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MÜNCHEN

MÜNCHEN

Regie Steven Spielberg
Kinostart 26.01.2006

Kritiken • MÜNCHEN

27. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Berliner Zeitung

Mit Rüdiger Suchsland spricht Hanns Zischler über seine Arbeit mit Steven Spielberg.

27. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Freitag

Barbara Schweizerhof schickt es gleich voraus: "Der Film ist natürlich eine Enttäuschung. Er wird dem Hype nicht gerecht, der um ihn gemacht wird. Wer ihn aus Interesse an den essentiellen Themen und Konfliktlagen unserer heutigen Welt anschaut, in der Hoffnung, etwas über den Nahostkonflikt im Speziellen oder gar den Terrorismus im Allgemeinen zu erfahren, wird das Kino wohl kaum klüger als vorher verlassen. ... Die Enttäuschung hat zwei Hauptursachen: Zum einen wird nach dem Film deutlich, dass ein großer Teil der Diskussionen im Vorfeld schlichtweg am Thema vorbeiging. ... Die zweite Quelle der Enttäuschung hat mit dem zu tun, was man die Haltung des Films nennen könnte."

26. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Spiegel

Für Andreas Borcholte wird Steven Spielberg zu Unrecht attackiert: MÜNCHEN ist sein bisher mutigstes und ambitioniertestes Werk. "Die dokumentarisch wirkende, mit Originalbildern versetzte Rekonstruktion des Olympia-Attentats, die den aufwühlenden Anfang des Films bildet, geht beinahe nahtlos über in eine zunächst konventionelle Thriller-Handlung. Man kann Spielberg vorwerfen, dass er die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mit Montagen wie diesen arg strapaziert, aber letztlich nutzt er lediglich die Mittel, die das Genre bietet. ... Neu ist nicht nur, dass Spielberg sich von der Hochglanz-Ästhetik löst, die viele seiner Filme dominiert, neu ist auch, dass er sein Sujet mit nie gekannter Brutalität bebildert. Drastischere Gewaltdarstellungen hat man beim sanften Pazifisten Spielberg bisher selten gesehen."

26. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Film ist Spielbergs Bestandsaufnahme des israelisch-palästinensischen Konflikts, meint Volker Masazzek. "Bei aller Schwere durchweht MüNCHEN gelegentlich eine gewisse Leichtigkeit, die durch den wunderbaren Look des Films entsteht. Spielbergs langjähriger Kameramann Janusz Kaminski orientiert sich an den Thrillern der siebziger Jahre und deren lässiger Atmosphäre. Steve, der Fahrer des Kommandos, lässt einen an jemanden wie Steve McQueen denken. Und der leicht swingende Zeitgeist bildet einen schmerzhaften Kontrast zum mörderischen Tun der Gruppe, die am Aufbruchsgefühl der damaligen Zeit nicht teilhaben kann. Der visuelle Stil ist ein Grund, warum der Film sehr europäisch wirkt - neben der behutsamen und unaufgeregten Auffächerung des komplexen Themas."

26. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Junge Welt

Tom Dorow meint, der Film soll ein 'Gebet für den Frieden' sein. "Spielberg vermeidet das Klischee des 'bösen' Arabers, der als Terrorist sui generis durch Hollywood-Filme wie TRUE LIES oder PATRIOT GAMES ebenso wie durch diverse israelische Produktionen, beispielsweise die der 'Cannon'-Reihe, geistern mußte. Statt dessen nimmt er immer wieder Bezug auf die Geschichte und die Rhetorik des Agententhrillers als Genre. ... Von der ersten Szene an führt Spielberg die Zuschauer ins Spionagethriller-Genre. In der Koitus-Massaker-Szene läßt er die Katze aus dem Sack und will den Zuschauern schockartig klarmachen, daß sie der Logik des Todestriebs aufgesessen sind. Der Agentenfilm will das Massaker, und die Zuschauer folgen willig, wenn auch mit zwiespältigen Identifikationen."

25. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sieht in dem Film Genrekino als Aufklärungsinstrument. "Warum also diese Sehnsucht, auch komplexe Sachverhalte aufzulösen in noch so perfekter Konvention? Steven Spielberg, es gibt ihn nicht, ohne die Überzeugung, das klassische Hollywood habe für alles die beste Lösung. Es ist nun einmal der Trumpf in seinen Händen, aber immer gilt er nicht. Die Suche nach dem gültigen Holocaustfilm endet eben nicht bei Schindlers Liste sondern bereits bei Andzeij Munks Kammerspielhaften Psychodrama Die Passagierin von 1961. Spielberg hat in seiner Karriere Erstaunliches erreicht, München kann man ebenfalls bestaunen - aber nicht bewundern."

25. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Clemens Wergin hat herausgefunden, was der Film verschweigt. "Dem Filmemacher ging es offenbar auch darum, eine Parallele zum amerikanischen Antiterrorkampf unserer Tage zu ziehen. Möglicherweise liegt hier die Ursache für die historischen und moralischen Unschärfen des Films. Denn tatsächlich sind die Möglichkeiten der USA heute weit größer als es die der Israelis je waren, Terroristen vor ein ordentliches Gericht zu stellen. Inzwischen kooperieren ja sogar arabische Staaten im Kampf gegen Al Qaida, Israel hingegen konnte sich nach dem Massaker 1972 nicht einmal auf die Deutschen verlassen: Statt die überlebenden drei Attentäter vor Gericht zu stellen wurden sie zwei Monate später wieder freigelassen."

25. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Für Alexandra Stäheli hat MüNCHEN bisher nur lahme, vielleicht auch etwas müde Irritationen ausgelöst. "Mit der Feststellung aber, dass Töten - auch mit vermeintlich ehrenhaften Motiven - süchtig machen kann; und mit der Erkenntnis, dass Gewalt letztlich nur Gegengewalt gebiert, ist MüNCHEN auf dem Gipfel seiner philosophischen Höhenflüge angelangt. Sie halten gemütlich den Reflexionspegel einer Schwarzenegger-Schwarte - wie der Film überhaupt als eine Mischung aus James Bond und Gaunerstücken wie OCEAN'S ELEVEN betrachtet werden kann. Einziger Unterschied dabei ist, dass Spielberg leise und kaum merklich ein dramaturgisches Mittel anwendet, das dem Actiongenre bis zu einem gewissen Grad entgegensteht: eine Technik der Verfremdung nämlich, die eine Identifikation des Zuschauers mit den Helden unterbinden soll."

25. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • fluter.de

Als fulminant schätzt Stefanie Zobl den Prolog ein. "Spielberg, Kushner und Roth stellen allerdings auch in keinster Weise den Anspruch, die historische Realität abzubilden. Ihr Film steht als spekulatives und die Geschichte stark vereinfachendes Kunstwerk vielmehr für die übergeordnete Erkenntnis, dass Vergeltung zur Gewalt-Eskalation und nicht zur Problemlösung führt. Das letzte Bild des Films gilt denn auch dem World Trade Center, das zu jener Zeit in den 1970ern gerade fertig gebaut war – ein deutlicher und kritischer Verweis zur Terrorismus-Bekämpfung von heute."

25. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • br-online.de

Ein spannender Polit-Thriller ist MÜNCHEN für Margret Köhler. "MÜNCHEN ist kein Film, den man liebt, sondern der irritiert und verstört - auch ärgert, vor allem durch plakative Thriller-Elemente. Der aber auch weh tut. Nur bei ganz genauem Zuhören, ist die Brisanz der Dialoge zu erkennen. Schauspielerisch überzeugend aber in den Fähigkeiten unglaubwürdig wirkt die Zusammensetzung des Quintetts. ... Spielbergs Lehrstück hat Schwächen, wie immer, wenn Ideologie ins Spiel kommt. Aber er zeigt eines: Auge um Auge, Zahn um Zahn ist keine Lösung. In diesem altbiblischen Rache-Schema kann es keine Gewinner geben, nur Verlierer."

24. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Stephan Speicher spielt MÜNCHEN den Nahost-Konflikt ins Psychologische. "Der Konflikt, der hier gezeigt wird, ist grundsätzlicher Natur, er ist oft beschrieben worden. Das macht ihn nicht uninteressant - es käme darauf an, welche Gestalt ihm der Film gäbe. Die Gestalt aber ist die der Psychologie, für die sich das Buch von Jonas so gut eignet. Denn Jonas und jetzt auch Spielberg erzählen (wohl gegen die Geschehnisse jener Jahre) von einer festen Gruppe eigenwilliger Männer, die einen Attentäter nach dem anderen zur Strecke bringen und dabei allmählich innerlich verkarsten. ... Doch die Schauspieler tragen den Film nicht. Namentlich Eric Bana, als Avner Kauffman Chef des Killerkommandos, ist überfordert damit, den moralischen Konflikt als seelischen auszutragen."

24. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Spiegel

Michael Pohl porträtiert den Schauspieler, Regisseur, Dramaturgen und Autor Hanns Zischler, der sich nicht erklären kann, warum ihn Steven Spielberg für MÜNCHEN engagiert hat.

21. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Dieser historische Stoff kann nicht aktueller sein, meint Jan Schulz-Ojala. Der Film ist "kein Leitartikel, sondern ein Kunstwerk. Dennoch ist das größte Verdienst des Zweieinhalb-Stunden-Films, der unaufwändig effizient zwischen Action und Psychogramm oszilliert, ein politisches. Der wohl wirkungsmächtigste Jude Hollywoods riskiert es, in seinen Seelenheimaten Amerika und Israel missverstanden zu werden. ... Vor dieser Souveränität, die das ewige große Kind Steven Spielberg in neuer, sehr gereifter Rolle zeigt, verblassen alle Einwände. MüNCHEN ist eine eindringliche Metapher auf das Trauma des Terrorismus, das längst das gesamte globale Dorf erfasst hat - da mag die Quellenlage im konkreten Fall noch so umstritten sein."

21. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Die Tageszeitung

David Denk spricht mit Schauspieler Hanns Zischler über Steven Spielberg und die Überwältigungs- und Verführungskunst von Filmen.

20. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Berliner Zeitung

Moshe Zimmermann macht Anmerkungen zum israelischen Selbstbild nach 1972, zu Deutschland und zu Steven Spielbergs Film MÜNCHEN. "Man gewinnt den Eindruck, als gäbe es nur eine Perspektive, eine Wahrheit - nämlich die eigene - und eine eindeutig falsche Perspektive - die der anderen -, die man konsequent bekämpfen muss, um den Anti-"Exodus"-Effekt zu reduzieren."

19. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Die Zeit

Steven Spielbergs Politthriller MÜNCHEN sucht laut Theo Sommer seine eigene, pazifistische Wahrheit. "Zunächst einmal: München ist glänzend gemacht, komponiert und inszeniert. Und es ist in erster Linie ein Action-Film.Da wird ohne Ende an wechselnden Schauplätzen gebombt und geschossen, werden Sprengkörper gebastelt, Papiere gefälscht und Mordpläne ausgeheckt, wird gejagt und geflohen und gestorben. Langeweile kommt nicht auf, und viel Kitzel mischt sich mit mancher Kitschszene. Da sträuben sich die Nackenhaare, aber auch die Pilcher-Drüsen werden angeregt. ... Den Anspruch auf Historizität erhebt er nicht. München bleibt letztlich ein spannender Polit-Thriller."

19. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • film-dienst 02/2006

Franz Everschor entdeckt das Dilemma des Film: Spielberg, der versierte Action-Regisseur, und Spielberg, der Moralist, stehen sich permanent im Wege. "Am schwersten wiegt letztlich, dass die Realität von Spielbergs Story die politische Realität, in der der Film vom Publikum gesehen wird, weitgehend unberücksichtigt lässt. Man kann die Ereignisse des Jahres 1972 heute schlechterdings nicht mehr abhandeln, ohne die Entwicklungen der letzten drei Jahrzehnte zu reflektieren. In Spielbergs Mittlerem Osten, so warf ihm mit Recht der "New York Times"-Kolumnist David Brooks vor, gibt es weder Hamas noch islamischen Jihad."

18. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Peter von Becker interviewt den Drehbuchautor Tony Kushner zum globalen Terror und seinen zivilen Opfern.

15. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Peter von Becker besuchte den Schauspieler Hanns Zischler, der in Steven Spielbergs MÜNCHEN eine Hauptrolle spielt.

13. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal erzählt die Wahrheit über MÜNCHEN. "Obwohl die universelle Gewaltkritik in MÜNCHEN wohl Historiker und Politiker, aber wohl kaum das breite Ereignisfilmpublikum nachhaltig empören dürfte, und obwohl auch eine schlechte Presse immer noch gute Werbung ist, kommen die Anwürfe gegen Spielberg eher wenig gelegen: Es ist ja ein Produkt zu verkaufen. Aber irgendwann wurde, dem Himmel sei Dank, die Kampagne erfunden, nicht nur für die Politik, sondern auch für Ereignisfilmzwischenfälle, zu deren Bereinigung man die Politik selbst mit ihren vielseitigen Werbeerfahrungen auch gleich nutzen kann."

02. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Sebastian Moll beschäftigt sich mit der Kontroverse um den Film. "Wenn sich Steven Spielberg ernster Themen annimmt, kommt die moralische Farbpalette seiner Filme selten über Schwarz-Weiß hinaus. Spielberg liebt es, das personifizierte Gute vorzuführen, das sich in einer Welt des Verfalls und der ethischen Verwirrung behauptet und Anlass zur Hoffnung gibt. Diese Rezeptur hat er auch bei seiner neuesten Produktion nicht verändert."

01. Januar 2006 | MÜNCHEN • Kritik • epd-film 01/2006

Laut Kai Mihm sagen die Kontroversen um den Film nichts über die künstlerischen Qualitäten des Films aus. "MüNCHEN ist ein Film, der es wagt, eine Sichtweise jenseits reaktionärer Anti-Terror-Propaganda zu vertreten. Dabei kann man ihm keineswegs so etwas wie 'liberale Blauäugigkeit' vorwerfen - Spielberg und Kushner machen es sich in keiner Hinsicht leicht, und ihre Kunst besteht auch darin, sich vor keinen parteiideologischen Karren spannen zu lassen. Sie stellen weder Israels Recht auf militärische Selbstverteidigung in Frage noch das Bedürfnis nach Vergeltung für einen barbarischen Anschlag. Doch sie fragen auf eindringliche Weise nach dem Sinn und Nutzen der endlosen Gewaltspirale und nach dem Preis, den die israelischen Juden auf menschlicher, moralischer und politischer Ebene für diese Politik bezahlen."

29. Dezember 2005 | MÜNCHEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Andrea Köhler kommentiert die amerikanische Diskussion über den Film: "Der Tenor ist allenthalben derselbe und wurde am schärfsten von Leon Wieseltier formuliert. 'Spielberg hat Israel an Hollywood verraten', schäumte die graue Eminenz des Magazins "New Republic" und sah den 'Schweiss der Unparteilichkeit' von der Leinwand tropfen."

27. Dezember 2005 | MÜNCHEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Matthias B. Krause streitet Amerika über Steven Spielbergs Film MÜNCHEN und das Olympia-Attentat von 1972. "Kritiker und Publikum griffen es schon vor dem offiziellen Start am 23. Dezember in den USA vehement an - als verherrlichend, als vereinfachend, als parteiisch für die palästinensischen Terroristen, als sympathieheischend für die israelische Todesschwadron, die sich an deren Fersen heftete. Jetzt wird erst recht gestritten: Das Feuilleton der "New York Times" widerspricht den Kollegen von der Meinungsseite, und ein Rabbi in Los Angeles liegt im Zwist mit der Ehefrau eines der Opfer. Dass er sich mitten in ein Wespennest setzen würde, war Spielberg durchaus bewusst."

21. Dezember 2005 | MÜNCHEN • Kritik • Die Zeit

Helmut Zischler spielt eine der Hauptrollen und gibt einen Bericht über die Inszenierung der Katastrophe.

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