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DER KICK

DER KICK

Regie Andres Veiel
Kinostart 21.09.2006

Kritiken • DER KICK

19. April 2007 | DER KICK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Wie Harry Nutt festgestellt hat, macht der Filmemacher Andres Veiel weiter mit seiner Untersuchung des kleinen Ortes Poelzig in der Uckermark. Sein Film DER KICK wird nun um ein Buch ergänzt.

22. September 2006 | DER KICK • Kritik • Der Spiegel

Trotz seiner Kargheit zeigt DER KICK eindringlich die Lebensumstände der Täter in der ostdeutschen Provinz - und wird so zum Porträt einer verlorenen Generation, schreibt Jenny Hoch. Der Film "verweigert sich jeglicher Bebilderung der Geschehnisse, sondern vertraut ganz auf den Text. ... Die Darstellung ist distanziert, brechtsche Desillusion ersetzt psychologischen Realismus. Nur in einem Punkt wendet sich Veiel von den Vorgaben des epischen Theaters ab: Die Kamera umkreist beständig die Gesichter der Schauspieler in Nahaufnahme und vermag selbst winzigste Regungen wie das Heben einer Augenbraue oder das Zucken eines Mundwinkels einzufangen und so die emotionale Welt der Figuren zu offenbaren."

21. September 2006 | DER KICK • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl spricht mit Regisseur Andres Veiel über seinen Film DER KICK zum Mord von Potzlow.

21. September 2006 | DER KICK • Kritik • Die Tageszeitung

Für Birgit Glombitza geht das Experiment auf, "auch dank der wunderbaren Präzision der beiden Schauspieler, und das auf sehr eindrucksvolle Weise. Den Regisseur interessiert das Sichtbarmachen durch das Verschwinden-Lassen. Ihm geht es um den Widerspruch zwischen der Abstraktion und dem Konkreten, der sich im Film sicher noch plausibler durchspielen lässt als auf der Bühne. Denn mit der Wahl des Kameraausschnitts lässt sich präziser entscheiden, in welchem Moment etwas näher oder körperlicher erscheinen soll ... Andres Veiel gelingt es tatsächlich, einen Blick in das gesamtdeutsche Herz der Finsternis zu werfen."

21. September 2006 | DER KICK • Kritik • Der Tagesspiegel

Martin Schwickert lobt das Konzept: "Die Entpersonalisierung der oftmals erschütternden Aussagen schafft Distanz, sorgt dafür, dass man den Blick nicht abwendet und die Worte nicht am Filter der eigenen Vorurteile abprallen. ... Dagegen zeichnet Veiel, der bei seinen Recherchen bewusst keine Kamera dabeihaben wollte, ein umfassendes Bild des sozialen Mikrokosmos, aus dem heraus das Verbrechen entstanden ist. Er liefert keine Erklärungen, aber er spricht trotz allem Verständnis das Dorf, das zusah und schwieg, nicht von Schuld frei. Niemand wird geschont. Die Bewohner von Potzlow nicht, aber auch nicht das Publikum, dem der Weg der einfachen Distanzierungen versperrt bleibt."

21. September 2006 | DER KICK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Heike Kühn arbeitet der Film mit begnadeten Schauspielern den Deutschland-Komplex auf. "Veiels und Schmidts verstörende Rekonstruktion, unterfüttert vom Studium der Akten, der Verhörprotokolle, der Anklage, des Plädoyers und des Urteils des Gerichtsprozesses, kommt nicht einfach zum Umkehrschluss der massenmedialen Festlegung aufs Monströse. Die Täter bleiben die Täter, aber es schält sich eine unheimliche Verkettung mit ihrem Opfer heraus. ... DER KICK ist wie ein Kreislaufkollaps, schwindelerregend und heilsam. Es muss einem erst schwarz vor Augen werden, bevor man die Welt wieder scharf sehen kann."

14. Februar 2006 | DER KICK • Kritik • Junge Welt

Der Regisseur lugt in das hinein, was er 'Ursachengestrüpp' nennt, tastet sich dabei weit ins Unterholz, schreibt Conny Gellrich. "Dem Film fehlt sicher die dem Theater eigene Drastik der unmittelbaren gemeinsamen Anwesenheit von Darstellern und Zusehern, dafür ermöglicht er in diversen Close-ups das präzise Studium der Gesichter der Darsteller, das Miterleben, wie eine Figur in die nächste übergeht, durch das Spiel der Wangenknochen, ein Zucken des Kinns. ... Der Text allein sollte Bilder in die Hirne der Zuschauer brennen, und das tut er. Jedes Mehr an filmisch Dargestelltem hätte die entsetzlich präzisen Szenen im Kopf nur verwischt."

13. Februar 2006 | DER KICK • Kritik • Die Tageszeitung

Stefan Reinicke interviewt Andres Veivel über seinen Film DER KICK, rechte Gewalt und falsche Erklärungen.

12. Februar 2006 | DER KICK • Kritik • Der Tagesspiegel

Christine Wahl lobt den Regisseur, weil er gegen die Klischees recherchiert hat. "Wie in seiner RAF-Reflexion BLACK BOX BRD schneidet Veiel Täter- und Opferperspektive erhellend gegeneinander und fördert irritierende Sätze zu Tage. Er will Strukturen offen legen, Etikettierungen aushebeln und Sprachoberflächen so gegeneinander halten, dass sie in eine über den Fall hinaus weisende Tiefe blicken lassen. ... Aber schon die minimalen Restanklänge an Authentizität und Sozialrealismus machten die Aufführung zum absturzgefährdeten Balanceakt."

11. Februar 2006 | DER KICK • Kritik • Berliner Zeitung

Christina Bylow zählt Regisseur Andres Veiel zu den Gewaltsuchern und unbedingten Zeitgenossen, die das Kino dringend nötig hat. "Doch der Zuschauer kann im Kino den Blick nicht schweifen lassen, ist dem ausgesetzt, was der Regisseur für ihn ausgewählt hat: bei Veiel immer wieder die Großaufnahme der Gesichter. In ihnen spiegelt sich jene Regungslosigkeit, die alle Figuren wie ein Bleimantel umschließt. Ob sie der Monströsität des Verbrechens geschuldet ist oder ob die - durch den gemeinen Alkoholismus verstärkte - grundsätzliche Fühllosigkeit das Verbrechen erst ermöglicht hat, bleibt offen. Sprachlosigkeit und Redezwang gehen einher mit der Unfähigkeit, den eigenen Anteil an der Tat der eigenen Kinder zu erkennen."

09. Februar 2006 | DER KICK • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Cristina Nord ist DER KICK ein "statischer, theaternaher Film; niemals verlässt er den Bühnenraum; niemals blendet er dokumentarisches Material ein. In seiner Nüchternheit erschließt er, was in Leuten, die arbeitslos und ohne Perspektive in Brandenburg leben, vorgeht, wie sie die Welt sehen, wie sie sich ein Verbrechen erklären. Und wie sie sich herausreden."

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