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THE NEW WORLD

THE NEW WORLD

Regie Terrence Malick
Kinostart 02.03.2006

Kritiken • THE NEW WORLD

03. März 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Berliner Zeitung

Das Publikum muss sich seine Gedanken selbst machen, meint Stephan Speicher. "Wo bleibt das Negative? Die Ausrottung der Ureinwohner, der gescheiterte Traum von der Unschuld? Die Frage wird im Film nicht expliziert, und also bekam er von Theweleit und anderen eine schlechte Note in Politik und Moral. Doch der historische Stoff hat den Vorzug, über das Kunstwerk hinauszuragen. Zu Schillers "Wallenstein" etwa gehört mehr, als der Text ausspricht. Die Hauptfigur wird ermordet, um Europa den Frieden zu bringen; wer nicht weiß, dass auf diesen Mord weitere 14 Jahre des Krieges folgen, der hat die Kraft des Stückes nicht begriffen. THE NEW WORLD stellt Amerika in seiner ersten Unschuld dar."

03. März 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Berliner Zeitung

Marc Hairapetian spricht mit Sarah Green, der Produzentin von THE NEW WORLD.

02. März 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Eine kleine Geschichte der Zivilisation erzählt der Regisseur laut Daniel Kothenschulte. "Nicht weil dem Stoff ein noch unbekannter Aspekt erschlossen würde oder eine gegenläufige Lesart. Malick sucht in seiner Filmsprache ein Äquivalent des ersten, unverstellten Blicks. Es beginnt mit Bildern einer ungeformten Landschaft ohne das Bemühen um kompositorische Eingrenzung. Nahezu der gesamte Film ist mit der Steadycam gedreht. So ist er in einem traumhaften Fluss gehalten. Nie soll sich das Bild der unerschlossenen Welt dabei in einen kompositorischen Rahmen fügen."

02. März 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Christoph Egger denkt darüber nach, was für ein Film THE NEW WORLD ist: Geschichtsbetrachtung, Historienfilm, Köstumfilm. "Es ist ein zutiefst romantisches Lebensgefühl, das Terrence Malick seiner Interpretation der Pocahontas- Legende zugrunde legt. Das dramaturgische Mittel, das ihm Ausdruck verleiht, hat mit faszinierender Wirkung THE THIN RED LINE erprobt, eine Art inneren Monolog, ein Bei-sich-Sprechen der Figuren, das seinem Urheber mitunter nur mit Mühe zuzuordnen ist. Auch THE NEW WORLD gelingen dichte Momente, wenn sich die Sprecher gleichsam ihrer letzten Beweggründe inne werden wollen. Ebenso wird man feststellen dürfen, dass die Sprache der Empfindsamkeit hier gelegentlich das Betuliche streift."

01. März 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Der Tagesspiegel

Betörend ist die Verfilmung der Saga für Julian Hanich. "Seine Handlung folgt nicht dem Weg, den die Filmhochschulen weisen, den die Fernsehsender fordern, den die Drehbuchanleitungen nahe legen. Seine Erzählweise ist überbordend und sprunghaft, mit Wiederholungen aufgebauscht und durch Ellipsen zerklüftet. Und wenn Malick kein Geschichtenerzähler ist, dann ist er erst recht keiner, der Geschichte nacherzählt. Deshalb wäre es Beckmesserei, von ihm historische Genauigkeit zu verlangen."

13. Februar 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Berliner Zeitung

Die ist der erste pantheistische Katastrophenfilm in der Geschichte Hollywoods, meint Bert Rebhandl. Der Regisseur "sammelt Eindrücke, streift herum, studiert das Licht und das Wetter, blickt den Algonquin in die geschminkten Gesichter, und hört in die Herzen seiner Figuren. Dazu hat James Horner einen Soundtrack geschrieben, in dem Richard Wagners "Rheingold" eine zentrale Rolle spielt - auch THE NEW WORLD entsteht aus dem Wasser, die Schätze liegen offen zu Tage und lösen dann doch eine fatale Konkurrenz aus. ... THE NEW WORLD ist keineswegs so eindimensional, wie es aufgebrachten Kritikern erscheinen mag, sondern trägt die Struktur der Säkularisierung in sich selbst: Das ursprüngliche Amerika ist bei Malick ein Mythos, dessen Entstehung und Zerfall er noch einmal nachvollzieht."

13. Februar 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord wußtes es schon immer: Indianer sind die besseren Menschen. Die Kritikerin sah "eine naiv vorgetragene Vorstellung von Unschuld und paradiesischer Existenz unter Naturvölkern. Im neuen Film wird diese Vorstellung üppig ausgemalt; man sieht mit Schrecken, wie sich die Kamera am schönen Gesicht Pocahontas' weidet, an ihrer Gestalt im knappen Lederdress. Das Kostüm könnte auch aus den Exploitation-Filmen Roger Cormans stammen. ... Jede Szene ruft: Diese Unschuld! Diese Existenz vor dem Sündenfall! Und schon fallen die Sonnenstrahlen durch die Baumkronen, als hätte der liebe Gott sie geschickt."

13. Februar 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Daniel Kothenschulte ist THE NEW WORLD nicht von dieser Welt. "Schon in den ersten Augenblicken seines Zweieinviertelstundenfilms findet Malick einen Takt, den er den Film über beibehalten und so den Zuschauer auf eine einzigartige Zeitreise schicken kann. Figuren in einer Landschaft, mehr braucht dieses minimalistische Epos nicht, um eine kleine Geschichte der Zivilisation zu erzählen. Es scheint, als müsse man die Kunstgeschichte um einige Jahrhunderte zurückdrehen, um etwas zu finden, das diese zeitlose Liebe erklären könnte. ... Und es scheint, als müsse man die Musikgeschichte um ein paar Jahrhunderte zurückdrehen, um eine Komposition zu finden, die zu dieser Liebe passt. Malick findet sie bei Mozart, und diese Geste ist die Klügste, die man zum Jubiläum bislang erlebt hat."

11. Februar 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Berliner Zeitung

"Wenn Malick sich einer so archetypischen Geschichte annimmt (die zudem 1995 durch einen Disney-Trickfilm eher wenig problembewusst nacherzählt wurde), dann vielleicht deswegen, weil er darin sein altes Thema wiedererkennt: die Mythologie vom verlorenen Paradies und die Suche nach einer Natur jenseits der Zivilisation.", schreibt Bert Rebhandl. ... "Wenn Klaus Theweleit THE NEW WORLD nun vorab als 'kolonialistischen Softporno' beschimpft, so legt er implizit die Aporien von Malicks Naturverständnis bloß: Dieses ist in hohem Maß bildungsbürgerlich bestimmt und eine so zutiefst europäische Konstruktion, dass jede Begegnung mit Ureinwohnern nur in ausweglose Selbstreflexion führen kann."

08. Februar 2006 | THE NEW WORLD • Kritik • Der Tagesspiegel

Schnell verläßt laut Klaus Theweleit THE NEW WORLD die Basis der "historischer Fakten" und siedelt sich im Bereich der Liebeslegenden zwischen weißem Conquistador und schönem Natural-Mädchen an. Der Autor rekapituliert die wahren Geschehnisse. "Was mag einen Regisseur wie Malick, der etwa alle zehn Jahre einen Film macht, dazu bewogen haben, die abgeleiertste und auch stumpfste Version von der unglücklichen Liebe eines Indian Girl zu verfilmen, mit der nicht einmal Smith selber behauptete, eine Liebesaffäre gehabt zu haben? ... Die Antwort fällt ziemlich böse aus. Was der Film mit der 14-jährigen Kilcher anstellt, kommt in meinen Augen einer Kindesmisshandlung nahe. Sie findet statt in der schamlosen Abtastung ihres Gesichts ... Das 'unverdorbene' Mischlingsmädchengesicht wird transformiert in die Züge der 'mexikanischen' Edelnutte. Malicks Film mutiert zum kolonialistischen Soft-Porno."

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