Inhalt • GEHEIME STAATSAFFÄREN
Die Richterin Jeanne Charmant muß einen komplexen Fall wegen Veruntreuung und Zweckentfremdung öffentlicher Finanzmittel bearbeiten. Es geht um die Anklage gegen den Vorstandsvorsitzenden eines mächtigen Industriekonzerns. Je weiter sie mit ihren Untersuchungen vorankommt, umso bewusster wird sie sich ihrer Macht. Je mehr Geheimnisse sie lüftet, umso größer werden ihre Mittel, Druck ausüben zu können. Zur gleichen Zeit – und aus den gleichen Gründen – gerät ihr Privatleben in eine Krise...
Kritik • GEHEIME STAATSAFFÄREN • 19. Juli 2006 • Berliner Zeitung
Isabelle Huppert glänzt als Untersuchungsrichterin, schreibt Gerhard Midding. "In ihrem narzisstischen Machtdrama setzen Chabrol und seine bewährte Co-Autorin, die Soziologin Odile Barski, das Regelwerk des Politthrillers vorbehaltlich außer Kraft. Der handelt in letzter Konsequenz, zumal in seiner französischen Spielart, vom Scheitern eines idealistischen Ermittlers an der Übermacht des Systems. Zwischenschnitte auf einen Zirkel Zigarren rauchender Politiker verweisen zwar auf eine übergeordnete, unangreifbare Machtebene, die auch nach dem Skandal die Fäden ziehen wird - und gestatten dem Regisseur, auf die Unverrückbarkeit des französischen Klassensystems anzuspielen. Chabrol und Barski interessieren sich indes mehr für die Bruchstelle zwischen republikanischer Legitimation und dem rücksichtslosen Hochmut."