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DIAS DE SANTIAGO

DIAS DE SANTIAGO

Regie Josué Méndez
Kinostart 08.12.2005

Kritiken • DIAS DE SANTIAGO

24. Mai 2006 | DIAS DE SANTIAGO • Kritik • Die Tageszeitung

Wilfried Hippen erkennt schnell das Vorbild: TAXI DRIVER. "So erwartet man auch ein ähnlich gewalttätiges Finale in diesem Film, aber Méndez ist kein Epigone und deshalb endet DIAS DE SANTIAGO auf einer ganz anderen, wenn auch ähnlich niederschmetternden Note. Auch stilistisch traut sich der 30-jährige Regisseur in seinem Debutfilm einiges, wenn er scheinbar zufällig Schwarzweiß- und Farbbilder mischt und mit seiner Handkamera immer sehr nah an seinem Protagonisten bleibt, wodurch wir Lima mit seinen Augen als einen dreckigen, trostlosen und bösartigen Ort sehen und den Krieg spüren, der immer noch in ihm wütet."

10. Dezember 2005 | DIAS DE SANTIAGO • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film hat Marin Majica an TAXI DRIVER erinnert. "Während es in TAXI DRIVER die zwielichtigen Bewohner New Yorker Nächte sind, die Travis Bickle schließlich aus der Fassung bringen, ist Santiago mit einer Gesellschaft im Umbruch und den gewalttätigen Folgeerscheinungen konfrontiert. Im Wechsel zwischen warmen Farb- und krisseligen Schwarzweiß-Bildern zeigt Méndez eine Hauptstadt, deren Bewohner in Armut und Hoffnungslosigkeit leben. ... Die Zerrissenheit, die Reihung von Gewalt, Familientragödien, Arbeits- und Perspektivlosigkeit mag etwas zu viel der Sozialkritik sein. Und ob sie dokumentarisch ist, könnte nur ein Besuch vor Ort bestätigen. Doch zumindest Pietro Sibille findet seine Linie, indem er diesen jungen Mann panthergleich durch die Straßen streifen lässt."

08. Dezember 2005 | DIAS DE SANTIAGO • Kritik • Die Tageszeitung

Für Bert Rebhandl ist Peru mit diesem Film im Weltkino angekommen. "DIAS DE SANTIAGO ist ein geschlossenes Universum. Es gibt keine realistische Ebene in diesem Film, der noch an den Rändern der Einstellungen von dem zerrütteten Blick des Protagonisten geprägt ist. Sexuelle und ökonomische Frustration gehen ineinander über. Josué Méndez unternimmt nichts, um die manichäische Weltsicht seiner Hauptfigur, die alle Welt retten will und sich dabei immer tiefer in seine Einsamkeit verliert, durch eine andere Perspektive zu brechen. DIAS DE SANTIAGO gewinnt aus diesem Psychogramm eine Unmittelbarkeit, die zugleich die Stärke wie die Schwäche des Films ist. Denn wenn den Alptraum von Santiago auch niemand durchleben möchte, ist er doch auch leicht als individuelles Trauma abzutun."

07. Dezember 2005 | DIAS DE SANTIAGO • Kritik • fluter.de

Grandios findet Cristina Moles Kaupp den jungen Hauptdarsteller. "Erst 29 Jahre alt wählt Regisseur Josué Méndez für sein Leinwanddebüt eine eigenwillige Bildsprache und lebensnahe Charaktere. DIAS DE SANTIAGO zeigt die Sinnleere im tristen Alltag Limas, jedoch nicht die Gräuel der Tötungskommandos. Deren Echo hat sich in die Muskulatur und Mimik seines Protagonisten hineingeschrieben und zersetzt immer wieder mit grobem Schwarz-Weiß den Farbfluss der Bilder. Wie Mantras beschwören aus dem Off Santiagos Gedanken jene Ordnung, die es in keiner Gesellschaft gibt."

06. Dezember 2005 | DIAS DE SANTIAGO • Kritik • film-dienst 25/2005

Für Wolfgang M. Hamdorf ist DIAS DE SANTIAGO ein ungewöhnlicher Antikriegsfilm. "Er zeigt die psychologischen Ruinen, die seelischen Narben und Krater der Heimkehrer als 'Kollateralschäden' und ihre Mentalität als Zeitbombe der Zivilgesellschaft: Der tiefe und unbedingte Glaube daran, dass gut organisierte Gewalt der Schlüssel aller sozialen und politischen Lösungen sei, mündet in Kriminalität und Destruktivität. Dabei gelingt dem Film eine Identifizierung des Zuschauers mit dem Protagonisten; er begleitet Santiago bei seinem langen Scheitern in Lima. Und er zeigt, dass die Gesellschaft, in die Santiago zurückkehrt, keine Idylle ist, sondern zerrissen und korrupt, ein Dschungel, in dem Solidarität oder familiäre Bindungen keine Bedeutung mehr haben, sondern jeder gegen jeden kämpft."

06. Dezember 2005 | DIAS DE SANTIAGO • Kritik • br-online.de

Heidi Reutter nennt DIAS DE SANTIAGO ein tiefschürfendes Debüt. "Der Film ist auch ein Stück herbe Gesellschaftskritik, ein Seitenhieb auf die peruanische Regierung, die ihre Kinder einem schwachsinnigen Krieg opfert. ... Bemerkenswert ist auch seine Bildsprache und Montagetechnik, die Bilder einer sehr unmittelbaren, bewegten Kamera wechseln permanent von Farbe zu Schwarzweiß; Dialog-Fetzen werden später als Off-Texte über neue, nachfolgende Szenen gesetzt. Das verstärkt auch auf der visuellen Ebene den Eindruck der Orientierungslosigkeit, unter der Santiago so sehr zu leiden hat. Am Ende bleibt die Frage, ob die Zivilisation und nicht der Krieg die wahre Hölle ist."

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