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IT'S WINTER

IT'S WINTER

Regie Rafi Pitts

Kritiken • IT'S WINTER

03. November 2007 | IT'S WINTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Ein neorealistisches Kinopoem sah Christiane Peitz. "IT'S WINTER ist eine schmerzlich-schöne Winterreise, ein Klagelied auf die Armut, die Erschöpfung, die Kälte, das Fremdsein. Wenn Marhab durch die leeren Gassen mit den verschlossenen Garagenwerkstätten läuft, wenn seine Gestalt sich unter dem Funkenflug des Schweißgeräts duckt oder in der verkrusteten Schneelandschaft zum Stillleben gefriert, könnte die Welt nicht abweisender sein. Und dein Atem, heißt es im Off-Gesang, wird zur dunklen Wolke, die sich auftürmt wie eine Mauer."

01. November 2007 | IT'S WINTER • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer vergleicht den Regisseur mit seinem Landsmann Abbas Kiarostami. "Dieser ist ebenfalls ein Chronist der Krisen, aber sie bleiben individuell, Kiarostamis Helden müssen zuerst sich selbst überwinden. Bei Pitts hat die Lähmung das ganze Land erfasst, und seine Figuren haben den Kampf längst aufgegeben. Kiarostami filmt in der Weite der offenen Landschaft oder auf den belebten Straßen Teherans, sein Prinzip ist die Bewegung; bei Pitts ist die Stadt ein Labyrinth aus verwinkelten, menschenleeren Gassen, die von aufgegebenen Läden gesäumt sind, deren Rollgitter nie mehr gehoben werden."

01. November 2007 | IT'S WINTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn ist IT'S WINTER ein wunderbares Beispiel für die neue Poesie des ungefilterten Blicks auf ein Land. "IT'S WINTER ist ein Heimatlied in ausgelaugten Farben und Emotionen, die dennoch zum Widerstand auffordern. Beinah wortlos, doch für empfindsame Ohren und Augen überaus beredt, ist diese Fabel ein Fanal, den Iran der einfachen Leute nicht dem ewigen Winter zu überlassen."

01. November 2007 | IT'S WINTER • Kritik • Neues Deutschland

Gunnar Decker sah einen anspruchsvollen, ein anstrengenden Film, "der ebenso viel verbirgt, wie er zeigt. Daraus erwächst seine Poesie. ... Das wird fast ohne Worte, nur in drängenden Bildern erzählt, aber die brennen sich dem Zuschauer tiefer ein als alle Worte. IT'S WINTER trägt Schuberts Romantik-Motiv in sich. Das Leben: ein Kreislauf der vergeblichen Hoffnungen, aus denen doch Schönheit wächst. Eine lange Winterreise."

17. Oktober 2007 | IT'S WINTER • Kritik • kino-zeit.de

Einen ernüchternden und deprimierenden Film sah Joachim Kurz. "Wären da nicht die zahlreichen Metaphern, die Bilder voller Ausdruckskraft und poetischer Schwermütigkeit, die blinden Flecken und gesichtlosen Unorte der Millionenmetropole Teheran, würde man meinen, sich eine schonungslose Dokumentation über das Elend des iranischen Proletariats anzuschauen, das in unglaublichen Zuständen vor sich hinvegetiert und das längst die Hoffnung auf jedwede Form der Gerechtigkeit verloren hat."

18. Februar 2006 | IT'S WINTER • Kritik • Die Tageszeitung

Bei allem verhaltenen Pathos erzählt der Film laut Bert Rebhandl doch sehr deutlich, wie wenig sich die individuelle Existenz auf Sicherheitssysteme stützen kann. "Bei Rafi Pitts ist die bürgerliche Welt keine Autostunde, sondern unendlich weit entfernt. In den Schlafstuben an den Ausfallstraßen sammeln sich die Menschen im Iran, die ihr Heimatdorf verlassen haben, aber in der Hauptstadt nie angekommen sind. Wer sich dort ein Haus baut, siedelt sich in einem Niemandsland an, in dem selbst ein Fußballspiel im Fernsehen wie ein unzugänglicher Luxus erscheinen kann."

16. Februar 2006 | IT'S WINTER • Kritik • Neues Deutschland

Hier ist nichts geschönt, meint Michael Hanisch. "Es ist ein Film über die Brutalität der Arbeitswelt, die so ungerecht aufgeteilt ist. Ein Film über den Kampf um das tägliche Leben. Da ist nichts geschönt. Da passen soger die wehmütig gesungenen Lieder mit ihren einfachen Texten und Melodien. Aber die Menschen sind trotz ihrer Sehnsucht einsam. Es ist kalt, nicht nur in Teheran, auch in den Herzen. Und Rafi Pitts schafft es, den Zuschauer in diese Welt zwischen zwei Wintern zu ziehen. Ein guter Film, der es schwer haben wird, weil er es sich nicht leicht macht."

15. Februar 2006 | IT'S WINTER • Kritik • Berliner Zeitung

Für Carmen Böker ändert sich eigentlich nicht sehr viel im Laufe eines Jahres. "Das will Regisseur Rafi Pitts wohl zeigen, und dafür nutzt er ausgiebig das sich visuell schnell abnutzende Bild von Männern, die entweder Tee trinken oder aber endlos an Bahngleisen herum stehen, weil sie hier wie anderswo keine Arbeit finden und arm bleiben müssen, auch wenn sie noch so ehrgeizig geplant haben. ... Pitts' Protagonisten sind Stellvertreter eine verlorenen Generation, was trotz der Tragik reichlich zu Lasten individueller Züge geht: so bleiben sie Schablonen, oder, wenn man so will, Metaphern."

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