DOMINO

film-zeit Film: DOMINO
Regie Tony Scott
Kinostart 29.12.2005

Inhalt • DOMINO

Domino kommt als Tochter eines Schauspielers und eines Topmodells in einer Welt voller Reichtum zur Welt - und schert sich nicht um vermeintliche Privilegien. Nach einem kurzen Ausflug in die Fashion-Welt als Model findet sie ihre Bestimmung in einem Seminar für Kopfgeldjäger. Der Ex-Kriminelle Ed Mosbey wird ihr Mentor, während sie vom Latino Choco heimlich verehrt wird. Der Dritte im Bunde ist Alf, ein afghanischer Einwanderer, der die Gang mit Sprengstoff beliefert. Zusammen spürt das Quartett so viele flüchtende Verbrecher auf, dass der TV-Produzent Mark Heiss auf sie aufmerksam wird und sie zu Stars einer Reality-TV-Serie macht. Was jedoch keiner der Beteiligten weiß: Die vier Kopfgeldjäger stehen kurz vor ihrem schwierigsten Job...

Kritiken • DOMINO

31. Dezember 2005 | Kritik • Die Tageszeitung

Arschcool findet Kirsten Riesselmann den Film. "Keira Knightley hatte zwei Millionen Dollar Gage für ihre Domino-Rolle eingestrichen und Scott die coolsten Anekdötchen aus Dominos Lebensgeschichte zu einem mutwillig fulminanten Action-Machwerk zusammengedampft. Ohne mit der Wimper zu zucken. Kopf oder Zahl. ... Dieser Film hätte Mitte der Neunziger herauskommen müssen, um die mangelnde Gewitztheit seines Plots wenigstens mit visuellen Neuigkeitswerten zu kompensieren."

30. Dezember 2005 | Kritik • Der Stern

Für Birgit Roschy ist der Film ziemlich nichtssagend geraten, und die gute Story wird von allerlei Lärm und Geballer verschüttet. "Stilistisch wird aufgefahren, was seit NATURAL BORN KILLERS angesagt ist: grobkörnige, farbgefilterte Wackelbilder, reißende, kreiselnde Kameraschwenks, wummernder Soundtrack, Sex im Meskalinrausch. Es wird geblutet, gezündelt und geballert, bis der Zuschauer Gnade schreit. ... Und man muss Tony Scott zugestehen, dass sein mit Adrenalin und Aggression aufgepumptes XXL-Nichts verdammt gut aussieht. Ob es Begeisterung oder Kopfweh erzeugt, kommt auf den Grad der Ausgeschlafenheit an."

30. Dezember 2005 | Kritik • Der Tagesspiegel

Ein schrilles Requiem sah Christian Schröder. Der Regisseur will "beweisen, dass er mehr ist als ein Action-Handwerker. Eine Ambition, die dem Film in jeder Einstellung anzusehen ist. Die Kamera blickt in den steilsten Unter- und Aufsichten auf ein Geschehen, das sich in überbelichteten Bildern und ausgewaschenen Farben austobt. Die hohe Schnittfrequenz erinnert an die Rasanz früher Musikvideos. DOMINO treibt den Tarantinoismus auf die Spitze. ... Doch statt ernst zu machen, begnügt sich Tony Scott mit blutigem Spaß."

29. Dezember 2005 | Kritik • Berliner Zeitung

Nervtötend und selbstgefällig nennt Marin Majica das "Machwerk eines Action-Veteranen: exzessive Gewalt, eine nicht-lineare Erzählung um einen Geldtransporter-Überfall und Mafia-Verwicklungen, viel HipHop und Metal auf der Tonspur. Dazu Auftritte von Keira Knightley, Mickey Rourke, Christopher Walken, Jacqueline Bisset, Lucy Liu und R&B-Star Macy Gray. Viel Lärm, Explosionen und Epilepsie auslösend schnelle Schnitte um ein Nichts an Geschichte. ... DOMINO [ist aber] aus eben den genannten Gründen als furiosen Bilderrausch zu sehen, der jede Realitätsverbundenheit schon im Vorspann ironisch unterläuft."

29. Dezember 2005 | Kritik • Die Welt

In diesem Werk der Zerstörung sah Hanns-Georg Rodek Bilder wie Gewehrsalven. "DOMINO gefällt sich in der Pose des Provokateurs, der sein Adrenalin daraus zieht, daß er Sehgewohnheiten ignoriert und auf die widerwillige Bewunderung eines auf Reize versessenen Publikums hofft. [Der Film] wirft mit jedem Geschoß nach dem Publikum, das sich im Arsenal eines Filmemachers findet: Zeitlupe oder Beschleunigung, 35mm- und Videomaterial, Schwarzweiß und ausgebleichte Farben, Wiederholungen und Untertitel, Rückblenden und Rückblendern in Rückblenden. DOMINO ist eine jener seltenen Kreaturen, bei denen man nie weiß, was einen in der nächsten Sekunde erwartet."

29. Dezember 2005 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Michael Kohler kann sich "die seit King Arthur schlachterprobte Keira Knightley in den Adelsstand erhoben fühlen. Für DOMINO hat die britische Grazie ihre luftige Amazonenschürze gegen eine Rüstung aus Jeans und Lederjacke eingetauscht und mimt die grimmige Verkorkstheit ihrer Figur so überzeugend, dass sie selbst an der Seite Mickey Rourkes besteht. ... DOMINO wird von einer giftige Farbpalette bestimmt, von grobkörnigen oder unscharfen Bildern, Doppelbelichtungen, ruckartigen Zooms und Kameraschwenks, und ist offenbar mit dem Ziel montiert worden, beim Zuschauer einen Dauerzustand leichter Desorientierung hervorzurufen. Tony Scotts handwerkliches Imponiergehabe wäre allerdings ungleich faszinierender, wenn man die porträtierten Figuren hinter dem kalkulierten Exzess noch als solche erkennen könnte."

29. Dezember 2005 | Kritik • Neues Deutschland

Vielschichtig und intensiv ist das Spiel der Darsteller in diesem High-Speed-Action-Thriller, schreibt Marion Pietrzok. "Doch ist es für den Zuschauer ein schieres Blindwerden an blinder Gewalt, an der Hektik der Schnitte, der Unschärfen, Farbverfremdungen. Ein die Wahrnehmung überforderndes Puzzle, in dem zwischen den Erzählzeiten und -perspektiven gesprungen wird, in dem nicht nur die Kopfgeldjäger selbst, die Reality-TV-Crew, FBI, Mafia, Dominos Familie und die Opfer ein Durcheinander zum ausweglosen Verheddern bilden - dem Zuschauer ist es am Ende gleich, ob er denn den Faden noch behält und dass zum Schluss gar die echte Domino in die Kamera lacht."

28. Dezember 2005 | Kritik • br-online.de

Auf die wahre Geschichte setzte der Regisseur noch einen drauf, behauptet Margret Köhler. "Tony Scott kümmert sich wenig um seine Schauspieler, Keira Knightley darf endlich mal so richtig taff sein, Mickey Rourke mal wieder supercool und Christopher Walken als TV-Produzent skurril. Eine Prise Humor und ein Quäntchen Romantik reichen nicht, die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu halten. Das Drehbuch - eine Katastrophe. Im Affenzahn geht es durch die Handlung, der Look ist gewöhnungsbedürftig mit hektischer Kamera, verwackelten grobkörnigen Bildern, Doppelbelichtungen und Farbkombinationen wie auf einem LSD-Trip. Stilwille erschlägt den Stil - trotz teilweise interessanter Optik."

22. Dezember 2005 | Kritik • Frankfurter Rundschau

"Auf der Bildebene veranstaltet Scott Terror. Grisselige Zeitlupen-Aufnahmen wechseln fröhlich mit Sequenzen in Musikvideo-Ästhetik. Dann scheint die Farbe von der Leinwand zu tropfen. Der Film ist ein stilistisch ehrgeiziger, aber zunehmend anstrengender Ereignisstrom, der wie ein Sturm vorüberzieht. Insofern, aber wirklich nur insofern mag er dem Leben der Kopfgeldjägerin Domino gerecht werden."

22. Dezember 2005 | Kritik • film-dienst 26/2005

Reichlich verworren findet Felicitas Kleiner den Plot. Die Schauspieler werden "von der wirren Fülle an Handlungselementen und der enervierenden Ästhetik schlicht an die Wand gedrängt: grobkörnige Bilder, reißende Kameraschwenks und unmotivierte Kreisbewegungen, extrem schnelle Schnitte und eine Soundtrack, der oft genug versucht, dem Ganzen noch zusätzlich Beat und Tempo zu verleihen, scheinen zu forciert zu versuchen, formell über die inhaltliche Substanzlosigkeit hinwegzutäuschen. Das ist schade, stand Tony Scott doch ein illustres Cast zu Verfügung."

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