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BYE BYE BERLUSCONI!

BYE BYE BERLUSCONI!

Regie Jan Henrik Stahlberg
Kinostart 30.03.2006

Kritiken • BYE BYE BERLUSCONI!

30. März 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Frankfurter Rundschau

Wer heute aus guten Gründen entlarvend komisch sein will, muss den Real-Satiriker Berlusconi an Verrücktheit übertrumpfen, behauptet Heike Kühn. "Berlusconi hat Fellini studiert und Konsequenzen gezogen: Wenn Macht anfällig ist für Satire, muss Allmacht her. In diesem Sinne hat sich Berlusconi dazu bekannt, dass er eigentlich Christus sei, weil er das Kreuz Italien schon so lange und so tapfer (er)trage. Seine Erklärung, sechs Wochen vor der Wahl in sexueller Askese zu verharren, zielt in dieselbe Richtung. Triebverzicht in Italien, das sollte ausreichen, um ein Heiliger zu sein. Wozu die Fiktion einer Entführung?"

30. März 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • film-dienst 07/2006

BYE BYE BERLUSCONI! erzählt laut Wolfgang M. Hamdorf von "Fiktion und Realität mit den Mitteln des Dokumentarischen und des Diskurses über den Diskurs, in fiktiven Interviews, Zeitzeugenstatements und Dokudrama-Szenen. ... [Der Film] ist eine Gratwanderung zwischen politischer Groteske, den therapeutisch-dynamischen Prozessen eines "Low Budget"-Filmteams, politischer Nostalgie und der Realität eines zunehmend entpolitisierten Landes. Die Anknüpfungen an Mythen militanter Politik der 1970er-Jahre sind offensichtlich."

30. März 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • epd-film 04/2006

Der Film ist Gott sei Dank sehr viel weniger vorhersehbar als der Titel glauben macht, behauptet Barbara Schweizerhof. "Auf beiden Ebenen, der der Dreharbeiten und der der Entführung, spitzt sich die Lage immer mehr zu, wobei Autor und Regisseur Stahlberg zu zeigen versucht, wie die Angst vor politischer Verfolgung auch zur "self-fullfilling prophecy" werden kann. Dass BYE BYE BERLUSCONI! so kurz vor den Parlamentswahlen in Italien in die Kinos kommt, ist eigentlich schade, denn wer wird sich nach einer möglichen Abwahl des Mannes noch für den Film interessieren? Und wird er wiedergewählt, wird der Film, zumindest in Italien, wahrscheinlich doch noch verboten. Und dafür ist er doch eigentlich zu harmlos in der Satire. Für notorische Rechthaber ist das eine missliche Lage."

29. März 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Jungle World

BYE BYE BERLUSCONI! ist für Federica Matteoni eine Mischung aus Politsatire, Dokumentarfilm und Persiflage, entspannt gelacht hat sie dabei kaum. "'Politisch' ist er auf einer Metaebene. Das Spiel mit Fiktion und Realität wird im Film nicht als bloßes Stilmittel, um des Ex­perimentierens willen verwendet. Es ver­mittelt eine politische Aussage über die Macht der medialen Wirklichkeit, die in Italien seit Jahren zur politischen Rea­li­­tät geworden ist. Der Unternehmer, Poli­ti­ker, Medienmogul und Showman Silvio Berlusconi verkörpert in seiner Person diese Verschmelzung von Realem und Irrealem auf groteske und gleichzeitig erschreckende Art und Weise."

29. März 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • fluter.de

Die Erwartungen an den Film waren bei Cristina Moles Kaupp groß. "Stahlberg musste seinen Film als Satire tarnen, damit er überhaupt realisiert werden konnte. Also wird aus Berlusconi nun ausgerechnet Topolino (so heißt Micky Maus in Italien), seine Ankläger nennen sich die Hundekackerbande. Klingt grässlich daneben und leider sind die weiteren Gags ähnlich krachledern. Hinzu kommen zermürbende Diskussionen des zunehmend konfuser werdenden Filmteams, das von der Polizei und der Medienmacht Topolinos in die Zange genommen wird – darunter leidet nicht zuletzt auch die politische Intention des Films. Einziges Highlight: der maliziös grinsende Maurizio Antonini als weltbestes Berlusconi-Double."

29. März 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • br-online.de

Eine raffinierte Satire mit doppeltem Boden sah Kirsten Liese. "In eingeschobenen, pseudo-dokumentarischen Interviews stellen sich die Schauspieler als vermeintlich reale Kameraleute und Regieassistenten vor, übrigens auch Stahlberg selbst, der clever genug ist, seinen Regisseur selbst zu spielen und seine Drehbuchautorin mit seiner Lebensgefährtin Lucia Chiarla zu besetzen. So lebt BYE BYE BERLUSCONI! von ständigen Grenzüberschreitungen zwischen Realität und Fiktion."

10. Februar 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Die Tageszeitung

Viel Aufmerksamkeit für viel Gutmenschentümelei - und beschämend wenig Provokation hat Harald Fricke wahrgenommen. "Was nervt, ist die unentwegte Selbstversicherung der guten Tat: Einerseits soll alles an BYE BYE BERLUSCONI! bloß Spiel sein, andererseits kokettiert Stahlberg ... damit, dass diese Scheinhaftigkeit im heutigen Italien schon ein Verbrechen sein könnte. Er beschwört Zensur, belegt wird sie nicht. Statt auf Analyse setzt der Film auf die Sogkraft des Verdachts. ... Dario Fo wird darüber lachen, Berlusconi vielleicht auch. So viel Aufmerksamkeit für so beschämend wenig Provokation hätte er sich so kurz vor der Wahl kaum wünschen können."

10. Februar 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz–Ojala bringt es auf den Punkt: "Die Geschichte: schleppend. Die Witze: fad. Die Satire: zahnlos. Nur das Casting ist in einem Fall genial. Maurizio Antonini sieht aus wie Berlusconi. Er ist Micky Laus in Hühnerhausen und wird entführt von der Hundekackerbande, die ihm den verdienten Prozess machen will – inklusive Urteilsfindung per Internet."

09. Februar 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Neues Deutschland

Tom Mustroph liebt die Polit-Groteske, vor allem deswegen, weil hier ein Mann, der aussieht wie Berlusconi, laut und deutlich zugibt, von der Mafia Geld erhalten zu haben. "Realität und Filmrealität verschmelzen auch dadurch miteinander, dass BYE BYE BERLUSCONI! tatsächlich in Genua gedreht wurde und Regisseur Stahlberg im Film Regisseur des Mickey Laus-Filmes ist. ... BYE BYE BERLUSCONI! macht auf das große Problem der römischen Telekratie aufmerksam. Weil viele beruflich abhängig sind vom System Berlusconi, traut sich auch die kritisch eingestellte künstlerische Intelligenz kaum an die Öffentlichkeit. Ob der mit deutschen Geldern produzierte Film daran etwas ändern kann, ist fraglich."

09. Februar 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Junge Welt

Militanz, Zitat-Pop und Ratlosigkeit sieht Christof Meueler in dem Film. "Die hübscheste Idee ist es, den Entführten im Internet öffentlich anzuklagen und über seine Taten per Online-Voting abstimmen zu lassen. Er bekommt 60 Jahre und meint: 'Ihr seid nicht das Volk!' Das ist genau das Problem: BYE BYE BERLUSCONI! bleibt an der Pop-Oberfläche des Kapitalisten kleben. Einmal rufen die Entführungsschauspieler: 'Wir finden das nicht witzig!' Der Regisseur brüllt: 'Ich schon!' und knallt die Tür. Alle sind verlegen."

08. Februar 2006 | BYE BYE BERLUSCONI! • Kritik • Der Spiegel

Geschickt vermengt der Film Realität und Fiktion, meint Oliver Voß. Der Kritiker berichtet von den Dreharbeiten und Problemen. "Im Wahlkampf wird der Film aber wohl keine Rolle spielen, im Gegensatz zum mit Spannung erwarteten Berlusconi-Film "Il Caimano" des italienischen Starregisseurs Nanni Moretti, der demnächst erscheint. Stahlberg betrachtet seinen Film bereits aus historischer Perspektive. Jetzt mag er zu gewagt erscheinen, "doch in zehn Jahren werden Sachen rauskommen über Berlusconi, wo uns allen noch mal unglaublich die Ohren schlackern werden"."

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