Inhalt • GEHEIME STAATSAFFÄREN
Die Richterin Jeanne Charmant muß einen komplexen Fall wegen Veruntreuung und Zweckentfremdung öffentlicher Finanzmittel bearbeiten. Es geht um die Anklage gegen den Vorstandsvorsitzenden eines mächtigen Industriekonzerns. Je weiter sie mit ihren Untersuchungen vorankommt, umso bewusster wird sie sich ihrer Macht. Je mehr Geheimnisse sie lüftet, umso größer werden ihre Mittel, Druck ausüben zu können. Zur gleichen Zeit – und aus den gleichen Gründen – gerät ihr Privatleben in eine Krise...
Kritik • GEHEIME STAATSAFFÄREN • 20. Juli 2006 • film-dienst 15/2006
Alexandra Wach ahnt das Ausmaß des Vergnügens, mit dem Chabrol sein pessimistisches Menschenbild in dem Milieu der ökonomischen Entscheidungsträger bestätigt findet. "Das alles ist nicht neu, aber stimmig inszeniert und durchgespielt. Auch wenn GEHEIME STAATSAFFÄREN vor den üblichen Zutaten eines vorzüglichen Chabrol-Jahrgangs überquillt, gelingt es dem Polit-Thriller nicht durchgehend, den Zuschauer auf seinen Geschmack kommen zu lassen. Gediegen ist das Tempo, zu bekannt der Kosmos des Regisseurs, als dass es einen überraschenden Blickwinkel zu entdecken gäbe. Chabrol bleibt zu sehr in seinem Element; er macht sich über die autoritären Hierarchien und schützenden Rituale der Mächtigen lustig, versäumt es dabei aber gelegentlich, manchen langatmigen Dialog aufs Wesentliche zu kürzen."