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LUCY

LUCY

Regie Henner Winckler
Kinostart 29.06.2006

Kritiken • LUCY

06. Juli 2006 | LUCY • Kritik • Die Zeit

"Dass in LUCY kaum etwas passiert, heißt natürlich nicht, dass wenig geschieht. Im Gegenteil. Wer sich auf Wincklers Blick, auf die ruhigen klaren Bilder seiner Kamerafrau Christine A. Maier und den lakonischen Schnittrhythmus von Bettina Böhler einlässt, der wird all die kleinen Beobachtungen zu einem Berliner Entwicklungsroman der Gegenwart zusammensetzen. Er handelt von einem Mädchen, das sich nach dem Beziehungsglück sehnt, aber nicht so recht weiß, wie es zu leben ist."

29. Juni 2006 | LUCY • Kritik • Berliner Zeitung

Alexandra Seitz bringt es auf den Punkt: LUCY "handelt von der fundamentalen Änderung in der Geschwindigkeit und Perspektive eines Lebens, das die Leichtigkeit verliert. ... Was nicht nur an LUCY, sondern an vielen Filmen der Berliner Schule verstört, ist die stumme Hilflosigkeit, mit der die Figuren hier häufig auf die Kluft reagieren, die sich auftut zwischen ihrem tatsächlichen Lebensgefühl und der Idee, die sie sich wohl einmal von ihrem Leben gemacht haben. In dieser Sprachlosigkeit drückt sich eine Resignation aus, die die Möglichkeit der Veränderung der Verhältnisse betrifft. Als Haltung eines Erwachsenen mag diese Desillusionierung gerade noch erträglich sein; als Blickwinkel einer 18-Jährigen gibt sie zu denken."

29. Juni 2006 | LUCY • Kritik • Die Tageszeitung

Für Dietmar Kammerer wahrt der Film "eine Distanz, die [den] Figuren gegenüber Verständnis zollt, die ihr eigenes Handeln zuweilen selbst als fremdartig erleben müssen. Vieles, was eine Erklärung sein könnte, wird dem Zuschauer vorenthalten. Nicht nur die gesamte Vorgeschichte der Figuren, sondern auch scheinbar unwichtige Details, die spürbar werden gerade durch ihr Ausbleiben. ... In dieser Dramaturgie der Aussparung schafft es die Kamera von Christine Maier, ganz nah dranzubleiben an den Gesten und Gesichtern, ohne dieser Nähe einen Affekt abpressen zu müssen. Die Strenge des Blicks auf die Protagonisten entsteht eher aus der Genauigkeit des Beobachtens, aus einer Selbstdisziplin des Hinsehens, als aus dem Zwang zur Wertung. Winckler hält nichts von Bevormundungen, die erspart er seinen Figuren und seinen Zuschauern."

29. Juni 2006 | LUCY • Kritik • Der Tagesspiegel

Als subtil und unsentimental bezeichnet Jan Schulz-Ojala den Film. "Keine Geschichte, die aufgeht wie ein Kreuzbildrätsel, sondern die andeutet, auslässt, ins Schweigen driftet zwischen den Menschen immer wieder und sie plötzlich, zackzackzackzackzack, in zehn Sekunden zu scharfkantigen Minidialog-Wahrheiten zwingt. Was für Dramen dann, und doch tränenlos: eine Stirnfalte nur, die sofort wieder verschwindet, ein Mundzucken, wenn jemand "okay" sagt, und nichts ist okay. ... Alles passt in LUCY, alles ist klar, knapp, genau."

29. Juni 2006 | LUCY • Kritik • Neues Deutschland

Der Regisseur hat einen Spielfilm gemacht, der stellenweise wie ein Dokumentarfilm aussieht, schreibt Gunnar Decker. "Ein karger Film, der demonstriert, hier liegt etwas verborgen, von dem ungewiss ist, ob es bald ganz begraben wird, oder anders neu hervortritt: der Traum vom glücklichen Leben. Und weil sie noch so jung ist, geht alles schnell: Das-sich-Finden und Das-sich-Trennen. Auf unaufdringliche Weise ist es so auch ein Berlin-Film geworden. Unsentimental, ohne richtiges Ende. Großstadt eben, wo es immer irgendwie weitergehen muss. Natürlich immer anders, als man es sich vorher ausgemalt hat."

26. Juni 2006 | LUCY • Kritik • br-online.de

Subtil und leise nennt Kirsten Liese den Film, der differenziert die Kinderlosigkeit unserer Gesellschaft beleuchtet. "Es zeichnet diesen kleinen, mit Laiendarstellern trefflich besetzten und mutigen Film aus, dass er nicht in das pauschale Lamento über mangelnde Gebärfreudigkeit einstimmt, sondern diffizilere Antworten darauf findet, warum sich weniger Menschen für Kinder entscheiden."

22. Juni 2006 | LUCY • Kritik • film-dienst 13/2005

Unspektakulär und mit großer Präzision ist der Film laut Alexandra Wach inszeniert. "Entstanden als "Kleines Fernsehspiel", schert sich der 37-jährige Regisseur wenig um optische Attraktivität oder handlungsbetonte Erzählkonventionen, sondern pflegt in der Einschränkung des Ausdrucks konsequent die kinematografische Rigorosität der "Berliner Schule". Dazu gehört, dass die unaufdringliche Kamera von Christine A. Maier überwiegend halbnahe Einstellungen bevorzugt und in den engen Räumen eine ungeahnte, fast dokumentarische Intensität und Nähe zu den Figuren erreicht. ... [Der Regisseur] lässt kein noch so banales Detail ihres inneren Konflikts aus, erspart ihr keine Enttäuschungen und fasziniert trotz fehlender Dramatisierung durch die stille Empathie, die er seiner zwischen Selbstbezug und Mutterinstinkt schwankenden Heldin entgegen bringt."

Mai 2006 | LUCY • Kritik • Begründung der Jury des Filmkunstfestival Schwerin

"Mit seinem zweiten Spielfilm ist Henner Winckler eine unspektakuläre Milieustudie gelungen. Mit leisen Bildern zeigt er die Gefühlswelt einer jungen Mutter. Er beweist, dass er nicht nur Geschichten erzählen kann, sondern auch Mut hat, sie zu Ende zu denken."

14. Februar 2006 | LUCY • Kritik • Die Tageszeitung

Platzangst hat diese Milieustudie Ekkehard Knörer gemacht. "Wincklers Blick sucht die Unbeholfenheit der Körper, denen anzusehen ist, wie sehr sich alle Beteiligten überfordert fühlen. Seinen jungen Darstellern, die keine Schauspielprofis sind, gewinnt der nüchterne Blick dieses Films Wahrheiten des Ausdrucks - und mehr noch der Ausdruckslosigkeit - ab, die bei Profis hinter der Kontrolle, die sie über sich haben, leicht verschwinden. ... LUCY ist ein Berlin-Film, aber beileibe nicht als groß angelegtes, repräsentatives Porträt, sondern als Entwurf einer kleinen Welt zwischen Alexanderplatz, Landsberger Allee und Matrix-Disco unter der U-Bahn-Brücke in Friedrichshain. Das Berlin dieses Films ist ein mit großer Genauigkeit der Milieudetails geschilderter Ort."

14. Februar 2006 | LUCY • Kritik • Der Tagesspiegel

Ganz unspektakulär ist der Film laut Christina Tilmann. Der Regisseur "erzählt noch besser, unaufgeregter, selbstverständlicher. 'Berliner Schule' nennt man sie inzwischen, diese lose Gruppe rund um Angela Schanelec, Thomas Arslan, Maren Ade, Ulrich Köhler und eben Henner Winckler, mit ihren kleinen, präzisen, großen Filmen. Sie können ruhig weiter Schule machen."

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