Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

FACTOTUM

FACTOTUM

Regie Bent Hamer
Kinostart 08.12.2005

Kritiken • FACTOTUM

13. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Junge Welt

Tina Heldt bescheinigt dem Film Selbstmystifikation. "Anders als der Roman spielt der Film nicht in den 40ern. Allerdings auch nicht so richtig in der amerikanischen Gegenwart. Alles wirkt irgendwie zeitlos zwielichtig. Der Film spielt letztlich nichtmal in einer wirklichen amerikanischen Stadt, sondern in einer Literatur-Stadt. Eine Projektionsfläche, wie die große graue Wand des Lagerhauses an dessen einzigem Fenster Chinaski eine Zigarettenpause macht."

08. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Berliner Zeitung

Einen tollen, sturzbetrunkenen Film über Charles Bukowski sah Philipp Bühler. Der Regisseur "beobachtet, macht keine großen Worte, und verlässt sich im weiteren auf seine tollen Darsteller. Matt Dillon, nah an seiner glänzenden Rolle in L.A. CRASH, torkelt durch seine Szenen mit der gleichmütigen Würde des wahren Trinkers und strahlt dabei doch eine Verletzlichkeit aus, die man hinter Bukowskis Schaffen immer nur vermutete. ... FACTOTUM ist ein trüber, herzergreifend melancholischer und sehr komischer Film, dem alles ziemlich gut gelingt."

08. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Die Tageszeitung

Dietrich Kuhlbrodt kommt mit dem Pseudomacho Matt Dillon nicht klar. "So hat es Bukowski geschrieben, aber nicht auf den Leib von Matt Dillon. So wie er den lieben langen Film hindurch immer dasselbe Gesicht macht, das muss harte Arbeit sein. Diese Anspannung, sich in den endlosen Großaufnahmen zu verstellen, die Lippen verkniffen, die Augen irgendwo - mein Gott der Mann ist ja so was von zu. Ich glaub, ich muss Mitleid haben. Da hat jemand ein Problem."

08. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Michael Kohler weiß der Regisseur den Lebensweisheiten Charles Bukowskis nicht viel hinzuzufügen. Der Regisseur "inszeniert das Factotum Henry Chinaski als allein ihren eigenen Gesetzen folgende Figur. Das erspart einem zwar die küchenpsychologische Deutung des Werks als Antwort auf die Kränkungen der Kindheit. Andererseits nähert sich Hamer der Ambition des Schriftstellers Bukowski auch nicht weiter als der Frage nach der Henne und dem Ei: Bedingt der Wille zur literarischen Produktion den Alkoholfluss oder treibt das alkoholisierte Leben den Schreiber an den Schreibtisch?"

08. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Frankfurter Rundschau

Lange Einstellungen, knappe Dialoge, beredtes Schweigen hat Volker Mazassek wahrgenommen. "FACTOTUM ist kein Film, der das Leben der Boheme feiert. Er zeigt vor allem das trostlose Dasein Chinaskis, der ein gesellschaftlicher Totalverweigerer ist, ein lärmender Rebell ohne Programm. ... Dillon spielt Chinaski quasi in Zeitlupe. Mit vorsichtigen und sparsamen Bewegungen schlurft er durch die Gegend, der Blick leicht verhangen. "Geknickt" nennt Chinaski seinen Gang. Das mag an der Last des Lebens liegen oder einfach am Alkohol. Irritierend ist allerdings, dass Dillon so gesund und frisch aussieht."

08. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Der Tagesspiegel

Julian Hanich lobt die Darsteller. "Dillon macht das sehr gekonnt. Er schleppt sich durch den Film, als trüge er Bleiklamotten. Seine stiernackig gewordene Statur verleiht Chinaski zusätzlich ein paar Pfund innere Schwere. Ihm zur Seite steht die stets beeindruckende Lili Taylor, die mit nuttiger Wodka-Stimme ihre Sätze mehr geräuschvoll keucht als spricht. Der bullige Dillon und Taylor, die Schlampe: eine ungewöhnliche amour fou, die dem Paar Mickey Rourke und Faye Dunaway aus BARFLY keineswegs nachsteht."

08. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Der Spiegel

Beschaulich nennt Andreas Borcholte die Romanverfilmung, mit einem kolossalen Matt Dillon in der Hauptrolle. "Auch wenn Hamer sich mit seiner distanzierten Kamera bemüht, Abstand zu halten und seine Szenen als statische Panoramen entwirft, so spürt man doch das Mitgefühl, das der Norweger seinem Anti-Helden entgegenbringt. ... Zu dieser uramerikanischen Verlierer-Story malt Hamer sehr europäische Filmbilder aus wärmenden Gelb-, hoffnungsvollen Grün- und traurigen Blautönen, immer haarscharf am Kitsch vorbei. Vieles an diesem Stil - die sparsam im Hintergrund dudelnde Polkamusik, der langsame Fluss der Handlung - erinnert an Aki Kaurismäki, allerdings ohne den anarchischen Humor des Finnen zu verströmen und ohne Mut zur Drastik aufzubringen."

07. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • fluter.de

Den Trinkeralltag hat der Regisseur laut Jenni Zylka überzeugend in Szene gesetzt. "Dillon, der sich mit dem Film wieder mal ein paar Siebenmeilenstiefelschritte weg von seinem Charming-Boy-Image der 80er entfernt hat, ist ein überzeugender und stolz bärtiger Chinaski - bei dem echten Bukowski verdeckte der Bart notdürftig seine pizzaartige Trinkerhaut, bei Dillon muss er dessen schönes Gesicht verstecken. Er gibt den dichten Dichter als dreckige Mischung aus Selbstbewusstsein und Selbstzerstörung. Dass die Handlung nur sehr lose durch einzelne, ähnliche Erlebnisse (neuer Job, neue Frau, neue Absteige) zusammengehalten wird, ist Absicht beziehungsweise geht nicht anders."

06. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • film-dienst 25/2005

Obwohl der Film bekannte Ingredienzien eines typischen 'poète maudit'- Stoffes variiert, hat er Alexandra Wach dennoch nicht gelangweilt. "Weit davon entfernt, sich im Skandalreport über eine aus allen Fugen geratene Künstlerbiografie zu verlieren, porträtiert Hamer einfühlsam und mit knappen Dialogen Bukowskis Universum, gewährt unsentimentale Einblicke in dunkle verrauchte Kneipen, Wettbüros, Arbeitsämter, sexuelle Ausschweifungen und eine Befindlichkeit der Desillusion. Sein Humor ist zurückhaltend, angesiedelt irgendwo zwischen Jarmusch und Kaurismäki, wie überhaupt das handlungsarme Drama eher eine leise melancholische Grundstimmung urbaner Elendspoesie vermittelt."

06. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • br-online.de

Gelungen findet Margret Köhler diese Literaturadaption. "Der Film, ein Drama über menschliches und künstlerisches Scheitern, basiert auf Bukowskis gleichnamigem Roman und entführt in eine Welt voller Desillusion. Momente des Glücks und der Aufmunterung findet das verkannte Genie nur beim Schreiben, da geht es nicht um Ehre, Ruhm oder Geld, sondern um literarische Selbstverwirklichung. Eine heute romantisch verklärte Sicht aus einer anderen Zeit. Wahrhaftig wirkt die Charakterstudie nicht zuletzt wegen der überzeugenden Darstellung von Matt Dillon und seiner bissigen und fast literarischen Kommentare aus dem Off. Melancholie, Lebenshunger, Schweigsamkeit. Ein Trip auf dem Rasiermesser."

01. Dezember 2005 | FACTOTUM • Kritik • Die Zeit

Für Birgit Glombitza feiert Matt Dillon hier ein schönes Comeback. Er "spielt den Gelegenheitsbriefträger, -raumpfleger, -gurkenverpacker, -bremsensortierer, den Literaten, Säufer, Spieler und Betrüger mit sicherem Instinkt für die Alkohollöslichkeit von vollmundigen Vorsätzen und großen Gefühlen. Sein Bukowski-Chinaski-Geschöpf kauert in seinem Körper wie andere in ihrem Auto. Ein nicht gerade gepflegtes Vehikel, dessen Kraft er leicht unterschätzt und dessen Masse er keine geschmeidigen Bewegungen abtrotzen kann. Es ist eine Figur, die viel zu lange den rauen Witterungen einer nur saufend zu ertragenden Wirklichkeit ausgesetzt war, als dass sie noch an das einfache Glück glauben könnte."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,46246