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ESMAS GEHEIMNIS

ESMAS GEHEIMNIS

Regie Jasmila Zbanic
Kinostart 06.07.2006

Kritiken • ESMAS GEHEIMNIS

25. August 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Eindringlich nennt Bettina Spoerri den Film. "Jede Szene ist präzise inszeniert und voller Andeutungen: Blicke, Gesten, kleine Details, die Kombination von Hinter- und Vordergrund bieten eine vielschichtige Lektüre. Die Tonspur unterstützt die Atmosphäre von Unsicherheit und latenter Gewalt. Jasmila Bani beherrscht die Kunst, eine Geschichte in Bildern zu erzählen. Genau gewählt sind der Einsatz von Handkamera und die Perspektiven: Balgen sich Esma und Sara oder spielen die Jugendlichen auf dem gefrorenen Boden Fussball, wird der Betrachter Teil des Geschehens. Die Kamera nähert sich Gesichtern, spürt Lügen und Unausgesprochenes auf; dann springt sie in die Totale und blickt auf die Figuren, als wollte sie sagen: Dieses Schicksal ist nur eines unter vielen."

12. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Berliner Zeitung

Daniela Pogade ist Jasmila Zbanic in Sarajevo begegnet. Laut der Kritikerin erzählt ESMAS GEHEIMNIS ohne demonstrativen Kunstwillen, geradlinig und klar, ein exemplarisches Schicksal.

07. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Der Freitag

Bernd Sobolla unterhält sich mit der Regisseurin Jasmila Zbanic über ihren Film und die unterschiedlichen Reaktionen darauf im ehemaligen Jugoslawien.

07. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Der Spiegel

In Bosnien und auch in Serbien, wo eine Vorführung von ESMAS GEHEIMNIS zuerst zu nationalistischen Tumulten und danach zu tiefer Betroffenheit geführt hat, wirkt der Film als Ermutigung, aus dem nach wie vor vorherrschenden Lagerdenken auszubrechen, schreibt Bert Rebhandl. "Für den jungen Staat Bosnien-Herzegowina ist der internationale Erfolg zudem ein Stück Identitätsbildung, gewonnen durch einen Film, der durchaus Vergleichen mit dem neorealistischen Neubeginn des europäischen Kinos in Italien nach 1945 standhält. Die Kinder, die heute in Sarajewo zur Schule gehen, begegnen durch ESMAS GEHEIMNIS einer Wahrheit, die nicht notwendig ihre persönliche Existenz betrifft, aber doch eine ganze Generation prägt."

06. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Die Tageszeitung

ESMAS GEHEIMNIS ist laut Jochen Schmidt kein auf unkundige Zuschauer zugeschnittener Film. "Die Alten sind müde, die Jungen orientierungslos, aber sie sind auch die Zukunft. Sara wird von ihrer Mutter die Wahrheit verlangen in einer Szene, die man nicht vergisst. Danach hört man eine Ilahija, einen bosnischen Klagegesang. Die Kamera fährt über die früh gealterten Gesichter der Frauen im Frauenzentrum, wo die Vergewaltigten über ihr Trauma sprechen sollen, aber eher wegen der monatlichen Zahlungen kommen (die beste Therapie wäre ein Arbeitsplatz, den es nicht gibt). Sie sind Kriegsopfer, nur dass sie nicht wie die gefallenen "Schehiden" verherrlicht werden."

06. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Aufgewühlt hat der Film Heike Kühn. "Die Tochter, die eine Waffe auf die Mutter richtet, weil sie vom Feind "besudelt" wurde, verkörpert den Selbsthass einer Gesellschaft, die es nicht gelernt hat, sich von falschen Ehrbegriffen zu verabschieden. Es ist ein schockierender Moment, in dem in Mirjana Karanovic verzerrtem Gesicht die Tragweite des Traumas sichtbar wird. Mehr muss Jasmila Zbanic nicht zeigen, um Serbien-Montenegro für alle Zeit anzuprangern."

06. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Die Zeit

Barbara Lehmann begibt sich auf den Spuren des Films nach Sarajevo. "Der Film predigt die Fiktion einer Liebe, die größer ist als das Leid der geschundenen Seelen und Körper. In der Wirklichkeit hat fast keine der vergewaltigten Frauen ihr Kind bekommen."

05. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala spricht mit der Regisseurin über die vergewaltigten Frauen, den Boykott ihres Films – und ihre Jugend in Sarajewo.

05. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Es wäre schön, nichts vorher über diesen Film zu wissen, meint Kerstin Decker. "Egal, ob man Esmas Geheimnis längst weiß. Man weiß gar nichts, man muss das sehen. Wie wird man Mutter eines Feindkinds? Und wird man es ein zweites Mal? Jasmila Zbanic ist bedroht worden von radikalen Serben in Bosnien, aber die Aufführung ihres Films in Belgrad wurde zum Erfolg. Sie hat ja einen Versöhnungsfilm gemacht. Leben heißt, in Mischungen existieren. (Ethnische) Entmischung schien die einzige Lösung der Jugoslawienkonflikte. Aber auch sie ist künstlich. Sara, das (Nach-)Kriegskind, der Bastard. Der Ferienbus ihrer Klasse fährt los. Sie singen "Sarajevo, my love". Kann sie, darf sie noch mitsingen?"

04. Juli 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • film-dienst 13/2005

In erster Line ist ESMAS GEHEIMNIS ein Schauspielerinnen-Film, schreibt Bernd Buder. "Der Film lebt von einer unaufdringlichen Kameraführung, die Esmas Gratwanderung zwischen unterdrückter Emotion und mühsam aufrechterhaltener Distanz kongenial in Szene setzt. Ein Seelenzustand, in dem sich auch die Tochter befindet – die angesichts der Vergangenheit fast aussichtslose Suche nach menschlicher Würde beschäftigt auch die nachfolgende Generation. Damit liefert Zbanic einen tieferen Einblick in die kollektive Psyche des noch immer traumatisierten Balkans ... Schön wäre es, wenn die Suche nach Wahrheit, auf der das hinter allen Wunden und inneren Konflikten doch spürbare Selbstbewusstsein aufbaut, Schule macht würde."

07. Juni 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Berliner Zeitung

Die Regisseurin hat einen Film über das Weiterleben in Sarajevo gemacht, schreibt Christina Bylow. "In seiner Nüchternheit ist er dem Lebensbericht der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Ruth Klüger vergleichbar, die unter dem Titel "Weiterleben" ihr Leben nach Auschwitz niederschrieb. Ruth Klüger konstatiert darin auch, dass die Heldengeschichten den Männern gehören, ebenso wie der Status des Märtyrers. Die Leiden der Frauen werden nicht zuletzt von Frauen selbst marginalisiert. Denn das befähigt sie dazu, ihren Männern und Kindern das zu geben, was diese am meisten von ihnen erwarten: Normalität."

05. Juni 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • br-online.de

Margret Köhler lobt den Film: "Am Ende erlaubt dieses Drama ohne falsche Sentimentalität sogar einen Neuanfang der Beziehung zwischen Tochter und Mutter. Beide akzeptieren das Geschehene. Mirjana Karanovic, bekannt durch ihre Rollen in Emir-Kusturica-Filmen wie DAS LEBEN IST EIN WUNDER, spielt überzeugend die Frau, die unsicher den ersten Schritt zur Verarbeitung des Traumas wagt. Die unaufdringliche Kamera beobachtet die Alltagswelt aus der Perspektive der Hauptfigur, erlaubt Distanz und Nähe. GRBAVICA ist Kino der Wahrheit. Schonunglos, mutig und anrührend, zutiefst human. Notwendige Vergangenheitsbewältigung, um die Zukunft anzugehen."

17. März 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala berichtet, wie der Berlinale-Sieger GRBAVICA von Jasmila Zbanic in seiner Heimat bedroht wird. "Das überwiegend feindselige Medienecho war so heftig, dass die GRBAVICA-Premiere am 6. März beim Filmfest von Belgrad zu scheitern drohte. Radikale Serben versuchten die Vorführung zu verhindern, aber die 2000 Zuschauer buhten sie aus dem Saal. Die 31-jährige Regisseurin Jasmila Zbanic gestern gegenüber dem Tagesspiegel: 'Ich hatte solche Angst, es war ein Gefühl wie am Anfang des Kriegs. Aber ich dachte, ich muss da hingehen - auch um den Kreislauf dieser Angst zu brechen.'"

14. Februar 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Neues Deutschland

Gewalt in ihrer schlimmsten Form präsentiert der Film, meint Marion Pietrzok. "Trauer, die fortdauernde Qual und die Folgen des Verbrechens, aber auch Hoffnung - die Regisseurin und Drehbuchautorin lässt es in Andeutungen erahnen. Intensiv das Spiel der Hauptdarsteller. Die zurückgenommene Art, in der Esmas Trauma erkennbar wird. Das Ungestüme und zugleich Hochsensible, in dem die 13-jährige Luna Mijovic überzeugt, das sind Signale der Wahrheit über die heutige Situation des Landes und darüber hinaus."

13. Februar 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Berliner Zeitung

Jens Balzer zeigt sich beeindruckt von dem Film. "Der Blick, den [die Regisseurin] auf ihre Heimatstadt wirft, ist traurig und hoffnungslos, nicht nur wegen des Drecks und der Ruinen. Nichts hat sich geändert, schon gar nicht für Frauen: Sie sind noch immer Objekte. ... Dennoch endet der Film optimistisch, mit einer Befreiung, einem Trauma, das offen gelegt wird: GRBAVICA ist auch eine Liebesgeschichte zwischen Mutter und Tochter; von der Qual und vom Glück, einander endlich die Wahrheit zu sagen. Mirjana Karanovic, aus Kusturica-Filmen bekannt, spielt die Rolle der Esma eindrucksvoll erschöpft, doch voller Willen zum Überleben; Luna Mijovic ist als Sara pubertätstrotzig hart und früh-erwachsen verletzlich."

13. Februar 2006 | ESMAS GEHEIMNIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Nadine Lange wünscht dem Film Wirkung. Er "zieht auch unbeteiligte Zuschauer tief in die Welt einer traurigen, tapferen Frau, deren Zerrissenheit die großartige Mirjana Karanovik (UNDERGROUND, SVEDOCI) am Übergang von Glühen und Erlöschen verkörpert. Mit GRBAVICA zeichnet Jasmila Wbanik, die bisher vor allem Kurzdokus drehte, zudem ein lebendiges Porträt ihrer Heimatstadt Sarajewo. Beiläufig zeigt sie die Ruinen und Einschusslöcher der Stadt, in der kaum jemand Arbeit hat, die Männer Pistolen tragen und man beim Kennenlernen feststellt, dass man sich schon mal beim Leichen-Identifizieren getroffen hat. Trotz alldem steht am Ende die Hoffnung und Kemal Monteno singt 'Sarajevo, meine Liebe'."

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