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DER TINTENFISCH UND DER WAL

DER TINTENFISCH UND DER WAL

Regie Noah Baumbach
Kinostart 11.05.2006

Kritiken • DER TINTENFISCH UND DER WAL

12. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • Der Spiegel

Der Film paßt laut Andreas Borcholte in die aktuelle Debatte. Er ist hervorragend besetzt und mit grimmiger Komik gewürzt. Mit distanziertem Blick erspart der Regisseur "dem Zuschauer keinen Kraftausdruck, keinen peinlichen Moment, vermeidet es aber, selbst Partei zu ergreifen. Hinter den geschliffenen Dialogen und der diskursgeschulten Redegewandtheit der Eltern entlarvt er einen Abgrund an Emotionslosigkeit. Das verleiht dem Film einen lakonisch-bitteren Grundton, der vielleicht absichtlich an frühe Woody-Allen-Werke erinnert. ... Man muss kein Filmkritiker sein, um diesen kleinen Film für sein genaues Hinsehen, seine Furchtlosigkeit, zu lieben. Verkrachte Familiengeschichten haben wir schließlich fast alle zu erzählen."

11. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • film-dienst 10/2006

Der Film hat bei Holger Römers eine unaufdringliche Wirkung erzielt. "Baumbach erzählt diese melancholische Geschichte mit meisterlicher Ökonomie, indem er in knappen Impressionen vor allem die Reaktionen der Kinder spiegelt. Obwohl die locker verbundenen Szenen kaum noch kürzer ausfallen könnten, erlaubt jede einzelne wie nebenbei Aufschluss über Entwicklungen, die von der Handlung bloß angedeutet werden. Gerade der schnelle Blick auf Nebensächlichkeiten suggeriert dabei wunderbar beiläufig den kleinkarierten Irrsinn, der wohl unvermeidlich ist, wenn zwei Menschen sich nach 16 Jahren trennen."

11. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • Berliner Zeitung

Faszinierend schön-schaurig ist das Drama für Katja Lüthge. "Noah Baumbach steckt mindestens mit einem Bein ganz tief im Familiensumpf. Nicht nur das hat er wohl mit seinem Freund Wes Anderson gemein, der als Produzent von "Der Tintenfisch und der Wal" ein weiteres Mal wie ein Leopardenhai um das Thema kreist. Es ist jedenfalls ganz unmöglich, hier nicht mitzuleiden. Bisweilen mag man sich im Kinosessel winden und verknoten und gleichzeitig den ausnahmslos hervorragenden Schauspielern applaudieren."

11. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film ist eine Kaskade kleiner Peinlichkeiten und Demütigungen, schreibt Philipp Bühler. "Vor allem aber ist DER TINTENFISCH UND DER WAL ein Film, der anders als Andersons Werke nicht nur in den Achtzigern spielt, sondern auch so aussieht: ein stimmiges New-York-Porträt aus dem geistig noch in den Siebzigern steckenden Milieu von Woody Allen und KRAMER GEGEN KRAMER. Der leicht verlebte Look ist eine Frage billigen Materials und des Gesichts von Jeff Daniels. Es hat einen Zug zur Bitterkeit, die diesem bittersüßen Film gut steht. Hoffentlich kommt er darüber hinweg. "

11. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • Der Tagesspiegel

Das heikle Thema Scheidung geht der Regisseur für Julian Hanich mit viel Sinn und Verstand und angenehm trockenem Humor an. "Hinzu kommen herausragende Darsteller: Jeff Daniels spielt den verkrachten, vollbärtigen Autor Bernard Berkman, der sich als Familien-Zampano geriert und seine Söhne mit intellektuellen Platitüden nervt. Seit Michael Douglas durch WONDERBOYS gegeistert ist, hat es keinen wunderlicheren – und widerlicheren Schriftsteller – mehr gegeben. Und dennoch erliegt man seiner eigentümlichen Faszination."

10. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • fluter.de

Sascha Rettig lobt den Film: "In der realitätsnah retrokitschfreien Rekonstruktion der 1980er-Jahre stöbert die Kamera durch diesen Ausnahmezustand, wahrt aber, ohne das Mitgefühl für seine orientierungslose Familienbande zu verspielen, die Distanz. Am Ende steht Walt im naturhistorischen Museum vor einer großen Plastik. Im Halbdunkel erkennt man einen Wal und einen Tintenfisch, die sich im Kampf gegeneinander umklammern – ein schönes Bild für die Situation dieser kaputten Scheidungsfamilie, die selten so ehrlich, schmerzvoll und gleichzeitig komisch aufgearbeitet wurde wie hier."

10. Mai 2006 | DER TINTENFISCH UND DER WAL • Kritik • br-online.de

Realitätsnah nennt Margret Köhler den Film. "Wie Bälle schießen auch die gnadenlos harten Dialoge übers Netz, treffen den anderen ins Mark. Jeff Daniels mimt den nicht gerade sympathischen Pater Familias verletzlich und traurig, Laura Linney die Frau und Mutter resolut und herzlich. Um das "authentische Feeling der 80er Jahr" zu erzeugen, drehte Baumbach auf Super-16 statt auf Digitalvideo. DER TINTENFISCH UND DER WAL erzählt heiter-melancholisch vom Erwachsenwerden in einer Welt, die keine Träume zulässt. Keine heile Welt à la Disney & Co, sondern eine wirkliche, die Wunden schlägt und in kleinen Momenten Wunder zulässt."

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