POLLY BLUE EYES

film-zeit Film: POLLY BLUE EYES
Regie Tomy Wigand
Kinostart 03.11.2005

Inhalt • POLLY BLUE EYES

Die junge Polly kommt aus dem Gefängnis. Ab jetzt soll alles anders werden. Der Anfang ist vielversprechend: Sie findet einen Job und lernt Stefan kennen, einen Polizisten. Doch dann schießt ihre Familie quer. Der neue Freund ihrer Schwester, ein windiger Typ namens Ronny schlägt Pollys Eltern ein aberwitziges Geschäft vor. Todsichere Sache, Aluminiumfertighäuser. Es fehlt nur noch ein bisschen Startkapital. Aber auch dafür hat Ronny einen Plan: Ein kleiner Überfall, ganz ohne Risiko. Die ganze Familie soll mithelfen, natürlich auch Polly. Und Polly hat alle Hände voll zu tun, ihre Familie vor der Polizei und gleichzeitig ihre Liebe zu retten - und schließlich zu sich selbst zu finden...

Kritiken • POLLY BLUE EYES

08. November 2005 | Kritik •

Ein ansehnliches Ensemble hat der Regisseur für seine schräge Mischpoke zusammengestellt, meint Julian Hanich. "Zudem schwelgt Wigand in Cinemascope-Bildern, was in deutschen Filmen selten ist. Zeitlupen, beschleunigte Bilder, Weitwinkel-Einstellungen, schnelle Zooms und Jump Cuts - schnell kann der Eindruck entstehen, POLLY BLUE EYES sei eine schnittige Promenadenmischung aus LOLA RENNT und SNATCH. Doch dafür reicht der Atem nicht. Wigand unterbricht den Handlungsfluss gerne mit videoclipartigen Musikpassagen und tut sich dann schwer, den Film wieder in Gang zu bringen. Und es hat POLLY BLUE EYES wohl auch nicht gut getan, dass am Drehbuch ganze vier Autoren beteiligt waren. Letztlich wird zu viel gezeigt und zu wenig erzählt."

03. November 2005 | Kritik •

Von vornherein war Hanns-Georg Rodek die Hauptfigur suspekt. "Pollys anonyme Stadt mit Neue-Länder-Gefühl - es handelt sich um Leipzig - erscheint bei Tomy Wigand wie ein Teich dödeliger Karpfen, die ständig nach Ich-AG-Schimären schnappen und immer wieder untergehen. Wigand inszeniert sie wie Ossi-Cartoons, treffender: denunziert sie, und verweigert ihnen Witz und Würde. ... Wigands angestrengte Komödie wirkt wie ein Comic, der zum Realfilm umgewandelt wurde, aber auf halbem Wege stecken blieb. Nichtsdestotrotz dürfte sich "Polly" bei jenen, die den neuen Dienstleistungs-Homunkulus fordern, einer gewissen Beliebtheit erfreuen."

02. November 2005 | Kritik •

Ula Brunner ist nicht so unentschieden wie der Film selbst. "Schnittig inszeniert Regisseur Tomy Wigand den hindernisreichen Neustart einer jungen Frau. Eigentlich ein spannendes Thema. Leider jedoch driftet die Handlung, die unentschieden zwischen Resozialisierungsdrama, Gaunerkomödie und irrwitziger Milieustudie hin- und her schwankt, zu stark ins Nebensächliche ab. Der Film kann letztlich durch schrille Bilder, absurde Momente und die erfrischende Besetzung der kleinkriminellen Großfamilie punkten."

27. Oktober 2005 | Kritik •

Michael Kohler glaubte manchmal, einen Debütfilm zu sehen, doch dann stellte er fest, daß der Regisseur ein alter Hase ist. "Das kann durchaus ein Kompliment sein, in diesem Fall ist es jedoch ein Desaster. Nichts passt in Tomy Wigands neuem Film POLLY BLUE EYES zusammen, für dessen Drehbuch gleich vier Autoren den Inhalt ihrer Ideenkästlein zusammengeworfen haben. Über einen Mangel an Einfällen kann man sich auch nicht beklagen, doch wäre man dankbar gewesen, wenn darunter auch einige gute gewesen wären. ... POLLY BLUE EYES soll cool und wild-romantisch sein und wirkt dank schlapper Dialoge und diverser Hampeleien allenfalls peinlich. Besonders erschreckend ist der Mangel an Schauspielerführung, der das Ensemble dem Chargieren oder wie bei Matthias Schweighöfers Ronny gar dem gespreizten Exhibitionismus überlässt."

Aktueller Stand der Datenbank:
15401 Filme,
15167 Bücher & Artikel,
801 Biographien,
49 Themen & Listen
all: 0.38844