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SYRIANA

SYRIANA

Regie Steve Gaghan
Kinostart 23.02.2006

Kritiken • SYRIANA

23. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • epd-film 03/2006

"SYRIANA gehört zu einer ganzen Reihe von mehr oder weniger offensiv politischen Filmen, die in der Folge der New Yorker Anschläge von den intellektuellen Rändern Hollywoods angespült werden und in denen die Amerikaner längst nicht mehr die strahlenden Helfer und Helden abgeben.", schreibt Anke Sterneborg. "SYRIANA handelt vom Verlust des Vertrauens und von einer tiefgreifenden Verunsicherung, und es ist allein der schillernden Besetzung zu verdanken, unter anderem mit Matt Damon, Chris Cooper, William Hurt, Jeffrey Wright, Christopher Plummer und Amanda Peet , dass man als Zuschauer in dem hochkomplizierten Geflecht der Beziehungen nicht völlig den Überblick verliert."

23. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Die Tageszeitung

Hier interessiert nicht der Ausnahmezustand, sondern die Routine, meint Harald Fricke. SYRIANA folgt der "Tragik keineswegs atemlos aufs Finale gierend, sondern mit klarem Blick für Details. Manchmal reicht ein Wort, etwa jenes geübt souveräne "Danke schön, Rebecca", mit dem sich Wirtschaftsanalyst Bryan Woodman (Matt Damon) aus einer Fernsehschaltung verabschiedet; und schon spürt man den unbedingten Willen zum Funktionieren, der die Beteiligten antreibt. Das macht die Spannkraft von SYRIANA aus: Gaghan bildet Realität nicht als hysterisch aufgeladenen Ausnahmezustand ab, eher als eine sich allmählich zum Desaster hochschraubende Routine."

23. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Frankfurter Rundschau

"Von Beginn an lässt Regisseur und Autor Steve Gaghan in seinem Wirtschafts-, Spionage- und Politthriller keinen Zweifel daran, dass auch die letzte traditionelle Orientierungshilfe, die Linie zwischen Gut und Böse, nicht mehr gilt", schreibt Daniel Kothenschulte. "SYRIANA ist kein mutiger Film, sondern einer, der immer aus dem Schneider ist. Dennoch hat er Qualitäten, aber nicht, weil er etwas transparent machen wollte. Er macht vielmehr die Undurchsichtigkeit undurchsichtig. Und das - wir ahnten es oft in der Geschichte des Spionagefilms - kommt der Wirklichkeit wohl noch am nächsten."

23. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Neues Deutschland

Für einen Politthriller ist neben dem Thrill auch wichtig, dass der Zuschauer noch den Überblick behält, meint Hanno Harnisch. "Die Hochspannung nimmt kein Ende – und schlägt so manchmal in Überspannung um. SYRIANA ist Fiktion, so wie das Emirat der Ölscheichs im Film. Real sind aber Machtinteressen. SYRIANA kommt vom Zusammenziehen von Syrien, Irak und Iran."

23. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Gekonnt nennt Michel Bodmer den ölpolitischen Kinothriller. "Stephen Gaghan fordert seinem Publikum einiges an Aufmerksamkeit und Mitdenken ab. Doch die ideologische Ausrichtung des Films ist klar genug, um beim Verständnis der verzwirnten Handlungsstränge zu helfen: Der Westen hat kein Interesse daran, dass die Golfstaaten eine taugliche, vielseitige Wirtschaft und eine gesunde Gesellschaftsstruktur entwickeln, denn die einseitige Abhängigkeit dieser Regime vom Ölexport macht sie anfälliger für den Druck des Westens."

23. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Der Spiegel

Vielleicht ist SYRIANA die Renaissance des Entertainment-tauglichen Agitfilms, meint Daniel Haas. "Die Choreographie dieses Ränke- und Machtspiels, an dessen Ende die CIA selbst zu Attentätern und liberale reformwillige Kräfte im Mittleren Osten von Ignoranz und Gier in die alte Freund-Feind-Logik zurückgerissen werden, kennt keinen ideologischen Masterplan, keine Leiterzählung. Wirtschaftliche Interessen haben die Führung übernommen, wenn überhaupt, dann folgt der Lauf der Geschichte nur der Logik der Korruption. Man kann sich in dieser ideell entkernten, nur dem Tausch verpflichteten Welt verlieren. SYRIANA macht diese Desorientierung in seiner kaleidoskopartigen Inszenierung deutlich wie kaum ein anderer Film der letzten Jahre."

22. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl spricht mit dem Regisseur Stephen Gaghan über die Ölindustrie und den Film SYRIANA.

22. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • fluter.de

Laut Andreas Busche entspannt sich in SYRIANA ein kompliziertes Beziehungs- und Handlungsgeflecht, um die Zusammenhänge von Politik und Weltmarkt auseinander zu friemeln. "Das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft funktioniert wie ein Uhrwerk, und ebenso reibungslos verzahnen sich in SYRIANA die einzelnen Geschichten, entwickeln eine atemberaubende Dynamik, verkleinern die Welt auf Schachbrettgröße. Es gibt in SYRIANA im Grunde nur zwei Sorten von Menschen: die Profiteure und die Bauern, die leicht geopfert werden können. Das alles führt Gaghan mit äußerster Sachlichkeit vor."

22. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • br-online.de

Für Heidi Reutter ist SYRIANA ein außergewöhnlicher und wichtiger Film. "Bei Filmen wie diesen läuft man als Zuschauer Gefahr, die Zusammenhänge nicht immer ganz erkennen zu können. Höchste Konzentration ist gefordert. Aber wie schon bei TRAFFIC - DIE MACHT DES KARTELLS entwickelt Stephen Gaghan auch hier ein ebenso faszinierendes wie enervierendes Erzählprinzip: Wir bekommen eine Ahnung davon, was Globalität bedeutet und welche Fatalität sie entwickeln kann, wenn es um Geld geht, um viel Geld, also am Ende: um Weltmacht."

16. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • film-dienst 04/2006

Mit den simplen Kategorien 'gut' oder 'böse' wird man den wenigsten Figuren in Gaghans anspruchsvollem, vielschichtigem Szenario gerecht, behauptet Stefan Volk. "Eine sibyllinisch verwickelte, unvorhersehbar mäandrierende Dramaturgie hat erheblichen Anteil an dem Reiz, den das Genre des Politthrillers ausmacht. Trotzdem überspannt Gaghan auf den ersten Blick den Bogen. ... SYRIANA ist kein eingängiger Film und keiner, der einen gleich wieder loslässt. Er gehört zu denjenigen Politthrillern, die man zum besseren Verständnis mehr als nur einmal sehen sollte, und bei denen sich das, dank großartiger Schauspieler, einer herausragenden Regie und eines hintersinnig verschachtelten Drehbuches, auch lohnt. Ein mutiger, ambitionierter Film. Ein großer Wurf!"

13. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Junge Welt

So genau wie in der Eröffnungssequenz bekommt der Film die Veranschaulichung der Grundkonflikte in der modernen islamischen Welt nicht mehr hin, schreibt Peer Schmidt. "SYRIANA ist ein Thriller über die Machenschaften der US-Ölkonzerne, die, so im wesentlichen die Botschaft, die US-amerikanische Außenpolitik bestimmen. Diese Außenpolitik ist in diesem Sinne verbrecherisch und verschwörerisch. Das Vorbild für seinen Film seien die Verschwörungsfilme des 'New Hollywood' Ende der 1960er, Anfang der 1970er, sagt Regisseur und Drehbuchautor Stephen Gaghan. Er vergaß, den Agenten-Kolportageroman hinzuzufügen."

12. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Der Spiegel

Der Film ist lang, kompliziert und mit vier nicht immer stimmig choreographierten Handlungssträngen oft unübersichtlich, schreibt Daniel Haas. "SYRIANA will Strukturen abbilden, nicht imposante Einzelschicksale bebildern, was in Anbetracht des Sujets redlich und stimmig ist. Doch im atemlosen Hin und Her zwischen Bohrinseln, CIA-Büros und Terrorcamps verliert der Film sein Thema umso mehr aus den Augen, als er die Kontingenzen politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge darzustellen versucht. Am Ende dampft alles auf die simple Message ein: Die Bosse sind korrupt, die Geheimdienste gefährlich."

10. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Bert Rebhandl ist die Formel vom "Rauschgift Öl" einer der Schlüssel zum Thriller. "In SYRIANA ist jede Einstellung zugleich eine Information und ein emotionaler Reiz. Die Attraktionen dieses Geschäfts sind bei Gaghan dunkel getönt. Eine gespenstische Melancholie liegt über den Bemühungen einzelner Individuen, Allianzen gegen die geopolitischen "Player" zu schmieden. ... Von den klassischen Verschwörungsfilmen der 70er-Jahre, die bereits die Bestimmung der Politik durch rein kommerzielle Interessen annahmen, unterscheidet sich SYRIANA durch einen Realismus, den Gaghan in seinen Figuren begründet. Allen eignet eine spezifische Rationalität. Sie werden nicht verrückt angesichts der Übermacht des Faktischen, sondern verfolgen ihre Projekte weiter."

10. Februar 2006 | SYRIANA • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Busche fühlte sich mitreißend eingesogen dank eines unglaublich verdichteten Drehbuches. "Die Dramaturgie von "Syriana" hat etwas Aufputschendes. Die vielen Handlungsorte lösen sich in einem atemlosem Tempo ab; einzelne Szenen dauern oft kaum länger als eine Minute und entwickeln durch überlappende Dialoge eine zusätzlich versponnene Textur. Der Charakter Clooneys wird dabei zur exemplarischen Figur in diesem globalen Schachspiel: ein Bauer, den Drahtziehern der großen Verschwörung immer einen Zug hinterher; der schließlich mächtig gegen den Strom anzustrampeln versucht, als er realisiert, dass er selbst nur ein Spielball ist. In Clooneys Zottelbart und der Wampe, die er sich für den Film zugelegt hat, vermittelt sich auch die Unbeholfenheit und Verwundbarkeit seiner Figur."

10. Januar 2006 | SYRIANA • Kritik • Der Tagesspiegel

SYRIANA ist laut Sebastian Handke "ein geopolitischer Thriller, der wie ein kleinteiliges Mosaik zusammengesetzt ist und seine Zuschauer mit Vorsatz im Halbdunkel lässt. Sie werden in Szenen hineingeworfen, die schon im Gange sind, in Gespräche, die längst begonnen haben, manche davon in spärlich untertiteltem Arabisch. Das gibt dem Film dokumentarische Dringlichkeit: Man wird einfach mitgerissen, während die Dinge sich entfalten, keine Zeit für Erklärungen, denn, wie CIA-Agent Bob wiederholt feststellt: 'It's complicated.' Wer das verstehen will, muss die Intrigen selbst zusammen stückeln und sich fokussieren - wie auf eine Beute, die in naher, aber unerreichbarer Entfernung lockend vor Augen liegt. Exposition? Das ist was für Anfänger."

01. Dezember 2005 | SYRIANA • Kritik • Der Spiegel

Laut Martin Wolf wird in Syriana die schreckliche und widerwärtige Schönheit der Kriegskunst gezeigt. "Der Film sei "kein Angriff auf George W. Bush", beschwichtigt auch Hauptdarsteller Clooney. Regisseur Gaghan, 40, verweist dagegen lakonisch auf den Irak-Krieg und dessen Folgen: Zu Beginn der Dreharbeiten habe eine Tankfüllung für seinen Sportwagen, einen 66er GTO mit 6,5-Liter-Motor, 23 Dollar gekostet; mittlerweile müsse er dafür 58 Dollar ausgeben. Hollywood, so scheint es, ist in der Wirklichkeit angekommen, zumindest an der Tankstelle."

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