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DIE GEISHA

DIE GEISHA

Regie Rob Marshall
Kinostart 19.01.2006

Kritiken • DIE GEISHA

23. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Der Spiegel

Olaf Schneekloth findet, daß der Film einen Kinobesuch wert ist. "Es hat in den letzten Jahren nur wenige Filme gegeben, die so erlesen fotografiert waren wie diese Kimono-Party nach Goldens Millionenseller. Anfangs wollte Steven Spielberg Regie führen, doch schließlich machte der oscarprämierte Rob Marshall das Rennen. Ähnlich opulent wie sein Musical "Chicago" gestaltete er auch diesen Film; der Unterhaltungswert ist allerdings deutlich geringer. ... Darüber hinaus ist jedes Bild kunstvoll komponiert, jeder Lichtakzent und jedes Schattenspiel so subtil gestaltet, dass man nur staunen kann. Doch dieser Wille zur Vollkommenheit, also genau das, womit eine Geisha Herzen öffnet, lässt über weite Strecken unberührt. Dafür wirkt das Drama zu distanziert, emotionslos und kühl."

20. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Berliner Zeitung

Christian Aust spricht mit Zhang Ziyi über ihre Rolle als Geisha, über Weinen im Kino und Kampfeskunst.

20. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Rüdiger Suchsland löst der Film in Japan Empörung aus - kaum etwas daran ist authentisch. "Die Dialoge des Films sind so wenig authentisch wie das Bild, das Puccinis "Madame Butterfly" von der Kultur Japans liefert, und diese, wenn man so will, fürs 19. Jahrhundert disneyfiziert. Und wieder einmal bedient Hollywood das Vorurteil, bei Geishas handele es sich allemal nur um verkappte Prostituierte: Dass sie das nicht seien, wird zwar in den Dialogen mehrfach betont, was man sieht, spricht eine andere Sprache: Einer der Haupthandlungsstränge rankt sich sogar darum, wie Chiyo ihre Jungfräulichkeit meistbietend verkauft."

19. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Die Tageszeitung

Für Andreas Busche erfüllt der Film "alle Voraussetzungen für großen Camp: eine hysterische, opulente und politisch höchst unkorrekte Variante von VOM WINDE VERWEHT, gemischt mit SHOWGIRLS, dargeboten von den drei größten weiblichen Stars des asiatischen Kinos. Edle Gesten und Gemüter bespielen in DIE GEISHA die Gefühlsklaviatur. Die schweratmigen Tableaus ersticken beinahe die Grazie des Stoffes. ... Doch Marshalls Interesse an der Geisha-Etikette ist mäßig, sofern sie nicht optisch - also im Hinblick auf Kostüme, Tanz und Kirschblütenregen - etwas hergibt. Dem Film haftet Marshalls Broadway-Erfahrung noch merklich an. DIE GEISHA sieht aus, wie sich Joe Blöd japanische Traditionskultur vorstellt."

19. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Frankfurter Rundschau

DIE GEISHA beitet für Michael Kohler Unterhaltungskunst als höhere Form der Prostitution. "Es ist alles vorhanden: die sinistre Farbpalette des Verbrechens, die Tränen der Mädchen, das unterdrückte Schluchzen der Musik. Und doch fühlt sich ein Melodram anders an. "Empört Euch", rufen die Bilder, "aber nicht zu sehr". So traurig das Schicksal der kleinen Sayuri sein mag, es wird dem Publikum ein geheimes Reich aufschließen, dessen Unrecht, so will es der Film glauben machen, von seiner Schönheit aufgewogen wird. ... Obwohl Marshall vorgibt, den Kimono diskret zu lüften, erweist sich DIE GEISHA als weitgehend zugeknöpft. Auf jede historisch halbwegs akkurate Einsicht kommen zwei Anleihen beim touristischen Klischee und vier beim europäischen Kolportageroman des 19. Jahrhunderts."

19. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Frankfurter Rundschau

"Man soll ja Geisha-Unterhaltung und Prostitution nicht in einen Topf werfen. Aber die Verschleierung der Verhältnisse ist in diesem Film ziemlich bedenklich. Chiyo wird zur Ikone stilisiert, die mit einem rauschhaften Tanz vor vermögenden Herren auf eine ernste Zeremonie vorbereitet wird: den Verlust ihrer Jungfräulichkeit. ... [Der Regisseur] feilt am Mythos der Geisha mit farbsatten Bildern in exotischer Umgebung. Nach und nach erstarrt die Saga in reiner Schönheit und gepflegter Langeweile."

19. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Der Tagesspiegel

Die Ausstattungsoper verleitet Sebastian Handke zu dem Motto: Soap im Kimono. "Rob Marshall hat auch die kinotaugliche Alternative - ein ordentliches Liebesmelodram à la DOKTOR SCHIWAGO - verpasst. DIE GEISHA gelingt es niemals, der unglaubwürdigen Romanze zwischen Sayuri und dem blassen, weitgehend abwesenden 'Chairman' (Ken Watanabe) Leben einzuhauchen. Den finalen Filmkuss, den er ihr aufs Gesicht drückt, kann man nur als abstoßend empfinden. Immerhin inszeniert der ehemalige Choreograf Marshall ein Fest der Farben und Kostüme, wie man es lange nicht gesehen hat. Sein üppiges Tableau kennt keine Tupfer, nur die leuchtenden Signale kultureller Signifikanten. Kein Treppchen, kein Trittstein darf sich unter Wert verkaufen; jedes Puderdöschen, jedes Räucherstäbchen fordert eingehende Würdigung."

19. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Junge Welt

Peer Schmitt kritisiert die Masochismusmaschine, die schöne Frauen verkauft. "Im Grunde hat der Film die Perspektive des Generals der US-Besatzungsarmee. In einer der bezeichnendsten Szenen versteht der General nicht, daß man eine Geisha nicht einfach vögelt, sondern anschaut und sammelt wie ein Stück Kunsthandwerk. Wenn die eleganteste Geisha den General trotzdem vögelt, dann nur, um sich ein supermasochistisches Bestrafungsszenario zu basteln. ... In der schönsten Szene aber brennt Gong Li das Geisha-Haus nieder. Das ist auch abseits der offensichtlich intendierten Allegorie (der Krieg kommt; das 'traditionelle' Japan stirbt) ein vorbildlicher Lösungsvorschlag."

18. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Berliner Zeitung

Hollywood schwärmt fürs Gewerbe im alten Japan, meint Jan Brachmann. "An Rob Marshalls Film fasziniert es zu sehen, wie Ziyi Zhang das Handwerk der Bezauberung - schmerzhafte Techniken des Körpers allesamt - erlernt: die Bewegungen des Handrückens beim Einschenken von Tee, das Spiel alter Musikinstrumente, das Anlegen eines Kimonos aus acht Metern Stoff und das Schlafen auf einer mundharmonikagroßen Kopfstütze (damit die aufwändige Frisur nicht zerdrückt wird). Der Höhepunkt sowohl des Films als auch der Schauspielleistung von Ziyi Zhang ist wohl Sayuris Tanz auf einem schmalen Steg und 20 Zentimeter hohen Plateau-Sandalen. Das ist, mit harten Licht- und Kamerawechseln, so spektakulär inszeniert, wie man es von Marshall erwarten darf."

18. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • fluter.de

Jörg Buttgereit bezeichnet DIE GEISHA als Edel-Schmonzette. "Da macht es auch nichts, wenn aus dem traditionellen Tanz der Geisha ein wilder Ausdruckstanz wird. Sicher könnte man dem Casting-Büro von Steven Spielbergs Amblin Entertainment den Vorwurf machen, es habe den Film nach der Prämisse "Hauptsache Schlitzaugen" besetzt und alle weiblichen Hauptrollen an Chinesinnen vergeben. Selbstverständlich muss es die stolze japanische Volksseele als Beleidigung empfinden, wenn die Chinesinnen Ziyi Zhang, Gong Li und Michelle Yeoh in die Hauptrollen der Geishas schlüpfen."

17. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • br-online.de

Atemberaubende Bilder sah Florian Kummert. "Die Bildkompositionen, die Kostüme, die überwältigende Farbenpracht, das bezaubernde Diven-Trio Ziyi Zhang, Gong Li und Michelle Yeoh - in dieser Hinsicht ist DIE GEISHA eine Produktion erster Güte. Doch der Film ist letztendlich nur kalte Pracht. Es liegt nicht an den Schauspielern. ... Das Drehbuch macht aus der "Geisha" eine Art japanischer "Denver-Clan". Die Geschichte wird reduziert auf das kitschige Melodrama, auf Zickenterror im Kimono und einer dünnen Liebesgeschichte. Aus dem subtilen Roman, mit all seinen dezenten erotischen Andeutungen und dem faszinierenden Sittengemälde Japans ist ein bombastisches Hollywood-Herz-Schmerz-Epos geworden, das einen seltsam wenig berührt. Der Erzählfluss stockt und die Figuren bleiben distanziert."

16. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • film-dienst 02/2006

Für Jörg Gerle ist DIE GEISHA "ein auf Epos getrimmtes Werk, das in stoischer Art den Geist der Oper Mitte des 18. Jahrhunderts rekapituliert. ... Das Problem einer gewissen kulturellen Arroganz wird umso offensichtlicher, wenn man sich die Besetzungsliste anschaut. Gewiss sind Zhang Ziyi und Gong Li sehr gute Schauspielerinnen - sie sind aber auch Chinesinnen. Da man in Hollywood keine unbekannten Darsteller für die Hauptrolle wollte und aus Japan augenblicklich nur Männer prominent genug erscheinen (etwa Ken Watanabe oder Koji Yakusho), nahm man es mit der Nationalität nicht ganz so genau."

12. Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • Die Zeit

Laut Georg Seesslen trampelt hier wieder einmal Hollywood-Elefant im asiatischen Porzellanladen. "Schräg ist das schon, dass die japanischen Frauen von Zhang Ziyi, Gong Li und Michelle Yeoh, also Schauspielerinnen aus China und Malaysia, dargestellt werden. Wie eine Bestätigung des rassistischen Spruchs: Für mich sehen die Schlitzaugen alle gleich aus. Ganz nebenbei wurde das Kunststück fertig gebracht, gleich zwei 'nationale Empfindlichkeiten' zu beleidigen. Japanische Kritiker nahmen es übel, dass chinesische Darsteller in einem amerikanischen Film einen (in der Tat nicht unprekären) japanischen Frauen-Mythos verkörpern. Chinesische Kritiker nahmen es übel, dass ein Star des chinesischen Films wie Zhang Ziyi eine Frau des einstigen und irgendwie immer noch 'Feindes' verkörperte."

Januar 2006 | DIE GEISHA • Kritik • filmz.de

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