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KNALLHART

KNALLHART

Regie Detlev Buck
Kinostart 09.03.2006

Kritiken • KNALLHART

14. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Junge Welt

Gangsterkitsch sticht Sozialrealismus, titelt Alexander Reich seine Rezension über den Film. Der Film bedient "Erwartungen eines breit gestreuten Zielpublikums. Allzu derbe Klischees werden dabei umschifft: Schießeisen ja, Ballerei nein. Autofahrt ja, Verfolgungsrennen nein. Weibliche Sexobjekte ja, Liebe naja (Sexismus plus Jenny Elvers-Elbertzhagen plus zwei Minuten Teenie-Romantik). Und weil möglichst vielen Kinobesuchern die Muffe gehen soll, wenn die Bösen den Blonden vermöbeln, bestätigt der Film eben auch die rassistischen Vorurteile der meisten Bundesbürger. Vor Ausländern haben die nun mal mehr Angst. So einfach ist das."

09. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Berliner Zeitung

Knut Elstermann hat sich die ganze Zeit gefragt, ob dies wirklich ein Film von Detlev Buck ist. "Das Drehbuch gibt die Konstellation vor, den Rahmen von Gewalt und Gegengewalt, doch Buck hat ihn mit seinen genauen Beobachtungen ausgefüllt, mit seinen wachen Wahrnehmungen auf vermintem Gelände. Detlev Bucks Film wählt konsequent Michaels Perspektive: Es ist ein verengter Blick aus der Falle heraus, die längst zugeschnappt ist; es ist die verstellte Sicht des Gefangenen, die hier so vollständig eingenommen wird, das es einem manchmal fast die Luft abschneidet. Indem Buck Michaels Position teilt, vermeidet er geschickt die Position des sozial-anklägerischen Besserwissers. Er steht nicht über den Dingen, er steckt mitten drin."

09. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Birgit Glombitza hat sich der Regisseur neu erfunden. "KNALLHART ist eine heikle Gratwanderung zwischen der Lust an stereotypen Ausmalungen eines klassischen Gettofilms und den unleugbaren Wahrheiten, die hinter aller Klischeehaftigkeit wohnt. Nicht immer beweist Buck dabei die nötige Trittsicherheit und ein gutes Gespür für visuelle Floskeln und dialogische Plattitüden. ... Was an der Geschichte stören kann, ist nicht die Darstellung türkischer Drogenhändler in ihren dicken, deutschen Autos, nicht das goldbehängte Mackertum. Und auch nicht der Umstand, dass man in Wirklichkeit mit großer Wahrscheinlichkeit doch auch überfallfrei in Neukölln von A nach B gehen kann. Im Gegenteil, beim Gang durchs Viertel beweist Buck ein erstaunliches Gespür für seine Eigenheiten, für seine Frisörsalons, Dönerbuden und Unterführungen, für seine Mischung aus patziger Großmäuligkeit und resignierendem Kleinmut."

09. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das ist Kino, das Angst machen kann, schreibt Heike Kühn. "Toleranz, Weltoffenheit, der Wille zum Gespräch und zur Vermittlung, der Glaube an die Aufklärung, an Streetworker, Jugendarbeit und Integration, das alles sind Worte, die in Knallhart mitsamt Miriams Badewasser in der Kanalisation landen. Wer Schwächere ausbeuten und demütigen kann, tut es, da unterscheiden sich in Bucks ernüchterndem Film der reiche deutsche Liebhaber und die Türken aus dem verpissten Neuköllner Hochhaus nicht. Nur der Sadismus, mit dem Erol und seine Gang foltern, lässt Zehlendorfs neureiche Doppelmoral paradiesisch erscheinen."

09. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Der Tagesspiegel

Ariane Bemmer porträtiert Peter Bucksch, der sich in dem Film selbst spielt - einen Hauptschullehrer.

09. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Neues Deutschland

So sieht es laut Philipp Eins aus, wenn Täter zu Opfern werden. "Durch die Wandlung von Michael erhält der Protagonist nicht nur eine außerordentliche Tiefe, Regisseur Detlev Buck, mit KNALLHART auf der diesjährigen Berlinale, zeichnet mit ihm auch ein Bild vom Kulturrelativismus unserer Gesellschaft. Herr über gewaltbereite Gegner wird Michael nicht durch gute Argumente. Es ist die Tat, die ihm zu Macht verhilft. Eben jener Macht, an der er zum Schluss der Handlung kläglich scheitert."

08. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Berliner Zeitung

Knut Elstermann spricht mit Regisseur Detlev Buck über Neukölln, Rassismus-Vorwürfe und seinen Film KNALLHART.

08. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Die Tageszeitung

Jan Sternberg erzählt der Regisseur, daß Neukölln überall ist.

08. März 2006 | KNALLHART • Kritik • br-online.de

Der andere Detlev Buck gefällt Margret Köhler sehr gut. "Beim Szenario von alltäglicher Gewalt und Gegengewalt spart Buck nicht an harten Situationen, "Happy Slapping" inklusive. Die Figuren sind keine klischeebeladenen Pappkameraden, sondern Personen mit Hintergrund. Auf schwarz-weiß-Zeichnung wird verzichtet ... Buck bricht den sozialen Realismus mit manchmal befreiendem, manchmal auch bitterem Humor, ohne von der insgesamt unerbittlichen Linie abzuweichen. Geborgenheit gibt es nicht. ... Eine Entdeckung ist David Kross in seiner Mischung aus Naivität und Cleverness, Trotz und Verletzbarkeit, der sich wünscht, dass es "mal still ist" in seinem Kopf."

08. März 2006 | KNALLHART • Kritik • fluter.de

Täglich könnte Michaels Geschichte sich so in Neukölln abspielen, meint Cristina Moles Kaupp. "Letztlich vermeidet Buck jedoch einseitige Schuldzuweisungen. Er lässt nicht verschiedene Kulturen gegeneinander antreten, sondern zeigt die Akteure als Opfer ihrer Lebensumstände. ... KNALLHART zeigt die Enge der Häuser, die Verwahrlosung, die Allgegenwärtigkeit von Gewalt. Entsetzt flüchten die Farben aus diesen Bildern, zu denen ein rotziger Soundtrack von Punk bis Elektro donnert. Alles in allem eine Ästhetik, die seit längerem zu den Standards von Musik-Clips gehört und zweifellos zum Thema passt. So schonungslos Buck Michaels Geschichte inszeniert, mit KNALLHART hat der Regisseur endlich bewiesen, dass auch er noch anders kann."

05. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Der Tagesspiegel

Die Jugendlichen aus dem Kiez finden den Film nicht realistisch genug, will Sebastian Leber bei der Premiere in Neukölln herausgehört haben.

04. März 2006 | KNALLHART • Kritik • Berliner Zeitung

Die Premiere des Neukölln-Films KNALLHART lockte viel Prominenz ins Neukölln-Kino Karli. Brenda Strohmaier war dabei.

02. März 2006 | KNALLHART • Kritik • film-dienst 05/2006

Misstrauisch war Alexandra Wach zunächst. Eine Überraschung an wuchtiger und kompromissloser Konsequenz ist dem Regisseur gelungen. "Neukölln erweist sich als plausible Kulisse für dieses bis zur letzten Minute packende Porträt einer neu herangewachsenen Lost Generation ... Auf die Finsternis der Geschichte antwortet KNALLHART mit fahlen, ausgebleichten Bildern eines mitunter an das vom Krieg gezeichnete Beirut ähnelnde Berlin. Auch wenn diese Art von Symbolik aufgesetzt wirkt und der Ton hier und da arg apokalyptisch gerät, diagnostiziert der Film mit einer unerbittlichen und parteiischen Haltung eine gesellschaftliche Fehlentwicklung und wagt eine Anklage, ohne allzu leichtfertige Lösungen zu bieten."

16. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ein unerwartetes Comeback hat KNALLHART laut Michael Kohler dem Regisseur Detlev Buck beschert. "Geradlinig erzählt, ohne Mätzchen, mit einen genauen Blick für Schauspieler: eine überzeugenden Auffrischung des Genrekinos durch Eindrücke der deutschen Gegenwart. Gut zu wissen, dass Buck auch anders kann."

16. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Junge Welt

Conny Gellrich mag den Film, aber hat doch etwas zu kritisieren. "Den wahren Protagonisten von KNALLHART, Neukölln, zeichnet Buck etwas einseitig. So könnte der Eindruck entstehen, absolut jeder Neuköllner sei mit Dealen, Rauben, Prügeln und mit Hoffnungslosigkeit beschäftigt. All die Studenten, Künstler und Akademiker, die wegen der billigen Mieten in Neukölln wohnen, übersieht die Kamera ebenso wie die Unmengen Kiezbewohner, die friedlich und ohne Hintergedanken Tee schlürfen, Döner essen, Shoppen gehen oder mit ihren Nachbarn schwatzen."

13. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Der Spiegel

Hätte Buck nur einmal reingeschaut bei MTV oder Viva, meint Daniel Haas. "Dort hätte er gesehen, dass die Verelendung einer Generation und ihrer Wohnquartiere längst zum Stilprinzip der Popkultur geworden ist. "Dort hätte er gesehen, dass die Verelendung einer Generation und ihrer Wohnquartiere längst zum Stilprinzip der Popkultur geworden ist. ... Die Jugendlichen, auch die gut bürgerlichen, jedenfalls nicht: Sie haben die Abstiegs- und Elendsdramen schon in Dutzenden von Hits und Videos mitverfolgt. Man muss ihnen nicht erklären, dass ein Juristensohn aus Dahlem andere Chancen hat als ein Deutschtürke aus dem Wedding."

11. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Berliner Zeitung

KNALLHART ist der beste Film, den Detlev Buck seit langer Zeit gedreht hat, meint Jens Balzer. "Er zeigt Dinge, die man nicht sehen möchte und wohl auch nicht sehen wird, wenn man weder fünfzehn ist noch in Neukölln leben muss. Zugleich tut dieser Film nicht so, als könne er ein umfassendes wahres Bild der Lage aufzeigen: In seinen Rhythmen, seinem zitathaft ästhetisierten Neorealismus, seiner sonderbaren Mischung aus stilisierender Verzauberung der Verhältnisse und schockhaft durchschlagender Brutalität lädt er stets auch zum Zweifel daran ein, ob das, was die Fünfzehnjährigen einander in diesem Film antun, wirklich typisch ist für die Welt, in der wir leben. Bei allem Rechercheaufwand, aller Authentizität der Inszenierung gibt Buck die Zweifel an den eigenen Bildern nicht auf."

11. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Der Tagesspiegel

Daniela Sannwald spricht mit Detlev Buck über Kiez-Ghettos, Sprachgrenzen und die Mafia.

11. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Jan Schulz-Ojala läßt der Regisseur nichts anbrennen. "Es gibt jetzt die, die sagen: Der Buck übertreibt aber. Und tatsächlich: Buck übertreibt, aber nicht sehr. Und das darf er auch, er hat schließlich keine Dokumentation, sondern einen Spielfilm gedreht. Und Kolja Brandt, der bei seinem ersten Spielfilm die Kamera führt, als hätte er nie etwas anderes gemacht als Spielfilmkameraführen, zeigt ein Berlin, wie es jeden Tag oder auch erst morgen früh sein kann, wenn es vor lauter Gewalt und Verrohung fast alle Farbe verliert. Braungrauer Seelendreck, dieses Problembezirkberlin; okay, Zehlendorf wäre grüner."

10. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Katja Füchsel kommt ein ganzer Berliner Bezirk in dem Film schlecht weg. Der Tagesspiegel zeigte den Streifen dem SPD-Bürgermeister Heinz Buschkowsky und dem Grünen-Politiker Özcan Mutlu und lud sie zum Streitgespräch.

09. Februar 2006 | KNALLHART • Kritik • Die Tageszeitung

Der Gangster- und Coming-of-Age-Film verleiht dem Berliner Bezirk Neukölln eine ganz neue Qualität, meint Cristina Nord. "Nicht nur der entsättigten Farbgestaltung wegen. Denn im Kino erhalten die Neuköllner Straßen einen ungeahnten Glanz. Die große Leinwand veredelt sie so, dass sie das Versprechen von Gefahr und Glamour bergen. Wer diese Straßen zu kennen glaubte, der kann sie hier in neuem Licht entdecken. ... Wenn KNALLHART daran arbeitet, den pauperisierten Stadtteil im Stile von Scorseses MEAN STREETS aufzuladen, dann entsteht dabei zwar ein unbekanntes Bild von Neukölln, doch zugleich bleibt der Film der bekannten Genre-Dramaturgie treu."

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