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DER ROTE KAKADU

DER ROTE KAKADU

Regie Dominik Graf
Kinostart 16.02.2006

Kritiken • DER ROTE KAKADU

18. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß sah ein wunderbar wüstes Coming-of-Age-Stück, das ganz ohne volkspädagogischen Impetus auskommt. "Der Tonfall ist über weite Strecken heiter-melancholisch, die Ausstattung aufwändig und bunt, der Bilderrhythmus hat enormen Swing. ... Die Trennlinie zwischen gut und böse ist dünn; es gibt keine Streicher, die sich zu düsteren Klangschwaden zusammenziehen, wenn ein Bösewicht auf der Bildfläche erscheint. Graf leuchtet mit seiner Dreiecksgeschichte die Ambivalenzen und Grauzonen jener Zeit aus. Er erzählt von flüchtigem Sex und wackeligen sozialen Arrangements, in denen Freundschaft und Verrat dicht beieinander liegen."

16. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • film-dienst 04/2006

Von Ferne fühlte sich Horst Peter Koll an Stummfilme erinnert. "Dass man der Geschichte so gespannt folgt, liegt deshalb zum großen Teil eben nicht an der opulenten Ausstattung oder der Musik, sondern am großen Geschick des Regisseurs, Fakten und Fiktion souverän zu einer intensiven, detail- und episodenreichen Erzählung zu verbinden, die nachvollziehbare, lebendige und überzeugend interpretierte Charaktere hervorbringt – und zudem eine eigene (Geistes-)Haltung besitzt. ... DER ROTE KAKADU ist alles andere als sprödes Autorenkino, das Graf noch mit seinem letzten Kinofilm DER FELSEN bediente; es ist routiniertes Unterhaltungskino – freilich mit aller Aufmerksamkeit, Sensibilität und Professionalität, die dieses Genre mit Glaubwürdigkeit und Leben erfüllt."

16. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Berliner Zeitung

Rüdiger Suchsland spricht mit Dominik Graf über seinen neuen Film DER ROTE KAKADU, die gute alte DDR und das Erzählen der Vergangenheit.

16. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Die Tageszeitung

Viel Action, Sex und Rock'n'Roll hat Claudia Lenssen ausgemacht. "Aber nie wird man das Gefühl los, mit Gesten des großen Kinos und knalligen Stereotypen überrumpelt zu werden. Die Tragikomödie von verlorenen Existenzen und eigensinnigen Bohemiens, die sich gegen graue DDR-Realität wehren, erdrückt, was sie vorgeblich retten will. ... Am Ende steht die Frage, wer mit wem durch die Flucht nach Westberlin seinen Kopf retten kann - leider kennt das Drehbuch nur diese Logik. Dominik Graf erzählt den "Geteilten Himmel", wie er von Westen aussieht."

16. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Frankfurter Rundschau

Vom Gefühl einer unüberwindlichen Entfernung ist der Film laut Sascha Westphal geprägt. "Nicht nur scheitert Siggi in seiner Liebe zu Luise, auch sein Regisseur bleibt ein Fremder in der von ihm erschaffenen Welt. Am Ende war sie, die DDR des Jahres '61, dann offenbar doch zu weit weg von der Wirklichkeit und der Wahrnehmung des westdeutschen Filmemachers. ... Graf hat sich zwar dem Trend widersetzt, vergangene Zeiten einfach mit Hilfe digitaler Effekte auferstehen zu lassen. Alle Bilder seines Films sind an Orten in der ehemaligen DDR entstanden. Doch nicht einmal dieses Beharren auf dem Wirklichen kann der Geschichte von Siggi, Luise und Wolle Authentizität verleihen. Sie bleibt ein Konstrukt und ein Kinoklischee."

16. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Neues Deutschland

Entweder kann Dominik Graf nicht Rock'n'Roll tanzen oder aber er opfert einer Schnapsidee [Tanz auf auf einer abschüssigen Rasenfläche], die ihm für seinen Film optisch nützlich scheint, alles, schreibt Margit Voss. "Der Regisseur, der in seinem Film die Geschichte einer ersten unerfüllten Liebe erzählen wollte, schwankend zwischen Melodram und Politsatire, entschied sich am Ende für die Politsatire. Sie ist im deutschen Film heute angesagt. Und kann auf Beifall hoffen. Dass man vielleicht mal auf die Suche nach einem Untertext gehen könnte, wie es ein Spielberg mit MÜNCHEN tat, dazu bedürfte es wohl Filmemacher anderen Formats."

15. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • fluter.de

Laut Anne Haeming schwankt der Film zwischen romantischer Komödie, Historienschinken und Teenager-Drama hin und her. "Regisseur Graf und seine Drehbuchautoren Michael Klier und Karin Åström rücken die Dreiecksgeschichte um Siggi-Luise-Wolle ins Zentrum. Gleichzeitig wollen sie aber nicht darauf verzichten, die Lebenswirklichkeit in der Ulbricht-DDR kurz vor dem Mauerbau detailgenau zu schildern – und stehen damit vor einem Problem: Sie wollen zu viel auf einmal. ... Zudem sind die Charaktere fast schon holzschnittartig gezeichnet, aber Jessica Schwarz, Max Riemelt und Ronald Zehrfeld gelingt es dennoch, ihre Typen lebendig werden zu lassen."

15. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • br-online.de

Mehr Seele hätte sich Margret Köhler gewünscht. "Der Abschied von Unbeschwertheit und vom Traum einer besseren DDR ist solide und ohne die übliche Ostalgie inszeniert, auch wenn das Klischee von prügelnden Volkspolizisten und ziemlichen dämlichen Stasi-Schlapphüten Auferstehung erlebt. ... Dominik Graf arbeitet mit dem Kopf und vernachlässigt die Seele. Dieses Defizit wird aber von der sehr guten Besetzung ausgeglichen. Max Riemelt als über beide Ohren verliebter Naivling und Jessica Schwarz als starke und verletzbare Frau retten das redliche Drama über die Runden. So ist man am Ende sogar mit kleinen Ungenauigkeiten wie Kameraschwenks über nächtliche Hochhäuser, die 1961 noch nicht existierten, oder dem Einsatz neumodischer statt historischer Schiffe versöhnt."

14. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz hat Regisseur Dominik Graf zu Ostutopien und Westperspektiven und die Qualitäten des Fernsehfilms interviewt.

14. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker glaubt, daß die DDR in den 60er Jahren genau so war. "Ein bisschen überanstrengt wie die Eingangsszene wirkt der ganze Film, etwas bilderbogenhaft auch. Aber sonst ist es eine interessante historische Versuchsanordnung ... Dableiben heißt manchmal auch, es nicht mehr rechtzeitig über die Grenze zu schaffen. Oder hat sie es gar nicht erst versucht? Der Film verabschiedet sie und uns mit den Siggi-Worten: Die Welt hinter der Mauer habe für ihn Luises Gesicht, ihre Schönheit und ihre Ideale behalten. Viel Pathos. Aber es ist schon okay. Mit dem Mauerbau ist Grafs Geschichte zu Ende, aber dann fängt sie in der DDR erst richtig an. Man braucht nur die amtlichen Notizen der nächsten Jahre zu lesen, um zu wissen: Das Unerhörte existierte."

09. Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • Die Zeit

Dass die DDR dazu reizt, als filmisches Fantasieland wiedererweckt zu werden, verwundert Thomas E. Schmidt nicht. "Dominik Graf möchte große deutsche Gefühlskunst vorführen, Zeitgeschichte plus Liebesdrama. Viel Romantik wird vorausgesetzt: Die gute Zone, das war Sozialismus plus Rock'n'Roll. Man muss schon glauben, dass damals alles so war, um die konstruierte Tragik der Story nachzuvollziehen. Es will sich aber ein Rest von geschichtlicher Distanz nicht wegfühlen lassen. Und das führt dazu, dass man trotz wunderbarer Schauspielerleistungen (besonders von Max Riemelt und Ronald Zehrfeld) auf Unstimmigkeiten stößt. Für die Geschichte, die er erzählt, ist der Film gewissermaßen zu gut inszeniert."

Februar 2006 | DER ROTE KAKADU • Kritik • filmz.de

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