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SEHNSUCHT

SEHNSUCHT

Regie Valeska Grisebach
Kinostart 07.09.2006

Kritiken • SEHNSUCHT

09. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Junge Welt

Peer Schmitt spricht mit Regisseurin Valeska Grisebach.

09. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Der Freitag

SEHNSUCHT ist laut Matthias Dell ein genauer, souveräner und intensiver Film. "Grisebachs Laien spielen Figuren und sind doch die meiste Zeit sie selbst, weil ihnen das Handwerk der professionellen Schauspieler - und alles Ornamentale daran - fehlt. Das ist ein Balanceakt, der gut geht, auch wenn man in manchen Momenten die Begrenztheit von Andreas Müllers Ausdrucksmöglichkeiten erahnen kann. ... Der Blick der Kamera (Bernhard Keller) ist frei von Verächtlichmachung und Idealisierung, weder begegnen uns die Dorfbewohner als ausgemachte Trottel noch als edle Wilde."

07. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Berliner Zeitung

Für Julia Teichmann ist SEHNSUCHT eine einfache Dreiecksgeschichte im dörflichen Milieu, einfühlsam mit Laiendarstellern inszeniert, authentisch. "Authentizität ist nur die Folie, vor der sich ein stilisiertes, archaisches Szenario abspielt. Die Dreiecksgeschichte ist kein Dreieck - die beiden Frauen kennen sich nicht. Das dörfliche Milieu liefert nur den Rahmen, wird dabei sehr präzise geschildert: Vereinsfeste, Sonnwendfeuer, Kaninchenstall. Die dokumentarischen Sequenzen werden gebrochen von der symbolhaften Strenge mancher Bilder. Unmittelbarkeit transportieren die Laien-darsteller, doch sie tun dies vermittelt, es wird nicht nur einfach "dem kleinen Mann auf's Maul geschaut". SEHNSUCHT ist kein authentisches Porträt der ostdeutschen Provinz."

07. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Die Tageszeitung

Der Regisseur gelingt eine berückende Mischung, meint Cristina Nord: "Zum einen nimmt der Film die Dreiecksgeschichte in ihrer tragischen Dimension ernst. Unaufdringlich bringt er Liebesliteratur und -diskurse ins Spiel, zitiert zum Beispiel "Romeo und Julia" und ruft die Topoi romantischer Liebe wach. ... So verfährt auch Valeska Grisebach mit den Gesten und Dramaturgien des Gefühlskinos: Sie reduziert, entschlackt, verknappt, wo immer sie kann. Dabei erwirkt sie ein feines Gleichgewicht. Denn weder lässt sie zu, dass die Beobachtung des Alltags die Gefühle denunziert, noch ordnet sie den Alltag dem melodramatischen Überschuss unter."

07. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler entdeckt das Wesentliche: Die hohe Kunst der Regisseurin, kunstlos zu erzählen. "SEHNSUCHT ist ein Film der unscheinbaren Gesten. Es passiert nicht viel, und wenn doch etwas Dramatisches geschieht, dann sieht man davon nur den Widerschein auf den Gesichtern der Figuren. ... So scheu wie die Schauspieler in die Kamera schauen, so scheu blickt diese auf sie zurück. SEHNSUCHT ist ein Film von zuweilen bezaubernder Schlichtheit, der seinen einsilbigen Charakteren keine Bedeutung souffliert, sondern sie einfach sein lässt."

07. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Der Spiegel

Bert Rebhandl sah einen Heimatfilm ohne heimelige Folklore. "Selbstverständlichkeit charakterisiert den ganzen Film. Valeska Grisebach erzählt eine Geschichte, die sich so oder so ähnlich wohl tagtäglich zuträgt. Sie verleiht dem Geschehen aber eine ganz individuelle Note, weil alle drei Hauptfiguren mit einer ungewöhnlichen Ernsthaftigkeit agieren. Die sprechen zwar eine konventionelle Sprache der Liebe, aber mit ihren Blicken und vor allem mit ihrem Schweigen sind sie "ohne Arg", wie es in einer untergegangenen Sprache der Liebe heißen würde. ... Valeska Grisebach entdeckt für das deutsche Kino einen Realismus des Wünschens. Sie findet genau jene Stimmung, in der das Glück ganz nah ist, und zugleich unerreichbar, und in der Gemeinschaft möglich ist, und der Einzelne doch allein bleibt."

06. September 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Christiane Peitz ist der Film so wortkarg wie seine Helden. "Wenn die Filmsprache Vokabeln hat, dann genügen Grisebach Hilfsverben. Kurze Sätze, Nahaufnahmen, Stillleben. Der Mann. Die Frau. Das Kind. Der Hase. Die Werkstatt. Das Haus. Das Dorf. Aber weil sie so geduldig und genau hinschaut, wird das vermeintlich Banale und Unscheinbare groß. Archaisch. Magisch. Man grinst über die Unbeholfenheit der Dorfbewohner, das Geduckte und Verdruckste an ihnen, und ist im nächsten Moment bestürzt über ihre Schutzlosigkeit, ihre Ehrlichkeit."

31. August 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Die Zeit

Birgit Glombitza ist begeistert. "Es ist der zweite Spielfilm der Berliner Regisseurin Valeska Grisebach, und er ist ein Meisterwerk geworden. Seine ruhigen Bilder und klaren Kadrierungen tasten so sorgfältig eine Wirklichkeit ab, bis in der Geschichte von Vertrauen, Betrug und Verzweiflung die Umrisse einer großen Tragödie sichtbar werden. Es ist ein fast schon dokumentarischer Erkundungsgang durch das Unspektakuläre, der einen wunderbaren dramatischen Sog entwickelt."

21. August 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Berliner Zeitung

Martin Klesmann berichtet von der Premiere des Films in Zühlen.

17. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Auf den Grund der Geschichte konnte Daniel Kothenschulte blicken. "So dringt [die Regisseurin] vor bis zum volksmythologischen Kern, beinahe zum Märchenhaften. Ihre Anekdote vom sensiblen Feuerwehrmann, der ein schlechtes Gewissen bekommt, nachdem er einen Selbstmörder rettet, und der nicht versteht, wie er seine Frau so lieben kann und trotzdem eine andere, entwickelt sie weit über die Milieuschilderung hinaus. Kameramann Bernhard Keller beobachtet das meisterlich besetzte, wortkarge Trio von Menschen, die zu sehr lieben, betont ruhig und unartifiziell. Schließlich kann man die ostdeutsche Luft in seinen klaren Bildern förmlich atmen."

17. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Neues Deutschland

In SEHNSUCHT ist eine Intensität, die Gunnar Decker gleichzeitig befremdet und anzieht. "In dem halbdokumentarischen Stil liegt eine auf wunderbare Weise herbe Poesie, auf die wir so nicht gefasst waren. Wo sieht man schon in Zeiten grassierender Glattheit solche unglatten Gesichter, die eine eigene, eine ganz alltägliche Geschichte erzählen. Sie reißen die Filmleben ihrer Figuren dicht an sich heran. Dilettantismus wird dabei ein anderes Wort für Wahrhaftigkeit."

16. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Berliner Zeitung

In der Welt des Films ist es weniger eng als vielmehr genau quadriert, schreibt Anke Westphal. Der Film hält sein Versprechen, die Wirklichkeit zu erkunden und zwar ganz aus den Bildern, aus der Anschauung heraus. "Ohne sie romantisch zu verklären, achtet Valeska Grisebach diese ländliche Welt, in der keine Distinktionsschrauben poliert werden, und wenn die Regisseurin zeigt, wie der Schlosser, Feuerwehrmann und Familienvater Marcus zunehmend schlechter zurecht kommt, dann schreibt sie das nicht den dörflichen Verhältnissen zu, sondern der menschlichen Natur an sich. Valeska Grisebach erzählt keine Milieugeschichte, sondern von einer Ehetragödie."

16. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Die Tageszeitung

Sensationell unsensationell findet Dietrich Kuhlbrodt den Film, der hält, was er verspricht. "Die Dorf-'Authentizität' überspielt den Filmplot mit links. Ihn in dürren Rezensentenworten wiederzugeben, darauf kann ich mit Freuden verzichten. Regisseurin Valeska Grisebach hat grandiose Vorarbeit geleistet: die Wahl der Darsteller, des Ortes, des Motivs. Und dann das Größte: Sie nimmt sich zurück. Sie lässt das, was vor der Kamera passiert, gewähren. Kurz gesagt: Sie sieht zu, sie hört zu - und wir mit ihr. Endlich erfahren wir Neues im neuen deutschsprachigen Film. Neu ist das Alltäglichste, das um uns herum abläuft. An der Seh- und Hörroutine scheitert mit diesem großartigen Ausnahmefilm ausnahmsweise einmal nicht unsere Aufmerksamkeit."

16. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Der Tagesspiegel

Das wirkliche Leben sah Jan Schulz-Ojala. "So verletzlich, dieser Film, und so stark doch auch. Valeska Grisebachs SEHNSUCHT läuft im Wettbewerb, steht mitten zwischen den Robert Altmans und Oskar Roehlers, Kraftprotzen und Star-Magneten auf ihre Art. Und als Akteure seiner Dreiecksliebesgeschichte - ach was, nicht mehr als ein zarter Triangel-Ton - hat der Film ein paar Namenlose aufzubieten. Schön frech: Steht einfach da und sagt, ich bin da."

16. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Der Spiegel

Was sich banal anhört, entfaltet im Spielfilmdebüt der 37-jährigen Regisseurin ungeahnte Intensität, lobt Andreas Borcholte. "Man nimmt sie ihnen ab, die wortlose Sehnsucht nach Veränderung und Abenteuer, die sich dem verzweifelten Willen entgegensteht, das Gewohnheit gewordene Glück zu retten. SEHNSUCHT ist ein kleiner und unaufdringlicher Film, der dem Zuschauer Raum für eigene Projektionen lässt - vielleicht sogar ein bisschen zu viel."

15. Februar 2006 | SEHNSUCHT • Kritik • Berliner Zeitung

Ralf Schenk interviewt Regisseurin Valeska Grisebach.

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