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SNOW CAKE

SNOW CAKE

Regie Marc Evans
Kinostart 02.11.2006

Kritiken • SNOW CAKE

02. November 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Berliner Zeitung

Einen tapferen kleinen Autistenschwank sah Philipp Bühler. "Der Schnee ist Metapher für alles mögliche, für die vereisten Gefühle, für den gedämpften Lebensmut der meisten Beteiligten und vor allem für Alex, der nach und nach auftaut. Man spürt das Bemühen, es möge die Poesie daraus sprießen. Aber man muss das Kino schon lieben bis zur Blindheit, um sich dem hinzugeben. Autistin Linda hätte das schnell durchschaut. Wenn es etwas gibt, das sie bisherigen Kinoautisten voraus hat, dann ist das ein entlarvender Sinn für Realismus."

02. November 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Julian Hanich ist SNOW CAKE ein Film, der eine zweite Chance verdient. "Das liegt vor allem an Alan Rickman. Er verleiht seiner Rolle eine Gravität, die allein durch seine ironische stiff upper lip gemildert wird. Im Zusammenspiel aus Ernst und trockenem Humor treten die Verwerfungen seiner Figur deutlich zutage. ... Allerdings gibt es da noch Sigourney Weaver. Und die hat leider die Seiten getauscht: Sie wirft sich nicht wie sonst in den Kampf gegen die Aliens – sie spielt selber einen. Zumindest wirkt sie als "redselige Autistin", stets mit halboffenem Mund und fuchtelnden Armen, wie ein Wesen nicht von dieser Welt. Ihr Anblick bereit das zweifelhafte Vergnügen dessen, was Psychologen als "stellvertretende Scham" bezeichnen: Man leidet für sie. So stehen sich nun zwei Schauspieler gegenüber, deren Leistungen unterschiedlicher nicht sein könnten."

02. November 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Die Zeit

Dass Mut unheroisch, ja sogar komisch sein kann, daran erinnert Evelyn Finger das Seelendrama SNOW CAKE. "Es ist ein Film ohne teures Getöse, gedreht sozusagen in Zimmerlautstärke, in einer Allerweltskleinstadt in Kanada, der auf humorvolle Weise von der Renitenz dreier außergewöhnlicher Menschen handelt. ... Vorm Hintergrund des melancholisch verschneiten Ontario, das langsam zu frühlingshafter Heiterkeit auftaut, inszeniert Evans drei verschiedene Varianten von Weltfremdheit: Lindas pathologisches Abschottungsbedürfnis, verbunden mit Putzzwang und Ordnungswahn. Alex’ zur Misanthropie tendierende Schweigsamkeit."

26. Oktober 2006 | SNOW CAKE • Kritik • film-dienst 22/2006

Kunstvoll durchdacht, aber auch ein wenig gekünstelt, findet Stefan Volk den Film. "SNOW CAKE sammelt derartige Kinopointen. Bedeutungsschwere, metaphorische oder heitere Augenblicke, die alle für sich genommen funktionieren, ohne sich aber organisch aus der Gesamterzählung zu ergeben. Wie Bilder einer Galerie gliedern sie den Film, der gleichsam rückwärts auf die eine titelgebende Szene zugeschrieben scheint, in der Alex Linda einen Schneekuchen ins Gefrierfach stellt. "Carpe Diem!", oder: "Enjoy the Snow Cake!" Und: Bewältige deine Vergangenheit! Ein Glück nur, dass sich der Filmemacher bei soviel Lebensweisheit das Happy End versagt."

11. Februar 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Film hat bei Daniel Kothenschulte einen leeren Magen hinterlassen. "Von der Fotografin Diane Arbus, dieser Chronistin des Abseitigen im Alltäglichen, weiß man, dass sie so lange auf den Auslöser drücken konnte, bis auch normale Zeitgenossen wie Außerirdische aussahen. Das Konsenskino hat eine gegenläufige Methode entwickelt, uns mit den unangenehmen und verstörenden Seiten des Lebens zu versöhnen. Es sucht einfach bei Kranken oder Behinderten nach liebenswerten Schrulligkeiten oder friert eine Filmszene ein zum Porträt momentaner Seeligkeit."

11. Februar 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Neues Deutschland

Diesmal gab es gleich zu Anfang einen richtigen Film, meint Gunnar Decker. "Sah man je so viel lila Plüsch, soviel ornamentalen Kitsch? Kaum, aber so stilsicher wird er hier arrangiert, dass er beinahe etwas von einer surrealen Traumlandschaft bekommt. Einsamkeit ist vielleicht nicht das richtige Wort für die Menschen dieses Films. Hermetik trifft es besser. ... Jedes Leben trägt eine Geschichte in sich, die anderen nicht einfach zu erzählen ist. Jedes Ich ist schon eine Welt, die eine Grenze von anderen trennt. Darin liegt eine traurige Poesie, die aber auch schön, für Momente sogar komisch sein kann."

10. Februar 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Die Tageszeitung

Routiniert durchdekliniert und mit Hingabe performt, gut ausbalanciert und schwer tränentreibend ist der Film für Gerrit Bartels. "Erstaunlich, wie in diesem Film alles säuberlich ausgepuzzelt wird, wie sich Schuld und Vergebung innigst verschränken, kein Detail einfach nur Ornament ist. ... Human touch, gut ausbalanciert, schwer tränendrüsenaktivierend. Am Ende bleibt selbst der Filmtitel nicht unerläutert. Linda bekommt von Alex eine Schneetorte, und soviel symbolisch-verkitschter Sex war wirklich lange nicht mehr."

10. Februar 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Der Tagesspiegel

Ehrgeizig gefühlvoll nennt Jan Schulz-Ojala den Film. Der Film hat ihn bald kalt gelassen: "Was irgendwie tragisch ist: Denn er gibt sich optisch, dramaturgisch und irgendwann auch nachdrücklich spürbar musikalisch alle Mühe, jedes, aber auch jedes Zuschauers Herz zu erwärmen. ... [Der Film] hält dann doch nur drauf auf Sigourney Weaver, die zunehmend hilflos und stereotyp zappelnd und hüpfend und tanzend die Autistin mimt. Und Alex, dessen Geschichte lange gar nicht mehr vorankommen will, steht in der übrigens durchaus hundelieblingsträchtigen Story bald dauermissmutig wie ein begossener Pudel daneben."

10. Februar 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Der Spiegel

SNOW CAKE war für Daniel Haas erstklassige Seelenspeise und ein herzerwärmendes Plädoyer für die Tragikomik. "Selten sah man eine Darstellerin so differenziert mit der Rolle des Behinderten umgehen. Der Part des psychisch oder geistig Kranken kann einen Star schnell zum schauspielerischen Muskelspiel verführen. Seht wie präsent ich bin, das
Andere, Fremde zu verkörpern. Weaver hingegen akzentuiert die komische Seite der Figur, macht sie zu jener einzigartigen Frau, deren Krankheit nicht nur Beschränkung, sondern auch Gabe ist."

09. Februar 2006 | SNOW CAKE • Kritik • Die Zeit

Evelyn Fingerspricht mit Sigourney Weaver über die Lust an der Provokation.

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