am Ende wird einer, der nicht weiter wichtig schien, begraben. Der Regisseur kennt den Unterschied zwischen großem Unglück und großer Leere. Seinen Figuren hilft das nicht. Aber vielleicht dem Publikum."

26. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Diedrich Diedrichsen lobt den Film: Er setzt das Endspiel einer Ehe in Szene - gekonnt entschlackt, ohne Diktatur des Plots und mit Anflügen deutschen Seelensuchertums. "Stärker ist ein filmisch-protestantisches Menschenbild, das die Undurchdringlichkeit der Schädel für die Kamera als Ursache für innere Gefangenheit und Ausweglosigkeit ihrer Bewohner deutet. Was ich nicht sehen kann, die Seele, kann daher selber auch nicht sehen, nicht aus seiner Prädestination heraus. Die Figuren leiden nicht an ihren Handlungen oder an ihrem Schicksal, sondern an inneren Dispositionen, sie können nicht anders, deshalb der Eindruck des Somnambulen. Diese Seelen, sie haben ihren eigenen Kopf."

26. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Heike Kühn behandelt der Regisseur "die Normalität wie einen Kranken, der mit geöffnetem Brustkorb auf dem OP-Tisch liegt. Man kann etwas richten, etwas Bösartiges entfernen, etwas Künstliches hinzufügen, aber man kann nicht so tun, als hätte man den blutigen Abgrund nicht bemerkt. ... Während Nina erkennen muss, dass Weltschmerz nicht nach experimenteller Selbstüberwindung, sondern ironischer Selbsterkenntnis verlangt, geht Frieder fremd. Die Fenster werden gebracht, nur nicht die richtigen. Seine Frau kehrt zurück. Nur nicht die richtige. Die Tragödie der Entfremdung geschieht. Die Katharsis findet nicht statt. Scheidung? Umzug? Suizid? Montag kommen die Fenster. Wie nennt man das, wenn alles verloren ist, alles vergeblich, alles durchschaut? Das nennt man die Morgenröte des deutschen Films."

26. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Der Tagesspiegel

So wie das Wetter ist der ganze Film: kalt und ungemütlich, schreibt Christina Tilmann. "Das Unbehagen am eigenen Leben spricht bei Köhler aus jeder Szene, aus den kühlen, ruhigen Bildern von Kameramann Patrick Orth. Am deutlichsten ist das bei der Hauptfigur Nina, gespielt von der Theaterschauspielerin Isabelle Menke. Wie eine Somnambule geht sie durch den Film, gefangen im Panzer der Unzufriedenheit, ein verschlossenes Geschöpf, nicht unbedingt sympathisch. Kommunikation mit ihrem Mann findet nicht statt, auch keine Zärtlichkeit oder Nähe, erst recht kein Sex."

26. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • film-dienst 22/2006

Eine ganz einfache, eine sehr komplizierte Geschichte sah Ulrich Kriest. "Dass der Film so vorzüglich funktioniert, hat einerseits mit der in jeder Einstellung wohl überlegten, meisterlich präzisen Kameraarbeit von Patrick Orth zu tun, der die Räume derart unglamourös inszeniert, dass man die Muffigkeit der Verhältnisse zu riechen meint. Andererseits ist die Besetzung perfekt. Hans-Jochen Wagner liefert ein brillantes Porträt des 'neuen Mannes', der seine Aggressionen schon mal hilflos an einem Fahrrad auslebt; Isabelle Menke ist wunderbar als Frau, deren Ausbruchsversuch kindlich-kiebig ohne Richtung bleibt, und deren größter Freiheitsgewinn darin besteht, die Minibar im Hotel zu plündern und kalten Braten mit den Fingern zu essen."

10. Oktober 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Begründung der Jury des Hessischen Filmpreises

"Die besonderen Tugenden des Regisseurs Ulrich Köhler sind Strenge, Genauigkeit und ein bedachter Umgang mit den filmischen Mitteln. Wie sein Spielfilmdebüt BUNGALOW ist auch MONTAG KOMMEN DIE FENSTER kein bequemer Film. Köhler setzt auf die Neugier und die Geduld der Betrachter, darauf, dass sie bereit sind, sich einer Erfahrung auszusetzen, dass sie erst hingucken, bevor sie urteilen. Wer das tut, entdeckt einen Film voller Intelligenz, der weiß was er will und auf den zweiten Blick hintergründigen Witz entfaltet."

17. Februar 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Der Freitag

Für Matthias Dell leidet der Film ein wenig "am selbst auferlegten Schweigen, an den auf eine Grundtraurigkeit gedimmten Emotionen, die zugleich den attraktiven Stil der Enthaltsamkeit ausmachen."

11. Februar 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Es gibt viele Blicke durch Fenster und Glas in diesem Film, schreibt Christiane Peitz. "Ulrich Köhler erweist sich mit seinem zweiten Spielfilm als aufmerksamer Beobachter der Normalität. Er kondensiert und stilisiert die Wirklichkeit auf jene stille Weise, um die sich die "Berliner Schule" der Minimalisten bemüht ... Der vertraute Sex der Eheleute. Die Müdigkeit, die sich in die Zärtlichkeit mischt. Die Sehnsucht, die sich taub anfühlt. Für all das findet Köhler präzise Bilder. Der Gästebus auf dem ovalen Hotelvorplatz, von oben betrachtet: ein Gefährt wie von einem anderen Stern. Mehr noch als in seinem Debütfilm BUNGALOW verdichtet Köhler solche Momentaufnahmen zu Chiffren des Innehaltens, des Fremdseins in der eigenen Haut."

10. Februar 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Bert Rebhandl interviewt Regisseur Ulrich Köhler, der ein Gegner von Dogmen ist.

09. Februar 2006 | MONTAG KOMMEN DIE FENSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord entdeckt die Frage des Films: "Wie ist es, wenn man angekommen ist in seinem Leben, mit festem Partner, Tochter, Haus und fester Stelle; wenn man Mitte 30 ist und merkt, dass es von hier aus jetzt immer so weitergeht? Weil sie diesen Gedanken nicht aushält, bricht die Hauptfigur des Filmes, die Ärztin Nina, aus ihrem Alltag aus. Köhler zeigt das in der ihm eigenen Zurückhaltung; weit entfernt ist er von der Tristesse, die so vielen deutschen Beziehungsfilmen der überkommenen Geschlechterrollen und der angestrengten Komik wegen eigen ist."

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