| Regie | Marc Forster |
| Kinostart | 23.02.2006 |
Olaf Schneekloth spricht mit Regisseur Marc Forster über seinen neuen Film STAY, die Tücken der Psyche und seine Fixierung auf den Tod.
Die sensible Metaphysik des Films hat Heike Kühn erschlossen. "STAY verweigert uns nicht die Chance der Vollständigkeit. Innerhalb der vielen Lebensgeschichten, die ein und dieselbe Person im Traum eines Sterbenden oder in der Wiedergeburt durch Kunst, Phantasie und Schicksal durchlaufen kann, schlummert die Ahnung eines göttlichen Films, in dem alle wiederkehren. Doch auf Erden sind wir noch nie schöner desillusioniert worden: STAY zieht uns den Boden unter den Füßen weg, aber im Fallen sind wir verzaubert."
Martin Maaß bescheinigt dem Film, ein verknoteter Hirnkasten zu sein. "Wer auf lineare, logische Geschichten steht, wird mit STAY nicht sehr glücklich werden. Denn dieser Film funktioniert nur assoziativ. Man muss sich auf ihn einlassen, dann kann man ihn auch genießen – und schlussendlich sogar als Meisterwerk empfinden. Bis dahin ist Regisseur Marc Forster aber nicht zimperlich darin, seine Zuschauer in die Verwirrung zu treiben."
Bizarr ist der Thriller für Kirsten Liese. "STAY ist ein artifizieller Film, der sich vor allem über seine Experimentierlust definiert und als solcher ist er durchaus interessant. So sorgen vor allem ungewöhnliche Kamerapositionen dafür, dass die Räume, in denen Sam Foster das Geheimnis seines seltsamen Patienten zu lösen versucht, jegliche Tiefe verlieren. Bisweilen lösen sich die Aufnahmen fast in abstrakten Mustern auf und korrespondieren dann mit den Bildern in den Ateliers, die Stefanie Schneider, eine Berliner Künstlerin gemalt hat: helle, verwischte sommerliche Strandszenen nach alten Polaroids. In Unschärfe verschwimmen auch die Hintergründe, während die Kamera stets nah an den Figuren ist. Die stilistisch-ästhetische Extravaganz trägt jedoch nicht diesen Film, die komplette Auflösung herkömmlicher Erzählstrukturen lähmt die Handlung."
Das düstere Psycho-Drama gibt sich visionär und kalkuliert verwirrend, schreibt Alexandra Wach. "Das Ergebnis, eine Geschichte um Schuld und Vergebung, Trauma und Erlösung, vereinigt ausgestellten Weltschmerz mit kalter Oberfläche und dem Streben nach noch nie gesehenen Bildern. ... Dank suggestiver Kameraarbeit, atmosphärischer Musik und ausgeklügelter Montage vermag der über weite Strecken psychedelische Trip durchaus einen Sog zu entwickeln, stößt aber inhaltlich immer wieder an Grenzen und lässt den Betrachter zunehmend ratlos zurück. Forster ist so verliebt in seine großstädtische Moritat, dass die Glaubwürdigkeit der Figuren mitunter in einer Dunkelkammer aus Effekten und Stimmungen abhanden kommt."
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