| Regie | Dean Parisot |
| Kinostart | 05.01.2006 |
Verena Araghi führt ein Gespräch mit Komiker Jim Carrey über seine neue Familienkomödie DICK UND JANE, seinen zerstörten Traum von Amerika und seine Depressionen.
Sehr anschaulich ziegt der Film, was die bubble economy für die amerikanische Mittelklasse bedeutet, schreibt Bert Rebhandl. "Warum hinterlässt dieser Film, der sich mit Fug und Recht auf die Seite der Betrogenen stellt, trotzdem einen schalen Nachgeschmack? Dean Parisot scheint sich für seine Figuren nicht sonderlich zu interessieren. Dick und Jane sind eingespannt in ein straffes Korsett visueller Ideen, sie erscheinen wie Marionetten in einer Abfolge von mechanischen Gags und schnellen Schnitten. Jim Carrey bekommt kaum einmal Gelegenheit, die Intelligenz seines Slapstick auszuspielen - er ist auf die Rolle des Chaotikers reduziert, dessen Frau mit professioneller Kühle die Kurve kriegt, aus der es ihn wirft."
Carmen Böker hat nicht immer gelacht, aber viel geschmunzelt. "Jim Carreys videoclipschnelles Clownspielen ist dabei wie immer Geschmackssache, es zu ertragen eine Frage der Duldsamkeit; mitunter möchte man ihm schon eine dämpfende Decke überwerfen wie dem dauerzwitschernden Kanarienvogel im Käfig. Auch Téa Leoni scheint sich unterdessen auf eine bestimmte Darstellungsart festlegen zu wollen: Sie spielt die Ehefrau hier genauso hysterisiert wie in ihrem Vorgänger-Film SPANGLISH. Von diesen Schablonen des Humors abgesehen, ist DICK UND JANE in manchen Details durchaus überraschend überspannt."
David Siems empfiehlt folgendes: "Wer Jim Carrey liebt, kann in etwa erahnen, wie wunderbar peinlich und komisch er als skrupelloser Gangster wohl auf seine armen Mitmenschen wirkt. Wer Jim Carrey hasst, sollte es sich zwei Mal überlegen, denn Regisseur Dean Parisot versteht sein Handwerk ... DICK UND JANE lebt von den wunderbaren Slapstick-Momenten, die Jim Carrey so unnachahmlich und in Perfektion beherrscht, dass man ins Grübeln kommt, welcher Schauspieler wohl so viel Albernheit mit gleichzeitigem Stil vereinbaren kann. Dagegen sieht natürlich jeder Akteur in einer Nebenrolle ziemlich blass aus - mit Ausnahme von Alec Baldwin, der hier als skrupelloser und geldgeiler Tycoon McCallister so richtig schön fies ist."
Slapstickhafter und durchgeknallter ist das Remake, meint Florian Kummert. "Carreys Dick ist von Anfang an ein kleiner Anarcho, dem man den Wandel zum kostümierten Räuber durchaus abnimmt. Doch das ganze ist als zwar kurzweilige, aber zuckersüße Komödie inszeniert, der bösartige, tragische Humor, der in dem Stoff steckt, wird überhaupt nicht ausgenutzt. ... Mit DICK UND JANE liefert [der Regisseur] nur Durchschnittsware, die durch einige gelungene Passagen aus dem Mittelmaß herausragt. Am Ende ... wird einem bewusst, wie wenig politischen Biss sich der Film zutraut, der mit einem honigsüßen Happy-End an der Realität leider weit vorbeigeht."
Erstaunlich stimmig fügt sich das Remake aus den 70ern in die Post-New-Economy-Ära zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein, schreibt Katharina Zeckau. "Der Anspruch einer sozialkritischen Satire auf das skrupellose Finanzgebahren der in die eigene Tasche wirtschaftenden Bosse bleibt uneingelöst: Dafür ist dieses moderne Bonnie & Clyde-Märchen zu sehr Familienunterhaltung, die keinem wehtun will. Als Komödie mit gelegentlichen satirischen Spitzen dagegen ist der Film ziemlich gelungen, wenn auch einige klamaukige Längen den Gesamteindruck etwas trüben."
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