AUS DER FERNE

film-zeit Film: AUS DER FERNE
Regie Thomas Arslan
Kinostart 23.03.2006

Inhalt • AUS DER FERNE

Ein Reisebericht, ein Dokumentarfilm über eine Reise durch die Türkei im Mai/Juni 2005. Die Route führt über Istanbul und Ankara in den Südosten des Landes nach Gaziantep, von dort weiter nach Osten über Diyarbakir und Van bis nach Dogubayazit nahe der iranischen Grenze.

Kritiken • AUS DER FERNE

24. März 2007 | Kritik • critic.de

Für Lukas Foerster zeigt der Film vor allem Menschen im öffentlichen Raum. "AUS DER FERNE ist kein verkitschtes Reisevideo, Arslan verzichtet auf die naheliegenden Bilder des Sonnenuntergangs über den Brücken des Bosporus oder faltiger alter Männer neben beladenen Lasteseln. AUS DER FERNE ist auch kein anmaßender Blick aus Deutschland auf die Türkei, die hierzulande oft wahlweise als Militärdiktatur oder als Vorposten El-Kaidas dargestellt wird. Und ebensowenig ist AUS DER FERNE ein Film, der mit einfachen rhetorischen Mitteln das Klischee vom Land zwischen Orient und Okzident stärken will. Kurz gesagt, die Bilder in AUS DER FERNE sind nie exotistisch, nie arrogant und auch nie prätentiös."

23. März 2007 | Kritik • Berliner Morgenpost

Der Regisseur will keinesfalls werten, er will sozusagen nur mal gucken, meint Iris Alanyali. "Kamerabilder des Alltags, ohne Kommentar. Das Ergebnis kann man ehrfürchtig "Bilder abseits der Klischees" nennen. Man kann aber auch sagen: Gott, wie langweilig."

25. März 2006 | Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Resch unterhält sich mit Regisseur Thomas Arslan über zufällige Begegnungen, seinen neuen Film AUS DER FERNE und das Eigenleben, das Regisseure ihren Figuren geben sollten.

24. März 2006 | Kritik • programmkino.de

Thomas Volkmann wurde in die Position des Entdeckers gesetzt. "Sicher, was Arslan zeigt, sind subjektive Eindrücke. Sein Blick aber ist angenehm zurückhaltend, fast schüchtern – aus der Ferne eben. ... Arslan [ist] sich seines eingeschränkten Blickwinkels durchaus bewusst ist. Auch zeigt sich darin, dass es nie um eine vollständige Erkundung der Reisestationen geht. Gerne streift Arslan bei seiner Bildersuche durch enge Gassen, ein häufiges Motiv sind die Schulhöfe der durchreisten Regionen (vielleicht ja eine Reminiszenz an Arslans vier Jahre Grundschule in Ankara) – anhand des unterschiedlich quirligen Lebens auf ihnen lassen sich durchaus Unterschiede zwischen westlicher und östlicher Kultur ablesen."

22. März 2006 | Kritik • fluter.de

Langweilig findet Silke Kettelhake die Reise. "Entstanden sind Städteporträts: Stadt-Land-Fluss scheint er zu spielen, hier ein Fußballspiel in Istanbul, nächtlicher Verkehr, Abfallsammler bei der Arbeit, und immer wieder Schulklassen in den Pausen. Rastlos ist die Kamera, der Flaneur hat seine Walter-Benjamin-Lektüre vergessen, die Muße fehlt; Kindergartenkreischen vermischt sich mit Radioreklame. Die Bilder gleichen flüchtigen Momentaufnahmen aus dem Fenster eines irregeleiteten Touringbusses. ... Für einen persönlichen Essay zeigt der Film zu wenig Emotionen, lässt Arslan zu wenig teilhaben, wie es ist, sich einer vergessenen Heimat anzunähern."

16. März 2006 | Kritik • film-dienst 06/2006

Einen solchen Film wünschte sich Josef Lederle auch über das eigene Land. "Im Fall von Thomas Arslan ist es eine gänzlich unbekannte Türkei, die sich in keinem Reiseführer findet, obwohl seine Route von Istanbul über Gaziantep und Van bis an die iranische Grenze den Pfaden der Rucksacktouristen folgt. Doch statt bei malerischen Sehenswürdigkeiten weilt der Film lieber bei banalen Alltagsszenen, in Nebenstraßen oder einer kleinen Nähstube, und selbst auf den langen Fahrten durch Anatolien und das östliche Hochgebirge gleiten auch die imposantesten Landschaften unbeachtet links und rechts aus dem Blickfeld."

13. Februar 2006 | Kritik • Die Tageszeitung

Laut Harald Fricke verfolgt der Regisseur konsequent sein Konzept: wenig erzählen, viel zeigen. "Tatsächlich sieht man keinen biografisch befrachteten Werdegang zwischen den Kulturen, sondern sehr klare und detaillierte Beobachtungen aus eben jener Ferne, in die Arslan den Betrachter mitnimmt. Es sind ruhige, konzentrierte Alltagsminiaturen, ohne Sozialtouch und ohne Sentiment. ... Letztlich hat die Türkei, die AUS DER FERNE zeigt, keine fixe Identität, sie ist eine Ansammlung aus voneinander unabhängigen Zugehörigkeiten. Dass Arslan diesen Schluss zulässt, ist faszinierend, politisch und künstlerisch präzise zugleich."

Februar 2006 | Kritik • berlinale.de

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