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EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER

EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER

Regie Rodrigo Moreno
Kinostart 24.05.2007

Kritiken • EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER

26. Mai 2007 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film basiert auf einem strengen formalen Konzept, stellt Ines Kappert fest: Die Kamera klebt beständig an Rubén. "Die Melange aus Mitgefühl für Rubén und einer zunehmenden Aggression gegen seine Unterwürfigkeit - die Chavéz als einer der bekannten Schauspieler Argentiniens perfekt mit der Kunst der kleinen Gesten darstellt - verleiht dem Film eine leise, eindringliche Spannung. Die Bildersprache funktioniert; man hat als Zuschauer viel zu tun, weil viel zu gucken, und wie wenig Handlung es gibt, fällt nach den ersten, vielleicht etwas mühsamen Minuten der Eingewöhnung kaum mehr auf."

24. Mai 2007 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Berliner Zeitung

Für Gerhard Midding bekräftigt der Film die Vitalität des argentinischen Gegenwartskinos. "Die Auflösung der Szenen, in denen Rubén in anonymen, unpersönlichen Räumen wartet, zielt stets auf Ausblicke in die Außenwelt, setzt Fluchtpunkte unbegriffener Sehnsucht. Es hätte nicht unbedingt des Drehbuchkniffes bedurft, ihn in seiner Freizeit als Zeichner keuscher Aktstudien zu präsentieren, um uns Aufschluss zu geben über sein unerfülltes Seelenleben. Chavez lässt hinter seinem scheinbar ausdruckslosen, versteinerten Mienenspiel den Bodensatz einer rigiden Moral erahnen. In Nuancen revidiert er Rubéns vorgebliche Neutralität."

24. Mai 2007 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen visuell anspruchsvollen, minimalistischen Film sah Daniela Sannwald. "Die Figur des Rubèn bleibt fremd, man sieht sie häufig durch Glas oder in der Distanz, die Tonspur besteht hauptsächlich aus Gesprächsfetzen, die der Leibwächter während seines Jobs aufschnappt. Sie bleiben ihm unverständlich, und genauso wirken sie auf die Filmzuschauer. Erklärt wird nichts, auch nicht die Biografie oder die Motive dieses Leibwächters, der den Kontakt zu sich selbst verloren hat. Dass man sich trotzdem für ihn interessiert, liegt an der eindringlichen Inszenierung Rodrigo Morenos, der zu den Hoffnungsträgern des neuen argentinischen Kinos zählt."

24. Mai 2007 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die unbarmherzige Distanz hat Heike Kühn beeindruckt. "Die sterilen Räume, in denen der Minister mit seiner Entourage verschwindet, verschließen sich vor ihm, die Gespräche der sorglos plaudernden Mächtigen, die abfällig und sexistisch sind, bestehen für den Leibwächter aus Satzfetzen von obszöner Selbstgefälligkeit. Die Tonspur des Films ist eine bewusste Zumutung, bisweilen verrauscht, bisweilen unerklärbar, ein Hörspiel der dosierten und gefilterten Zusammenhänge, die als Ganzes den Mächtigen vorbehalten sind. Nichts ergibt für Rubens einen Sinn."

14. Februar 2006 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film ist laut Jens Balzer sachangemessen ereignislos. "In langen Einstellungen werden dann das Warten und die Langeweile gezeigt; was passiert, wenn die einstudierten Leibwächtergesten - das Verschränken der Arme vor dem Schritt, das Recken des Halses und das wichtige Gucken - allmählich aus dem Leibwächteranzug tropfen. Das ist allerdings auch schon fast alles, was dieser Film uns zeigt; er zeigt es zumeist aus der Rücken- oder Hüftperspektive, durch halb geöffnete Türen und in symbolisch verrutschten Anschnitten. ... Die Story endet dann, wie sie enden muss: in einer Katastrophe. Aber auch hier verwechselt Regisseur Moreno wiederum Lakonie mit schlichter Faulheit bei der Figurenzeichnung; außer dem gnädigen Fallen des Vorhangs folgt aus dem Unglück rein nichts."

14. Februar 2006 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Die Tageszeitung

Detlef Kuhlbrodt findet den Film klasse. "Die aufmerksame Anspannung von Ruben, sein Blick auf der Suche nach Auffälligkeiten, überträgt sich auf den Zuschauer. Diese Spannung wird verstärkt durch eine grandiose Tonspur, die die kleinen Geräusche - im Auto etwa - betont und weitestgehend auf Musik verzichtet, und eine zurückhaltende und während der vielen Autofahrten äußerst effektvolle Kamera. Irgendwann ist dieser großartige Film fast zu Ende; man dachte, er hätte kaum eine Viertelstunde gedauert, und dann passiert plötzlich doch etwas, was vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre."

14. Februar 2006 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Kerstin Decker ist dies der langweiligste Film der Berlinale. Der Film "gehört eindeutig zu den grundsympathischen, richtig gut gemachten stocklangweiligen Filmen. ... Natürlich, könnte man jetzt sagen, Langeweile ist die Grundkategorie von Rubéns Dasein, und die Genialität des Regisseur besteht darin, sie durchdringend sicht- und fühlbar zu machen. Das Sicht- und Fühlbarmachen aber ist der Beruf des Kinos. Dazu kommt, dass DER SCHATTEN ein paar optisch so geniale Momente hat (ungefähr 70. Minute bis 75. Minute und Schlussbild), dass einem jeder leid tun kann, der sie verschläft."

14. Februar 2006 | EL CUSTODIO - DER LEIBWÄCHTER • Kritik • Der Spiegel

Schon vor dem ersten Bild hat Lars-Olav Beier inständig gehofft, daß dieser Film den Goldenen Bären bloß nicht gewinnen möge. "Doch den Terror der Ereignislosigkeit, unter dem der Held leidet, spürt auch der Zuschauer mehr und mehr - und dagegen gibt es keine Schutzwesten, wenn man wehrlos vor der Leinwand sitzt. DER SCHATTEN sieht dem Gras beim Wachsen zu - bis es völlig verdorrt ist. Doch ein Regisseur muss schon verdammt gute Gründe haben, einen Film zu machen, in dem so wenig passiert. So fühlt man sich zunehmend wie bei einem psychologischen Experiment, bei dem ermittelt werden soll, wer als erster die Nerven verliert: der Held oder das Publikum."

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