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TROPICAL MALADY

TROPICAL MALADY

Regie Apichatpong Weerasethakul
Kinostart 27.10.2005

Kritiken • TROPICAL MALADY

27. Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • Berliner Zeitung

Philipp Bühler versucht verschiedene Erklärungen. "Mit seiner vollkommen eigenständigen Filmsprache ist TROPICAL MALADY ein Unikat. Zu sanft, um revolutionär zu sein, zu wild, um die Sache auf sich beruhen zu lassen, wirkt er wie eine wundersame Bedrohung. Sie geht weniger vom Regisseur aus als vom Menschsein. Bei Weerasethakul sind Menschen Tiere: eine subversive Umkehrung des derzeit so beliebten, betont anthropomorphen Tierfilms. Die Träume, nicht aber die Bilder der Surrealisten scheinen diesem Menschenfilm Pate gestanden zu haben. Oder die Film Noirs eines Jacques Tourneur (KATZENMENSCHEN), wesentlich getragen von ihren verstörenden Soundcollagen. Man darf hoch greifen: Mit seinen disparaten, abgründig sinnlichen Ausdrucksformen empfiehlt sich Weerasethakul als Visionär nicht nur des asiatischen, sondern des Weltkinos."

27. Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • Die Tageszeitung

Betört hat der Film Cristina Nord. "Das Schönste an TROPICAL MALADY aber ist, dass sich der Film der Entschlüsselung entzieht. Er ist viel zu konkret, viel zu physisch, als dass er in einer Erklärung aufginge. TROPICAL MALADY ist selbst ein shape shifter - nicht nur, weil er in seinem Verlauf die Gestalt ändert, sondern mehr noch, weil er sich verwandelt und entzieht, sobald man ihn festlegen will. Das Pulsieren, das daraus resultiert, gehört zum Aufregendsten, was man zurzeit im Kino sehen kann."

27. Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • Die Zeit

Unerhört und mysteriös, eine Sensation ist der Film für Katja Nicodemus. "Tropical Malady geht über unser klassisches Bilder- und Geschichtenverständnis hinaus. Womöglich gibt es auch gar nicht so viel zu verstehen in einem Film, der auf einer anderen, physischen Art der Wahrnehmung beruht. Einer Wahrnehmung, in der die Unterschiede zwischen Mensch und Wald, Geist und Tier unaufhaltsam vom Grillenzirpen eingeschmolzen werden. Wer sich Weerasethakuls Kino überlässt, den wird sein unheimlicher Seelendschungel, in dem jedes Käferbeinchen an unsere Kreatürlichkeit erinnert, so schnell nicht mehr loslassen."

27. Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • Der Tagesspiegel

Wie soll man von diesen Bildern gezählt, fragt Christiane Peitz. "Das Verrückte an Apichatpong Weerasethakul ist die Leichtigkeit, mit der er seine Schamanen-Oper hinzaubert. Postmodern und prähistorisch nennen amerikanische Kritiker sein Dschungelbilderbuch, schreiben von Offenbarung und Seelenwanderung. Wer immer sich zu Weerasethakuls viertem Spielfilm äußert, sucht euphorisch und hilflos nach großen Vokabeln. ... Vielleicht ist dieser leuchtend-düstere Stummfilm mit zwischengeschnittenen Höhlenmalereien von wilden Tieren ja das somnambule Delirium zum Tagtraum von den glücklichen Tropen. Die B-Seite zur A-Seite, Reminiszenz und erotische Halluzination."

26. Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • fluter.de

Andreas Busche ist vollauf begeistert: "Es ist ein Kino des Sehens und Erlebens, nicht-linear, impulsiv, direkt und zugleich märchenhaft. Unpathetisch - und im nächsten Moment wieder unglaublich verstrahlt, aber von einer seltenen esoterischen Schönheit, die sich restlos aus unseren rationalen Erfahrungsmustern ausgeklinkt hat. Weerasethakuls Filme sind Filme für Gläubige; die Betrachtenden überlassen sich ganz ihrem Wahrnehmungsapparat und folgen dem Filmemacher bis ans Ende der Welt ... Ein seltsamer Film ist das, auch. Einer, den man auf der großen Leinwand erlebt haben muss, um zu verstehen, was das Kino heute noch zu leisten im Stande ist."

24. Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • film-dienst 22/2005

Bezaubernden Qualitäten besitzt dieses jungen Filmemacher für Holger Römers. "Sinneseindrücke sind der hauptsächliche Gegenstand dieses Films, und sie werden so subtil und doch eindringlich vermittelt, wie dies im Kino selten gelingt. ... Das elliptische Erzählen und die scheinbar ungerührte Beobachtung von Alltagsgeschehen, oft in langen Einstellungen eingefangen, mögen an Tsai Ming-liang denken lassen. Auch Hou Hsiao-hsien wird als Referenz genannt, während die bukolische Stimmung mancher Sequenzen in TROPICAL MALADY zu Vergleichen mit Jean Renoir einlädt. Letzten Endes scheinen jedoch alle Vergleiche seltsam deplaziert; Weerasethakuls ausgesprochen originelle Filme widersetzen sich allen Kategorisierungen."

Oktober 2005 | TROPICAL MALADY • Kritik • filmz.de

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